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XETRA-SCHLUSS/Rücksetzer weitet sich aus

DJ XETRA-SCHLUSS/Rücksetzer weitet sich aus

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Zins- und Konjunkturängste haben am Donnerstag erneut die Stimmung am deutschen Aktienmarkt belastet. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 13.882 Punkte. "Aus Angst vor Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum und den Unternehmensgewinnen werden Aktien verkauft", so Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Andererseits ging der DAX auch deutlich über seinen Tagestiefs aus der Sitzung. Denn viele Anleger haben die Aktienquoten bereits heruntergefahren. So habe die Cash-Quote der großen Fonds laut der jüngsten Umfrage der Bank of America zuletzt schon bei 6,1 Prozent gelegen und damit so hoch wie zuletzt im September 2001.

Deutsche Post verloren 3,2 Prozent. Grund war ein Minus von 13 Prozent im Kurs von Royal Mail in London: Das Geschäft des britischen Konkurrenten leidet offensichtlich zunehmend unter dem Ende der Corona-Pandemie und unter der hohen Inflation. Fresenius und Allianz gaben jeweils 3 Prozent ab.

SAP und Deutsche Börse ex Dividende 

Im DAX wurden am Donnerstag Deutsche Börse und SAP ex Dividende gehandelt. Bereinigt schlossen SAP sogar deutlich im Plus: Der Kurs fiel um 1,27 Euro nach einer Ausschüttung von 2,45 Euro je Aktie. Deutsche Börse gaben 5,05 Euro ab bei einer Dividende von 3,20 Euro.

Merck stiegen um 2,3 Prozent, hier wurde der Rückgang der vergangenen Wochen um bis zu 20 Prozent nun zum Einstieg genutzt. Angeführt wurde die Gewinnerseite von Delivery Hero und Zalando, die sich um jeweils über 4 Prozent erholten.

Ceconomy brechen ein - schwieriges Umfeld 

Im MDAX gewannen Thyssenkrupp 2,2 Prozent: Nach Börsenschluss teilte der Konzern mit, er habe den Vertrag mit Konzernchefin Martina Merz um weitere fünf Jahre verlängert. Commerzbank gewannen mit einer Kaufempfehlung der UBS 2,8 Prozent.

Im SDAX fielen Ceconomy um 7,1 Prozent. Dem Handelsunternehmen machten die sich eintrübende Verbraucherstimmung, höhere Kosten und weltweite Lieferkettenprobleme bei Unterhaltungselektronik zu schaffen, hieß es von Seiten der Baader-Bank. Sie riet weiterhin zum "Reduzieren" der Ceconomy-Aktien. Vitesco stiegen dagegen um 5,5 Prozent und näherten sich den jüngsten Erholungshochs.

Dermapharm legten um 3,6 Prozent auf 46,20 Euro zu: Alsterresearch hat zwar nach dem schwachen Jahresauftakt das Kursziel auf 70 von 84 Euro gesenkt, ihre Kaufempfehlung haben die Analysten aber bekräftigt.

=== 
INDEX     zuletzt +/- % +/- % YTD 
DAX     13.882,30 -0,9%  -12,61% 
DAX-Future  13.930,00 -0,5%  -12,13% 
XDAX     13.941,92 +0,6%  -12,03% 
MDAX     29.034,11 -0,2%  -17,34% 
TecDAX    3.045,84 +0,1%  -22,30% 
SDAX     13.145,44 -0,4%  -19,92% 
zuletzt   +/- Ticks 
Bund-Future   153,68  +72 
 
 
Index  Gewinner Verlierer unv. Umsatz Mio Euro Mio Aktien Vortag 
DAX      10     30   0     4.084,7    84,2  70,2 
MDAX     21     29   0      633,7    40,9  42,2 
TecDAX    17     13   0      890,2    31,4  27,8 
SDAX     24     45   1      176,9    13,6  15,6 
=== 

DJG/hru/cln

(END) Dow Jones Newswires

May 19, 2022 11:53 ET (15:53 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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