DJ LATE BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Der Markt-Überblick am Abend, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
AKTIENMÄRKTE (18.32 Uhr)
INDEX Stand +-% +-% YTD* EuroStoxx50 3.453,97 -0,95% -19,65% Stoxx50 3.476,07 -1,02% -8,97% DAX 12.756,32 -1,16% -19,70% FTSE 7.156,37 -0,74% -2,37% CAC 6.000,24 -0,73% -16,12% DJIA 30.846,33 -0,44% -15,11% S&P-500 3.810,02 -0,23% -20,06% Nasdaq-Comp. 11.260,94 -0,03% -28,02% Nasdaq-100 11.747,82 +0,02% -28,02% Nikkei-225 26.478,77 +0,54% -8,03% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 152,74% +7 *zu Vortag
ROHSTOFFMÄRKTE
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 95,37 95,84 -0,5% -0,47 +32,2% Brent/ICE 98,61 99,49 -0,9% -0,88 +31,6% GAS VT-Schluss +/- EUR Dutch TTF 180,50 175,10 +4,6% 7,89 +32,5% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.737,95 1.726,16 +0,7% +11,79 -5,0% Silber (Spot) 19,23 18,93 +1,6% +0,30 -17,5% Platin (Spot) 862,70 849,38 +1,6% +13,33 -11,1% Kupfer-Future 3,31 3,30 +0,4% +0,01 -25,5% YTD zu Vortagsschluss
Die mit den Zinsspekulationen verbundenen Rezessionsängste in Verbindung mit dem festen US-Dollar bremsen die Erdölpreise. Diese hatten allerdings am Dienstag schon eine rasante Talfahrt hingelegt, wobei die Preise für die Sorten WTI und Brent unter 100 Dollar je Barrel absackten, so dass sich die Verluste nun in Grenzen halten. Auch die deutlich gestiegenen Ölvorräte der USA belasten nicht weiter.
Der Goldpreis erholt sich derweil mit dem leicht nachgebenden Dollar. Das Edelmetall dürfte auch vor dem Hintergrund der ungewissen Wirtschaftsaussichten gesucht sein.
FINANZMARKT USA
Nach herben Verlusten zu Handelsbeginn erholen sich die US-Börsen im Verlauf von ihren Tagestiefs. Der erste Schrecken über die unerwartet stark gestiegenen Verbraucherpreise lässt nach. Einen Anteil daran dürften nach Aussagen aus dem Handel beschwichtigende Worte des US-Präsidenten haben: Joe Biden räumte zwar ein, dass das Niveau der Inflation "inakzeptabel" hoch sei, nannte die Daten aus dem Juni aber auch "veraltet". Sie spiegelten etwa noch nicht die seither deutlich gesunkenen Benzinpreise wider. Schon marginal höhere Werte hätten die Aussicht auf eine forsche Gangart der Fed bei der Inflationsbekämpfung untermauert. Nun deuten die Werte möglicherweise sogar auf eine noch straffere Geldpolitik der Fed hin. Bei steigenden Zinserwartungen verliert der Bankensektor 1,9 Prozent, obwohl höhere Zinsen das Geschäftsmodell der Institute begünstigen. Doch überwögen nun die Rezessionsbefürchtungen, heißt es. Delta Air Lines sinken um 6,7 Prozent. Die Fluggesellschaft verfehlte gewinnseitig die Markterwartungen. Fastenal fallen um 5,8 Prozent, die Umsatzentwicklung enttäuscht.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
Im Laufe des Tages:
- DE/Fortsetzung Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Lufthansa AG Boden, Technik, Systems,
Technik Logistik, Dienstleistungen, Cargo und Service Gesellschaft (LSG)
Mögliche vorgezogene Termine - auf Basis des Vorjahres geschätzt:
- DE/Drägerwerk AG & Co KGaA, Ergebnis 2Q
AUSBLICK KONJUNKTUR +
- US 20:00 Fed, Beige Book
FINANZMÄRKTE EUROPA
Eine Verkaufswelle schwappte über die Börsen, als aus den USA die Inflationsdaten veröffentlicht wurden. Der Inflationsdruck hat dort im Juni weiter zugenommen, wobei die Jahresrate auf den höchsten Stand seit fast 41 Jahren gestiegen war. Der Euro rutschte nach den US-Daten kurzfristig unter die Dollar-Parität, erholte sich aber schnell wieder. Auch Anleihen gerieten unter Druck, dürfte die US-Notenbank nun doch die Zinsen stärker anheben als bisher erwartet. In Folge stieg die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf zwischenzeitlich 1,20 Prozent. Gerresheimer zogen um 3,1 Prozent an. Das Ergebnis je Aktie habe die Prognosen deutlich geschlagen, so Händler. Bei Flatexdegiro (-2,2%) hatten sich Handelsaktivitäten und Kundenakquisition laut Deutscher Bank wie erwartet beträchtlich verringert. Die bereinigte EBIT-Marge habe die Erwartungen verfehlt. Fraport konnte beim Passagieraufkommen im Juni deutlich zulegen, der Wert schloss knapp im Minus. Für Allgeier ging es um 7,9 Prozent nach unten, weil die Bafin den Abschluss 2020 prüfen will. Renault (-2,1%) und Vitesco Technologies (+1,8%) kooperieren bei der Entwicklung von Leistungselektronik für Elektro- und Hybridantriebe. Telekom Austria stiegen um 0,8 Prozent. Das Unternehmen hatte besser als erwartet ausgefallene Zahlen vorgelegt.