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Institute: Gefahr einer Gaslücke deutlich verringert

DJ Institute: Gefahr einer Gaslücke deutlich verringert

Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Wahrscheinlichkeit einer Versorgungslücke mit Erdgas im Fall eines Stopps russischer Lieferungen ist gegenüber April deutlich gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktualisierte Simulationsrechnung der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute. "Trotz mittlerweile deutlich besser gefüllter Speicher sind damit aber noch nicht alle Risiken für die Gasversorgung der Industrie im Winterhalbjahr 2022/2023 gebannt", erklärten sie. "Es ist daher ratsam, zeitnah die Preissignale bei den Verbrauchern ankommen zu lassen."

Angesichts der jüngst von russischer Seite gedrosselten Durchleitungsmengen haben die Institute den Angaben zufolge ihre Mitte April im Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung veröffentlichten Simulationen bis Ende 2023 für die Gasverfügbarkeit und die wirtschaftlichen Effekte im Fall eines Lieferstopps aktualisiert. Im Median der Simulationsergebnisse ergebe sich bei einem sofortigen Lieferstopp keine Gasversorgungslücke bis Ende kommenden Jahres. Industrielle Verbraucher müssten dann nicht rationiert werden, die Versorgung privater Haushalte und sozialer Einrichtungen wäre ohnehin nicht gefährdet.

Bei einem sofortigen Lieferstopp im April wäre im Jahr 2023 eine Gaslücke im Umfang von 35,5 TWh aufgetreten, was die Gasversorgung für die Industrie erheblich beschnitten und dort die Produktion eingeschränkt hätte, so die Institute. Zwischenzeitlich sei mehr Gas nach Deutschland geströmt und gespeichert worden, als sonst im kommenden Jahr gefehlt hätte. Waren die deutschen Gasspeicher im vergangenen April nur zu 30 Prozent gefüllt, so habe der Füllstand zuletzt 58 Prozent erreicht.

Versorgung nicht zwangsläufig sicher 

"Dennoch ist die Versorgung der Industrie bei einem sofortigen Lieferstopp nicht in jedem Fall gesichert", warnten die Institute. So ergebe sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent im kommenden Jahr eine Gaslücke von mindestens 23,8 TWh, im sehr unwahrscheinlichen schlechtesten Fall fehlten sogar fast 160 TWh. Durch den daraus resultierenden Produktionsausfall in den gasintensiven Industrien und ihren unmittelbaren Abnehmern käme es den Berechnungen der Institute zufolge zu einem Wertschöpfungsverlust von rund 46 Milliarden respektive 283 Milliarden Euro. Dies entspreche 1,6 beziehungsweise 9,9 Prozent der Wirtschaftsleistung des Jahres 2021.

Die gesamtwirtschaftlichen Einbußen dürften noch deutlich größer ausfallen, da die unmittelbaren Effekte noch konjunkturell verstärkt würden. Außerdem würden den Haushalten infolge höherer Energiepreise Kaufkraft entzogen. Entwarnung gäben die jetzt berechneten Simulationen allerdings für Szenarien, in denen die derzeit auf 40 Prozent gedrosselten russischen Lieferungen fortgesetzt werden. Dann drohe auch bei ungünstigen Konstellationen kein Gasengpass für die Industrie. Die Politik sollte auf marktwirtschaftliche Instrumente setzen, um die Anpassung an den negativen Energieschock möglichst effizient zu gestalten, empfahlen die Institute.

Dazu sei es erforderlich, die gestiegenen Beschaffungskosten für Energieträger zeitnah an die Verbraucher weiterzugeben. Denn dann sinke der Energieverbrauch, und die günstigeren Konstellationen der Gasverfügbarkeit würden wahrscheinlicher. Hierzu zähle auch das Aktivieren des Preisanpassungsmechanismus gemäß Energiesicherungsgesetz. "Da höhere Preise bereits einen starken Anreiz für die Einsparung von Energie liefern, sind zusätzliche staatliche Anreize zum Energiesparen nicht notwendig und bergen das Risiko ungünstiger Verteilungseffekte", erklärten das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

June 28, 2022 02:38 ET (06:38 GMT)

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