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IfW: Welthandel stabilisiert sich

DJ IfW: Welthandel stabilisiert sich

KIEL/BERLIN (Dow Jones)--Der Warenverkehr hat sich im April laut dem jüngsten Kiel Trade Indicator in zahlreichen Volkswirtschaften stabilisiert. Laut dem jüngstem Datenupdate für April dürfte der Welthandel im Vergleich zum Vormonat preis- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent zulegen, gab das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) bekannt. Einen vergleichbaren Zuwachs habe es zuletzt im Januar gegeben, vor Kriegsausbruch.

Für Deutschland lassen die Schiffsbewegungen laut IfW auf eine positive Entwicklung gegenüber dem März schließen, sowohl die Exporte mit plus 3,2 Prozent als auch die Importe mit plus 1,4 Prozent liegen nach den Berechnungen im Plus. Gleiches gelte für die EU, ihre Exporte dürften um 0,7 Prozent steigen, ihre Importe um 1,1 Prozent.

"Die ersten Schockwellen der russischen Invasion in der Ukraine für den globalen Warenaustausch sind offenbar verdaut, und die Handelsdaten im April stabilisieren sich. Fast alle wichtigen Volkswirtschaften können Zuwächse oder zumindest eine Seitwärtsbewegung erwarten", sagte der Leiter des Kiel Trade Indicator, Vincent Stamer.

Folgen des Lockdowns in Shanghai bleiben überschaubar 

In den USA dürften die Exporte im April mit einem Zuwachs von 5 Prozent klar im positiven Bereich liegen, für die Importe zeichne sich ein Minus von 1,4 Prozent ab. In China deute sich sowohl bei den Exporten mit 0,0 Prozent Veränderung als auch bei den Importen mit 0,9 Prozent Minus eine Stagnation und damit ein Handel auf Märzniveau an. "Der Lockdown in Shanghai bremst zwar Chinas Exportwachstum aus, Rückgänge im Handel scheinen sich aber auf den Hafen von Shanghai zu beschränken", sagte Stamer.

Der Abstand der Warenausfuhren habe sich im Vergleich zu Chinas übrigen Häfen auf ein Minus von rund 25 Prozent eingependelt. "Trotz Lockdown verlassen immer noch ein Großteil aller Güter den Hafen, das ist ein gutes Zeichen für die weltweiten Lieferketten", so Stamer. Die weltweiten Staus im Containerschiffnetzwerk verharrten auf hohem Niveau, rund 11 Prozent aller weltweit verschifften Waren steckten im Stau.

Für Russlands Handel zeichne sich im April eine Bodenbildung nach den teils herben Einbrüchen der vergangenen drei Monate ab. Im Vergleich zum März dürften die Exporte nur moderat um 1,6 Prozent zurückgehen, und die Importe könnten um 2,3 Prozent zulegen. Russland beginne womöglich damit, Importe aus Europa mit Importen aus Asien zu substituieren. "Dafür spricht, dass im Hafen von Novorossiysk im Schwarzen Meer zuletzt wieder deutlich mehr Containerschiffe eingelaufen sind, wohingegen der in den Europahandel eingebundene Hafen von St. Petersburg weiter Rückgänge verzeichnet", so Stamer. "Dies könnte ein erstes Indiz für Handelsumlenkungen sein."

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/brb

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May 05, 2022 03:49 ET (07:49 GMT)

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