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:17 Mo, 17:42 % YTD EUR/USD 1,0088 +0,5% 1,0032 1,0077 -11,3% EUR/JPY 138,48 +0,9% 137,46 138,42 +5,8% EUR/CHF 0,9863 +0,1% 0,9852 0,9877 -4,9% EUR/GBP 0,8460 +0,2% 0,8424 0,8470 +0,7% USD/JPY 137,28 +0,3% 137,03 137,34 +19,3% GBP/USD 1,1924 +0,3% 1,1909 1,1897 -11,9% USD/CNH (Offshore) 6,7174 -0,3% 6,7297 6,7152 +5,7% Bitcoin BTC/USD 19.263,32 -0,4% 19.465,47 20.410,60 -58,3%
Der Euro geriet mit den extrem hohen US-Inflationsdaten zunächst unter Druck, weil diese ein noch forscheres Zinstempo der Fed suggierten. Doch war der erneute Inflationsanstieg vor allem den Benzinpreisen geschuldet, diese sind aber im Juli deutlich gesunken.
Der kanadische Dollar zieht derweil zu seinem US-Pendant an. Während über eine 100-Basispunkte-Zinserhöhung der US-Notenbank bislang nur spekuliert wird, hat die Bank of Canada diesen Schritt am Mittwoch schon vollzogen.
FINANZMÄRKTE OSTASIEN
Teilnehmer sprachen trotz der vielerorts zu verzeicxhnenden kleinen Aufschläge von Zurückhaltung vor dem mit Spannung erwarteten Bericht zu den US-Verbraucherpreisen. Aber neben der Fed drehen auch andere Notenbanken kräftig an der Zinsschraube. So haben gleich zwei Zentralbanken - die südkoreanische und die neuseeländische - den Leitzins um jeweils 50 Basispunkte erhöht. Kleinere Aufschläge an manchen Börsenplätzen wie Seoul führten Teilnehmer auch auf die am Vortag deutlich gesunkenen Ölpreise zurück. Derweil zeigten sich die asiatischen Währungen konsolidiert, wobei der Dollar gegen den Yen weiter zur Stärke neigte. Im Zuge der Rezessionsängste werden weitere Verluste der asiatischen Währungen gegen den Dollar erwartet. Am japanischen Markt sorgten Gewinne in Auto- und Luftfahrtwerten für leichte Aufschläge im Nikkei-225. Mit dem leichteren Ölpreis verloren Inpex 1,7 Prozent. Kräftige Aufschläge verbuchte der taiwanische Markt - beflügelt von der Aussicht auf staatliche Interventionen zur Stabilisierung des Marktes. In Hongkong beobachteten Händler eine technische Erholung nach zwei Verlusttagen. Die jüngste Bankenkrise im ländlichen Raum habe jedoch die Besorgnis der Anleger über die Auswirkungen der Verlangsamung des Immobiliensektors auf das Bankensystems geschürt, so KGI. Sorgen wegen der Covid-Pandemie und den Maßnahmen dagegen hatten zunächst in Festlandschina belastet, bis sich der Markt leicht ins Plus vorrobbte. Gestützt wurde er von positiven Exportdaten. In Südkorea halfen Fluglinien und Elektronikwerte dem Leitindex. Derweil hat die neuseeländische Zentralbank zum dritten Mal in Folge ihren Leitzins um 50 Basispunkte angehoben. Der Leitindex NZX-50 schloss knapp im Plus.
UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 13.30 UHR
INTERVIEW/Welche Chancen Merck-Preisträger Erb in Fotosynthese 2.0 sieht
Ein Team um den Biologen und Chemiker Tobias Erb am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg forscht daran, das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Luft abzuscheiden und in neue chemische Bausteine für andere nützliche Produkte umzuwandeln: Antibiotika, Nahrungsmittel oder Basischemikalien zum Beispiel. Außerdem könnte die Technologie zur Klimawende beitragen. Erb spricht im Interview mit Dow Jones Newswires von einer "Fotosynthese 2.0". Für diese Forschung erhält Erb am Mittwoch den mit 1 Million Euro dotierten "Future Insight Price" des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck.
