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MÄRKTE EUROPA/Börsen starten wenig verändert

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen starten wenig verändert

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem jüngsten Ausverkauf sind Europas Börsen am Dienstag wenig verändert in den Handel gestartet. Dabei handelt es sich aber lediglich um eine technische Gegenbewegung. "Ruhe in den Markt kommt erst, wenn Klarheit über die Fed-Zinserhöhung (am Mittwoch) und ihren weiteren Zinspfad besteht", sagt ein Händler. Denn immer mehr Analysten und Volkswirte rechnen mit der "ganz großen" Zinserhöhung um 75 Basispunkte. Unter anderem waren nach den US-Inflationsdaten auch BNY Mellon und JP Morgan auf diesen Kurs eingeschwenkt. Der Markt dürfte darauf positiver reagieren als bei einem halbherzigen Schritt, heißt es.

Giftcocktail aus Rezessionssorgen, Inflationsdruck und Zinsangst 

Der DAX gewinnt 0,5 Prozent auf 13.492 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,4 Prozent auf 3.518 nach oben. Die Lage bleibt schwierig: Der Giftcocktail aus Rezessionssorgen, Inflationsdruck und Zinsangst sei kein geeignetes Umfeld für Aktieninvestments, heißt es im Handel. Das Geld werde weiter aus fast allen Anlageklassen abgezogen und die Portfolios würden komplett neu strukturiert. Der Inflationsschock aus den USA mit seiner Beschleunigung des Preisanstieges anstelle der Ausbildung eines Spitzenwertes habe bei vielen Marktteilnehmern zu einer Neubewertung der Lage geführt.

Im Tagesverlauf im Fokus stehen weitere Inflationsdaten an: Vor allem beim Anstieg der US-Produzentenpreise könnte ein höherer Wert als die erwarteten 11 Prozent Plus zum Vorjahr zu einem erneuten Abverkauf führen. Und bei den ZEW-Konjunkturerwartungen dürfte sich die aktuell negative Stimmung niederschlagen.

Weiter im Blick steht die Renditeentwicklung in Italien. Im frühen Handel liegt diese für 10-jährige Staatspapiere bei 4,04 Prozent. "Seit der Covid-Krise beläuft sich der Zinsanstieg im Alpe-Adria-Staat auf mehr als 3,5 Prozent", so QC Partners. Die EZB steuere damit auf einen gefährlichen Drahtseilakt zu. Einerseits müsse sie die Inflation bekämpfen. Andererseits müsse sie schauen, wieviel sie den schwächeren Staaten zumuten wolle und könne.

Akzo Nobel geben im frühen Geschäft nach gesenkter Prognose für das zweite Quartal 3,8 Prozent nach. Das Spezialchemieunternehmen geht nun von einem 90 Millionen Euro niedrigeren operativen Ergebnis aus. Ursächlich dafür seien der Lockdown in China sowie ein schwächerer Start in die DIY-Saison. Jefferies sieht Anpassungsbedarf von 26 Prozent für die Konsensschätzungen für das zweite Quartal und 7 Prozent für das Gesamtjahr.

Für positive Überraschung hat am Montagabend der erhöhte Ausblick von Wacker Chemie (+3,4%) gesorgt. Aufgrund einer sehr starken Nachfrage kündigte Wacker an, dass das operative Ergebnis im zweiten Quartal oberhalb der Markterwartungen liege. Zudem werde die Jahresprognoses überarbeitet und soll Ende Juli vorgelegt werden. "Solche Nachrichten sorgen dafür, dass nur in Unternehmen umgeschichtet wird, die ihre Kosten weiterreichen und die Margen stabil halten können", kommentierte ein Händler.

Gewinnwarnung von Baumarktbetreiber Hornbach Holding AG 

Für wenig Freude sorgt dagegen die Gewinnwarnung von Baumarktbetreiber Hornbach Holding AG (-12%) sorgen. "Bei der anhaltenden Welle von Investitionen ins eigene Heim dürfte das ziemlich überraschen", kommentiert ein Händler. Die Hornbach-Gruppe bestätigt zwar die Prognose für den Umsatz im Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Anstieg um 8 Prozent, erwartet aber das bereinigte EBIT nun im niedrigen zweistelligen Prozentbereich niedriger als im Vorjahr. Grund sei, dass sich die Belastungen aus Inflation, Lieferketten und Produktpreisen im zweiten Quartal verfestigt haben, was die Prognose für den Rest des Jahres weiter erschwere. Der Margendruck halte weiter an.

=== 
Aktienindex       zuletzt   +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.525,49   +0,7%     22,99     -18,0% 
Stoxx-50        3.458,87   +0,5%     16,56     -9,4% 
DAX          13.519,56   +0,7%     92,53     -14,9% 
MDAX          27.874,82   +0,5%    132,47     -20,6% 
TecDAX         2.908,91   +0,2%     6,53     -25,8% 
SDAX          12.518,36   -0,3%    -39,67     -23,7% 
 
DEVISEN         zuletzt   +/- % Di, 8:11 Uhr Mo, 17:25 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,0469   +0,6%    1,0419     1,0434  -7,9% 
EUR/JPY          140,63   +0,5%    140,38     139,96  +7,4% 
EUR/CHF          1,0377   -0,1%    1,0385     1,0399  +0,0% 
EUR/GBP          0,8586   +0,1%    0,8565     0,8578  +2,2% 
USD/JPY          134,35   -0,1%    134,72     134,14 +16,7% 
GBP/USD          1,2189   +0,4%    1,2169     1,2165  -9,9% 
USD/CNH (Offshore)    6,7409   -0,6%    6,7540     6,7702  +6,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        22.866,40   -0,7%   22.915,37   23.100,82 -50,5% 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settl.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         121,80   120,93     +0,7%      0,87 +67,4% 
Brent/ICE         123,36   122,27     +0,9%      1,09 +63,5% 
 
METALLE         zuletzt   Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.827,99  1.819,20     +0,5%     +8,79  -0,1% 
Silber (Spot)       21,32   21,08     +1,1%     +0,24  -8,6% 
Platin (Spot)       944,15   936,28     +0,8%     +7,88  -2,7% 
Kupfer-Future        4,24    4,21     +0,6%     +0,03  -4,6% 
=== 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/raz

(END) Dow Jones Newswires

June 14, 2022 03:47 ET (07:47 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
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