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MÄRKTE USA/Wall Street baut Erholung aus

DJ MÄRKTE USA/Wall Street baut Erholung aus

NEW YORK (Dow Jones)--Nach einer längeren Durststrecke mit einigen wackeligen Stabilisierungsansätzen kann sich die Wall Street am Freitag erholen. Händler sprechen aber von unvermindert großen Sorgen über die aktuelle konjunkturelle Entwicklung, das Marktumfeld mit Stagflationsängsten bleibe negativ, heißt es. Allein die Nasdaq verbucht in der laufenden Woche Abschläge von 6,3 Prozent. Der Dow-Jones-Index steigt gegen Mittag Ortszeit um 1,4 Prozent auf 32.180 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite ziehen 2,2 bzw. 3,5 Prozent an.

Für den kleinen Stimmungsaufheller zum Wochenausklang sorgt US-Notenbankgouverneur Jerome Powell. Nach seiner Aussage hat es die Fed nicht völlig in der eigenen Hand, ob ihre straffere Geldpolitik die Wirtschaft in eine Rezession führen wird oder nicht. Zwar will Powell eine vom Markt gefürchtete "große" Zinserhöhung um 75 Basispunkte nicht gänzlich ausschließen, allerdings beschwichtigt er mit der Aussage: "Ich habe gesagt, dass wir das nicht aktiv in Betracht ziehen."

"Anders als im April, als die Aktienrückgänge durch die Aussicht auf einen aggressiveren Straffungszyklus der Fed ausgelöst wurden und mit Verlusten bei Staatsanleihen einhergingen, standen die Rückgänge in dieser Woche viel deutlicher im Zusammenhang mit globalen Wachstumsrisiken, was man daran erkennen kann, dass die Fed Funds Futures nun beginnen, einen Teil der Straffung zurückzunehmen, die sie für das kommende Jahr eingepreist hatten", erläutert Marktstratege Henry Hill von der Deutschen Bank.

Nach den Aussagen von Powell und den bereits veröffentlichten Inflationsdaten auf Verbraucher- und Erzeugerbasis verlieren die Import- und Exportpreise an Bedeutung. Die jüngste Tendenz einer Abschwächung des Inflationsdrucks wurde durch die neuen Daten bestätigt. Anderenfalls hätten die Daten doch an Relevanz gewonnen. Die Verbraucherstimmung trübte sich derweil stärker ein als erwartet.

Musk lässt Twitter abstürzen 

Unter den Einzelaktien stürzen Twitter um 7,9 Prozent ab, vorbörslich waren es bis zu 25 Prozent. Elon Musk hat die Übernahme des Kurzbotschaftendienstes Twitter auf Eis gelegt. Der Großinvestor hegt Zweifel über die Anzahl der tatsächlichen Nutzer wegen vieler Fake-Accounts. Daher müsste der Übernahmepreis möglicherweise neu verhandelt werden. Den Deal an sich stellt er aber nicht in Frage.

Robinhood springen dagegen um 25,5 Prozent in die Höhe. Beim Betreiber der gleichnamigen Handelsplattform ist der CEO der Kryptowährungsbörse FTX Trading eingestiegen. Sam Bankman-Fried hält gemäß einer Mitteilung an die Börsenaufsicht 7,6 Prozent an Robinhood Markets.

Fintechs allgemein waren im Zuge der jüngsten Marktturbulenzen unter die Räder geraten. Das gilt auch für Affirm Holdings, die sich nun um 22,1 Prozent verteuern. Der Zahlungsdienstleister hatte die Einnahmen im dritten Geschäftsquartal überraschend deutlich gesteigert und sich zuversichtlich gezeigt, auch in einem volatilen Marktumfeld bestehen zu können. Seit Beginn des Jahres weist der Kurs der Aktie allerdings ein Minus von über 85 Prozent auf.

Positiv werden auch die Geschäftszahlen von Motorola Solutions (+5,7%) aufgenommen. Der Anbieter von Kommunikationslösungen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, 2011 aus der Aufspaltung von Motorola hervorgegangen, hat im ersten Quartal die Erwartungen von Analysten übertroffen.

Dollar mit Rücksetzer auf dem Weg nach oben 

Die gestiegene Risikoneigung manifestiert sich am leicht gesunkenen Dollar, der Dollarindex verliert 0,3 Prozent. Die MUFG-Analysten setzen aber weiter auf steigende Dollar-Notierungen. Der Euro dürfte dagegen weiter anfällig für Schwächephasen bleiben.

Auch am Rentenmarkt, wo die Notierungen sinken und die Renditen damit steigen, sprechen Händler von einer fallenden Risikoaversion. Stagflationssorgen hatten die Notierungen jüngst beflügelt.

Die Ölpreise steigen derweil, obwohl das geplante EU-Embargo gegen russisches Erdöl immer unwahrscheinlicher wird. Ungarn will sich dem widersetzen. Gleichwohl sieht die Internationale Energie-Agentur ein knapper werdendes Angebot durch die EU-Sanktionen gegen Russland. Russland habe im April Angebotsmengen eingebüßt, die Entwicklung dürfte sich im Mai fortsetzen, heißt es.

Der Goldpreis fällt mit anziehenden Marktzinsen. Übergeordnet lasse die Nachfrage mit den geldpolitischen Straffungen nach. Die Aussicht auf steigende Leitzinsen spreche insgesamt gegen das Edelmetall, heißt es.

=== 
INDEX         zuletzt   +/- %   absolut +/- % YTD 
DJIA        32.179,59   +1,4%   449,29   -11,4% 
S&P-500       4.017,75   +2,2%    87,67   -15,7% 
Nasdaq-Comp.    11.764,78   +3,5%   393,82   -24,8% 
Nasdaq-100     12.333,59   +3,2%   388,10   -24,4% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit   Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 
2 Jahre     2,60   +3,3    2,57   186,9 
5 Jahre     2,87   +3,4    2,83   160,7 
7 Jahre     2,91   +3,6    2,88   147,2 
10 Jahre    2,90   +4,8    2,85   138,9 
30 Jahre    3,06   +4,3    3,02   116,1 
 
DEVISEN        zuletzt   +/- %  Fr, 8:50 Do, 17:32  % YTD 
EUR/USD        1,0408   +0,3%   1,0404   1,0409  -8,5% 
EUR/JPY        134,51   +0,9%   133,86   133,39  +2,8% 
EUR/CHF        1,0423   +0,1%   1,0424   1,0392  +0,5% 
EUR/GBP        0,8508   -0,0%   0,8513   0,8511  +1,3% 
USD/JPY        129,24   +0,6%   128,64   128,15 +12,3% 
GBP/USD        1,2234   +0,3%   1,2223   1,2231  -9,6% 
USD/CNH (Offshore)   6,8027   -0,4%   6,8245   6,8123  +7,1% 
Bitcoin 
BTC/USD       30.365,21   +7,1%  30.284,44 29.096,86 -34,3% 
 
 
 
ROHOEL        zuletzt VT-Settl.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex       110,00   106,13    +3,6%    3,87 +49,9% 
Brent/ICE       110,85   107,45    +3,2%    3,40 +45,9% 
 
METALLE        zuletzt   Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     1.810,22  1.822,00    -0,6%   -11,79  -1,1% 
Silber (Spot)      20,95   20,69    +1,3%   +0,26 -10,1% 
Platin (Spot)     942,60   948,21    -0,6%   -5,61  -2,9% 
Kupfer-Future      4,12    4,10    +0,5%   +0,02  -7,4% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/raz/flf

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May 13, 2022 12:01 ET (16:01 GMT)

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