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MÄRKTE EUROPA/Aktien-Talfahrt hält mit Rezessions- und Zinssorgen an

DJ MÄRKTE EUROPA/Aktien-Talfahrt hält mit Rezessions- und Zinssorgen an

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach der Talfahrt zum Wochenschluss setzt sich diese an den europäischen Aktienmärkten am Montag fort. Zinserhöhungssorgen gepaart mit Rezessionsängsten seien keine gute Kombination für Aktien, heißt es im Handel. Nach der falkenhaften Rede von US-Notebankchef Jerome Powell auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole müsse sich der Markt neu positionieren.

Die US-Börsen schlossen am Freitag mit kräftigen Verlusten. Vor allem zinsempfindliche Titel wie Technologiewerte brachen ein. Der DAX zeigt sich am Montagmorgen knapp über der Marke von 12.800 Punkten mit einem Abschlag von 1,2 Prozent auf 12.819 Zähler. Der Euro-Stoxx-50 gibt 1,4 Prozent nach. Erste Eindeckungen von Leerverkaufspositionen, die vor der Powell-Rede aufgebaut worden seien, verhinderten einen noch tieferen Fall der Kurse, heißt es im Handel.

Markt wird für Leichtfertigkeit bestraft 

Der Markt sei extrem leichtfertig in die Powell-Rede gegangen. "In nur 8 Minuten Rede hat Powell gezeigt, dass die eine Woche Seitwärtsbewegung davor falsch war", kommentiert ein Händler. Der Markt habe die Inflationswarnungen einzelner US-Notenbankmitglieder immer wieder auf die leichte Schulter genommen und nach einem erwarteten Spitzensatz von 3,75 Prozent in den USA im Frühjahr schon ab dem Herbst 2023 mit Zinssenkungen gerechnet. "Das war völlig unangemessen", so der Händler. Entsprechend zeigt sich die Schockreaktion des Marktes vor allem in den längerlaufenden Rentenkurven, die überdeutlich verloren.

Zwar konzentriert sich der Markt eindeutig auf die US-Geldpolitik, doch nun mehren sich auch die falkenhaften Verlautbarungen aus dem Kreise der Europäischen Zentralbank. Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau hat sich für eine deutliche Leitzinsanhebung im September ausgesprochen. Beim geldpolitischen Symposium in Jackson Hole sagte er, die EZB müsse ihre Zinsen auf ein neutrales Niveau anheben, was bis Jahresende geschafft sein könne, wenn die EZB ihre Zinsen im September "signifikant" erhöhe.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel plädierte indes für ein entschlossenes Vorgehen gegen die sehr hohe Inflation. Zwar warnte EZB-Direktor Fabio Panetta vor zu starken Zinsschritten, allerdings wollen einige "Falken" laut einem Bericht über einen Zinsschritt von 75 Basispunkten diskutieren. Parallel zu den Debatten über steigende Zinsen warnen indes immer mehr Volkswirte vor einer Rezession in Europa.

Technologiewerte unter Druck 

Mit Minuszeichen in sämtlichen Branchen haben die Börsen eröffnet. Relativ stabil mit Verlusten um 0,2 Prozent zeigen sich Ölwerte als Gewinner der Energiekrise. Versicherungs- und Bankentitel geben angesichts der Aussicht auf steigende Zinsen nur um rund 0,5 Prozent nach. Technologie-Aktien sind wie befürchtet die Hauptverlierer mit minus 1,5 Prozent. Damit kommt es anders als befürchtet nicht zu einem breiten Ausverkauf. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte nach der falkenhaften Powell-Rede sogar über 4 Prozent verloren.

Nach dem Sturz der italienischen Regierung wackelt der Verkauf der staatlichen Fluggesellschaft ITA an die Lufthansa. Die hält sich mit einem Abschlag von 0,7 Prozent etwas besser als der Gesamtmarkt. Giorgia Meloni, Favoritin vor den Wahlen am 25. September, will den Verkauf von ITA Airways stoppen. Im römischen Finanzministerium haben die Großreederei MSC des Italieners Gianluigi Aponte und die Lufthansa vor einer Woche ihr viertes Übernahmeangebot für ITA abgegeben, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %    absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.554,99    -1,4%    -48,69   -17,3% 
Stoxx-50        3.577,51    -0,9%    -33,31    -6,3% 
DAX          12.818,79    -1,2%    -152,68   -19,3% 
MDAX          25.266,39    -1,0%    -257,30   -28,1% 
TecDAX         2.939,28    -1,4%    -40,49   -25,0% 
SDAX          11.877,37    -0,8%    -100,85   -27,6% 
FTSE            0,00      0%     0,00    +0,6% 
CAC           6.194,56    -1,3%    -79,70   -13,4% 
 
Rentenmarkt       zuletzt          absolut   +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    1,52           +0,13    +1,70 
US-Zehnjahresrendite    3,10           +0,06    +1,59 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- % Mo, 8:25 Uhr Fr, 17:31h  % YTD 
EUR/USD          0,9942    -0,2%    0,9933   1,0003  -12,6% 
EUR/JPY          138,01    +0,7%    137,84   137,24  +5,5% 
EUR/CHF          0,9636    +0,2%    0,9635   1,0377  -7,1% 
EUR/GBP          0,8517    +0,3%    0,8515   0,8492  +1,4% 
USD/JPY          138,82    +0,9%    138,80   137,21  +20,6% 
GBP/USD          1,1673    -0,5%    1,1665   1,1779  -13,7% 
USD/CNH (Offshore)    6,9302    +0,5%    6,9273   6,8810  +9,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        19.815,04    -0,8%   19.836,74  20.829,06  -57,1% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.     +/- %   +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         93,70    93,06     +0,7%    +0,64  +32,0% 
Brent/ICE         101,50    100,99     +0,5%    +0,51  +36,3% 
GAS                VT-Settlem.          +/- EUR 
Dutch TTF         294,99    339,20    -13,0%   -44,21 +405,1% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag     +/- %   +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.721,74   1.737,80     -0,9%   -16,06  -5,9% 
Silber (Spot)       18,56    18,91     -1,8%    -0,35  -20,4% 
Platin (Spot)       853,30    867,25     -1,6%   -13,95  -12,1% 
Kupfer-Future        3,61     3,70     -2,5%    -0,09  -18,6% 
YTD zu Vortagsschluss 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/smh

(END) Dow Jones Newswires

August 29, 2022 03:33 ET (07:33 GMT)

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© 2022 Dow Jones News
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