DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Gaslieferung durch Pipeline Nord Stream 1 wieder aufgenommen
Nach Beendigung der Wartungsarbeiten fließt wieder Erdgas durch die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 1. "Es läuft an", sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Nord Stream AG am Donnerstagmorgen der Nachrichtenagentur AFP, ohne genauere Angaben zur Liefermenge zu machen. Der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die vom russischen Gaskonzern Gazprom angekündigte Gasmenge liege bei 30 Prozent der möglichen Auslastung. Die angemeldete Menge sei für die ersten zwei Stunden verbindlich, Veränderungen während des Tages wären "sehr ungewöhnlich", fuhr Müller fort.
Deutsche Steuereinnahmen sprudeln im Juni mit plus 26,3 Prozent
Die deutschen Steuereinnahmen sind im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26,3 Prozent gestiegen. Das Bundesfinanzministerium führte den Anstieg in seinem jüngsten Monatsbericht überwiegend auf das Plus von 29,6 Prozent bei den Gemeinschaftssteuern zurück. Bislang liegen die Steuereinahmen in diesem Jahr damit deutlich über den Schätzungen für das Plus im Gesamtjahr und könnten damit den Druck auf weitere staatliche Entlastungen wegen der hohen Inflation erhöhen.
Regierung Draghi in Italien vor dem Aus
Die Regierung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi steht vor dem Aus: Drei Koalitionspartner verweigerten am Mittwoch ihre Teilnahme an einer von Draghi geforderten Vertrauensabstimmung. Das Votum überstand der Regierungschef dann zwar, als Voraussetzung für seinen Verbleib im Amt hatte er jedoch die Unterstützung der Partner genannt. Die konservative Forza Italia des langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die rechte Lega des Populisten Matteo Salvini und die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) erklärten im Senat, sich nicht an dem Votum beteiligen zu wollen. Der italienische EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni warf den Parteien "Unverantwortlichkeit" vor und warnte vor einem politischen "Gewitter".
EU-Kommission treibt Verfahren für Mittelkürzungen gegen Ungarn voran
Die EU-Kommission treibt wegen anhaltender rechtsstaatlicher Verfehlungen in Ungarn ihr Verfahren zum Entzug von EU-Mitteln für das Land voran. "Die Kommission ist der Ansicht, dass Ungarn keine angemessenen Abhilfemaßnahmen vorgelegt hat", heißt es in einem Schreiben der Brüsseler Behörde, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Haushaltskommissar Johannes Hahn wurde demnach beauftragt, ein weiteres Warnschreiben nach Budapest zu senden.
Biden will Kampf gegen Klimawandel mit Dekreten vorantreiben
US-Präsident Joe Biden hat inmitten der Hitzewellen in Europa und den USA - und angesichts herber Niederlagen im Kongress und vor Gericht - neue Maßnahmen für den Kampf gegen den Klimawandel ergriffen. Biden stellte mehrere Dekrete mit Maßnahmen gegen die Erderwärmung und für den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels vor. Er warnte, der Klimawandel sei eine "existentielle Bedrohung für unsere Nation und die Welt".
Japans Exporte im Juni 16. Monat in Folge gestiegen
Japans Exporte sind im Juni den 16. Monat in Folge gestiegen. Getrieben von einer robusten Auslandsnachfrage nach Stahl und mineralischen Brennstoffen nahmen die Ausfuhren im vergangenen Monat um 19,4 Prozent zu, wie aus Daten des Finanzministeriums hervorgeht. Das ist mehr, als von Factset befragte Volkswirte mit im Mittel 16 Prozent erwartet hatten. Im Mai hatten die Exporte um 15,8 Prozent zugelegt.
Bank of Japan erwartet im laufenden Fiskaljahr 2,3 Prozent Inflation
In Japan dürfte die Inflation im laufenden Haushaltsjahr über das Ziel der Notenbank von 2 Prozent steigen. Wie aus dem vierteljährlichen Ausblick der Bank of Japan (BoJ) hervorgeht, rechnet sie im Fiskaljahr bis Ende März 2023 mit einer Kerninflation von 2,3 Prozent. Bisher war sie von 1,9 Prozent ausgegangen. Bei ihrer geldpolitischen Sitzung behielt die BoJ unterdessen ihre ultralockere Geldpolitik bei, um die wirtschaftliche Erholung des Landes von den Folgen der Corona-Pandemie zu unterstützen. So hält die BoJ an ihrem Minuszins von 0,10 Prozent und an dem Zielwert für die zehnjährige Staatsanleihe von null fest.
+++ Konjunkturdaten +++
Frankreich/Geschäftsklima Juli 106 (Juni: 108)
Frankreich/Geschäftsklima Juli PROGNOSE: 106,5
DJG/DJN/AFP/apo
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July 21, 2022 03:00 ET (07:00 GMT)
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