DJ Fed-Protokoll: Notenbanker befürworten Anhebung der Zinssätze
Von Greg Robb
WASHINGTON (Dow Jones)--Die US-Notenbanker sind bei ihrer Ratssitzung am 26. und 27. Juli der Auffassung gewesen, dass es notwendig sei, den Leitzins hoch genug anzusetzen, um die Wirtschaft zu verlangsamen und die Inflation zu bekämpfen, die nach wie vor weit über ihrem Ziel von 2 Prozent liegt.
Dies sei auch unter dem Gesichtspunkt des Risikomanagements klug, weil es den Offenmarktausschuss (FOMC) besser in die Lage versetzen würde, den Leitzins weiter anzuheben auf ein angemessen restriktives Niveau, falls die Inflation höher als erwartet ausfallen sollte.
Wie aus dem jetzt veröffentlichten Protokoll der Beratungen hervor geht, waren "einige" Notenbanker der Meinung, dass das Niveau des Leitzinses weiterhin "unter dem kurzfristigen neutralen Niveau" liege.
Die US-Notenbank hatte ihre Zinsen Ende Juli zum zweiten Mal in Folge um 75 Basispunkte angehoben. Sie reagierte damit auf eine unerwartet dynamische Inflationsentwicklung. Verschiedene FOMC-Mitglieder haben zuletzt aber vor allzu raschen und starken Zinserhöhungen gewarnt. Dies geschah allerdings unter dem Eindruck eines deutlichen Inflationsrückgangs im Juli, der sich zum Zeitpunkt der FOMC-Beratungen noch nicht abzeichnete.
Viele Analysten nehmen an, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wegen der starken Straffung der Geldpolitik früher oder später sinken wird. Gegen eine baldige Rezession spricht allerdings der nach wie vor sehr starke Arbeitsmarkt.
Mitarbeit: Hans Bentzien
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August 17, 2022 14:25 ET (18:25 GMT)
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