Allgeier: Bafin-Prüfung ausschließlich wegen Nagarro-Abspaltung
Die Allgeier SE hat bekräftigt, dass die am Vortag bekanntgewordene Prüfung der Finanzaufsicht Bafin im Zusammenhang mit der Abspaltung der Nagarro SE steht. Es gehe dabei ausschließlich um die Darstellung der Abspaltungstransaktion im Konzernabschluss der Allgeier SE zum 31.Dezember 2020. Es gebe keine Auswirkungen auf die Unternehmen Allgeier und Nagarro. Auch die Transaktion selbst stehe nicht infrage.
Lufthansa streicht weitere 2.000 Flüge bis Ende August
Die Lufthansa streicht wegen Personalmangels weitere 2.000 Flüge bis Ende August. Annulliert würden Flüge von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München, sagte am Mittwoch ein Unternehmenssprecher. Zielrichtung sei weiterhin, mit der Streichung einzelner Flüge "das System zu entlasten". Es gebe "erste Indikationen", dass dies funktioniert.
Klöckner & Co übernimmt Hernandez Stainless und RSC Rostfrei Coilcenter
Der Stahlhändler Klöckner & Co verstärkt sich mit zwei Zukäufen. Die im SDAX notierte Klöckner & Co SE übernimmt nach eigenen Angaben über die deutsche Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service die Hernandez Stainless GmbH und die RSC Rostfrei Coilcenter GmbH. Über die Kaufpreise für beide Unternehmen wurde Stillschweigen vereinbart.
Salzgitter-AR gibt 723 Mio Euro für Dekarbonisierungsvorhaben frei
Die Salzgitter AG ist bei der Umsetzung ihres Programms zur Verringerung des CO2-Ausstoßes in der Stahlproduktion (Salcos) einen Schritt weiter gekommen: Der Aufsichtsrat gab nach Angaben des SDAX-Unternehmens in seiner heutigen Sitzung Eigenmittel in Höhe von 723 Millionen Euro für die erste Ausbaustufe des Vorhabens frei.
Südzucker rechnet mit deutlichem Gewinnanstieg im 2. Quartal
Nach der Bioethanoltochter Cropenergies hat sich auch die Konzernmutter Südzucker zuversichtlich über das erst zur Hälfte absolvierte zweite Quartal geäußert. Wie die Südzucker AG mitteilte, erwartet sie auch im Berichtszeitraum bis Ende August einen deutlichen Anstieg des EBITDA und des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahresniveau. Das sei maßgeblich auf Cropenergies zurückzuführen.
EU-Gericht: Kartellprüfung von Illumina-Grail-Deal ist rechtens
Die Entscheidung der EU-Wettbewerbsbehörde, die milliardenschwere Übernahme des Testentwicklers Grail durch das US-Unternehmen Illumina zu prüfen, ist rechtens, auch wenn die Transaktion nicht die traditionellen Kriterien für eine Prüfung erfüllt. Das bestätigte das Gericht der Europäischen Union, die zweithöchste gerichtliche Instanz der EU, am Mittwoch. Das Gerichtsurteil gibt einer im vergangenen Jahr angekündigten Änderung der Richtlinien rechtliche Rückendeckung, die darauf abzielt, die Aufsicht der EU auf einige Fusionen und Übernahmen auszudehnen, die in der Vergangenheit nicht unbedingt geprüft wurden.
Spirit Airlines verschiebt erneut Aktionärsvotum zu Fusion
Der Übernahmestreit um den US-Billigflieger Spirit nimmt kein Ende. Das Unternehmen hat das Votum der Aktionäre über den Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Frontier Group verschoben, um für Zustimmung bei den noch skeptischen Investoren zu werben. Spirit bekräftigte einmal mehr, dass das Unternehmen eine Übernahme durch Frontier gegenüber einem Kauf durch die ebenfalls interessierte Jetblue bevorzugt.
Severstal-Gläubiger sollen Rubel-Konten einrichten
Der Stahlhersteller Severstal hat seine Gläubiger aufgefordert, Rubel-Konten zu eröffnen, damit der russische Konzern auf diesem Wege seine Anleihen zurückzahlen kann. Anleihe-Inhaber über russische Verwahrer oder mit einem Konto in Rubel könnten Zahlungen erhalten, erklärte die Severstal PAO, und ermunterte die übrigen Anleihe-Gläubiger, es ihnen gleich zu tun. Aufgrund der Russland-Sanktionen sieht sich Severstal nicht in der Lage, Zahlungen an seine Anleihe-Gläubiger über die Hauptzahl- und Transferstelle Citibank zu leisten.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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(END) Dow Jones Newswires
July 13, 2022 12:34 ET (16:34 GMT)
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