DJ Sentix-Konjunkturindex Deutschland deutet auf Rezession
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Sentix-Konjunkturindex ist im April auf das niedrigste Niveau seit dem Ende der ersten Corona-Welle gefallen. Das deutet nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Sentix darauf hin, dass Deutschland in eine Rezession abgleiten wird. der Sentix-Index sinkt auf minus 17,1 (März: minus 5,2) Punkte, den niedrigsten Wert seit Juni 2020. Der Index der Lagebeurteilung ging auf minus 4,8 (plus 10,0) Punkte zurück und war damit so niedrig wie zuletzt im März 2020, am Beginn des ersten Corona-Lockdown. Der Erwartungsindex fiel auf minus 28,8 (minus 19,3) Punkte. So schwach waren die Konjunkturerwartungen zuletzt im Januar 2009, mitten in der großen Finanzkrise.
Neben dem Ukraine-Krieg und der Möglichkeit einer Unterbrechung der russischen Energielieferungen sind es laut Sentix vor allem die inflationären Begleitumstände und immer deutlicher zutage tretende Unwuchten in den Logistikbereichen, die Verbraucher und Unternehmen verunsichern.
Der Konjunkturindex der Eurozone geht auf minus 18,0 (minus 7,0) Punkte zurück, der Index der aktuellen Lage auf minus 5,5 (plus 7,8) und der Erwartungsindex auf minus 29,8 (minus 20,8) Punkte. "Da auch die Lage inzwischen negativ ist, muss vom Beginn einer Rezession ausgegangen werden", schreibt Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. Bedingt durch die nach wie vor erhebliche Dynamik bei der Inflationsentwicklung erwarteten die Anleger zudem nicht, dass die Notenbank durch eine lockere, gar noch expansivere Geldpolitik zur Hilfe eilen könne. "Wirtschaft und Aktienmärkte sind damit auf sich allein gestellt."
Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/mgo
(END) Dow Jones Newswires
April 04, 2022 04:30 ET (08:30 GMT)
Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.
