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China verschärft den Druck - Heavy Rare Earths werden zum geopolitischen Machtinstrument
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MÄRKTE EUROPA/Sehr fest - Entspannung dank PBoC-Zinssenkung

DJ MÄRKTE EUROPA/Sehr fest - Entspannung dank PBoC-Zinssenkung

FRANKFURT (Dow Jones)--Fest zeigen sich Europas Aktienmärkte am Freitagmittag. Der DAX springt um 2,0 Prozent auf 14.154 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 1,8 Prozent auf 3.705 Zähler. Für Kauflaune sorgt die chinesische Notenbank (PBoC), die den Leitzins für Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren oder länger gesenkt hat. Die Senkung kam unerwartet und weckt die Hoffnung, der Zinserhöhungsdruck könnte weltweit bald wieder zuende gehen. Weil in China der Inflationsdruck nicht so stark ausgeprägt ist, haben die Geldpolitiker dort allerdings auch Spielraum für derlei konjunkturstützende Maßnahmen, während andernorts die Zinsen derzeit teils deutlich steigen.

Die Öl-Futures gaben in Asien aufgrund der Aussicht auf russische Lieferungen nach China nach, tendieren aktuell aber gut behauptet. Berichten zufolge führt China Gespräche mit Russland, um seine strategischen Rohölreserven aufzufüllen und dabei von verbilligtem russischen Öl zu profitieren, so die NAB. Dies wäre ein Zeichen für die Stärkung der Energiebeziehungen zwischen den beiden Ländern und dürfte umgekehrt aber den Sinn der europäischen Sanktionen gegen Russland konterkarieren.

Kleiner Verfall am Terminmarkt könnte für Vola sorgen 

Für Bewegung könnte auch der kleine Verfalltag am Terminmarkt sorgen. Am Mittag verfallen die Optionen auf die Indizes und am Abend dann die auf die Einzelwerte. Auch dies könnte ein Grund für das Kursplus an Europas Börsen sein, heißt es im Handel. Am Montag könnte die Erholung dann schon wieder in sich zusammenfallen, befürchten einige Händler.

Im DAX geht es quer durch alle Branchen nach oben: Sowohl Porsche als auch RWE und Delivery Hero legen je mehr als 3 Prozent zu. Die Aktie der Deutschen Bank notiert nur optisch 0,4 Prozent im Minus, sie wird heute ex Dividende in Höhe von 0,20 Euro gehandelt.

Gesucht sind Metro mit 2,2 Prozent Plus. Hier wird positiv gewertet, dass sich Metro möglicherweise aus dem Geschäft in Indien zurückzieht. Wie die Economic Times berichtet, haben mehrere mögliche Interessenten ihr Interesse an Metros Cash-und-Carry-Geschäft in Indien bekundet, das in der Transaktion mit 1,5 bis 1,75 Milliarden US-Dollar bewertet werden könnte. Der kolportierte Transaktionspreis im Verhältnis zum Umsatz in Indien höre sich interessant an, heißt es im Handel.

Richemont enttäuscht und belastet Sektor 

Ansonsten ist die Nachrichtenlage von Unternehmensseite recht dünn. Allerdings belastet ein Kurseinbruch von 12 Prozent bei Richemont auch andere Unternehmen der Luxusgüterbranche. "Die Rentabilität von Richemont für das Gesamtjahr war enttäuschend, aber die starke Nachfrage ist ermutigend", urteilt Jean-Philippe Bertschy von Vontobel.

Sämtliche Margen aller Geschäftsbereiche lägen unter den Erwartungen, da die Ausgaben für Marketing und Kommunikation gestiegen seien. Besonders enttäuschend waren das Online- und das "andere" Geschäft, zu dem Immobilien, Mode und Uhrenkomponenten gehörten. Das starke Umsatzwachstum in den Geschäftsbereichen Schmuck und Uhren sei jedoch ein Zeichen für die gute Nachfrage nach den Produkten der Gruppe. Auch Swatch fallen 2,4 Prozent.

Zurich Insurance Group (-0,1%) hat ihr Geschäft in Russland verkauft und steigt aus dem Markt aus. Wie die Schweizer mitteilten, sind die Käufer elf Mitglieder der Geschäftseinheit. Zurich Russland ist ein Schaden- und Unfallversicherer mit einem Anteil von rund 0,3 Prozent am russischen Nichtlebensversicherungsmarkt.

=== 
Aktienindex       zuletzt   +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.705,34   +1,8%     64,79     -13,8% 
Stoxx-50        3.594,35   +1,5%     54,66     -5,9% 
DAX          14.154,49   +2,0%    272,19     -10,9% 
MDAX          29.606,55   +2,0%    572,44     -15,7% 
TecDAX         3.096,43   +1,7%     50,59     -21,0% 
SDAX          13.342,89   +1,5%    197,45     -18,7% 
FTSE          7.446,64   +2,0%    143,90     -1,1% 
CAC           6.364,69   +1,5%     91,98     -11,0% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    0,99          +0,04     +1,17 
US-Zehnjahresrendite    2,86          +0,02     +1,35 
 
DEVISEN         zuletzt   +/- % Fr, 8:25 Uhr Do, 17:25 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,0577   -0,1%    1,0582     1,0587  -7,0% 
EUR/JPY          135,40   +0,1%    135,17     134,91  +3,5% 
EUR/CHF          1,0275   -0,1%    1,0269     1,0296  -1,0% 
EUR/GBP          0,8477   -0,1%    0,8482     0,8465  +0,9% 
USD/JPY          127,98   +0,2%    127,91     127,43 +11,2% 
GBP/USD          1,2474   -0,0%    1,2469     1,2507  -7,8% 
USD/CNH (Offshore)    6,6835   -0,7%    6,6952     6,7209  +5,2% 
Bitcoin 
BTC/USD        30.456,98   +0,7%   30.083,11   30.133,37 -34,1% 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settl.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         112,45   112,21     +0,2%      0,24 +53,3% 
Brent/ICE         112,51   112,04     +0,4%      0,47 +48,1% 
 
METALLE         zuletzt   Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.844,94  1.841,94     +0,2%     +3,00  +0,8% 
Silber (Spot)       22,02   21,92     +0,5%     +0,10  -5,5% 
Platin (Spot)       966,00   964,90     +0,1%     +1,10  -0,5% 
Kupfer-Future        4,31    4,28     +0,8%     +0,03  -3,1% 
=== 

DJG/mod/cln

(END) Dow Jones Newswires

May 20, 2022 07:06 ET (11:06 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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