DJ Uniper beantragt Erweiterung der KfW-Kreditfazilität
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Energiekonzern Uniper hat wegen der anhaltenden Gas-Lieferunterbrechungen Russlands weiterhin erheblichen Liquiditätsbedarf. Wie der MDAX-Konzern mitteilte, hat er weitere 2 Milliarden Euro der bestehenden Kreditfazilität bei der KfW-Bankengruppe in Anspruch genommen und damit die Fazilität von 9 Milliarden Euro vollständig abgerufen. Da weiter erheblicher Liquiditätsbedarf besteht, wurde eine Erhöhung der Kreditfazilität um weitere 4 Milliarden Euro beantragt.
Aufgrund der verminderten Gaslieferungen Russlands ist Uniper gezwungen, die fehlende Menge zu deutlich höheren Preisen am Markt einzukaufen. Hinzu kommt, dass der Konzern für einen großen Teil seiner Verkaufsgeschäfte für Gas und Strom Sicherheitsleistungen (so genannte "Margining") hinterlegen muss. Insbesondere diese Sicherheitsleistungen haben die Liquiditätssituation des Konzerns laut Mitteilung zuletzt stärker belastet.
"So lange die Energiepreise in Europa steigen, wird auch der Bedarf an liquiden Mitteln ansteigen", so Uniper-CEO Klaus-Dieter Maubach laut Mitteilung. "Die heute beantragte Erweiterung der Kreditlinie sichert die Energielieferungen, die wir unseren Kunden versprochen haben und stabilisiert damit die Energiemärkte."
Uniper hatte Mitte August einen Verlust von über 12 Milliarden Euro für das erste Halbjahr ausgewiesen. Grund hierfür waren vor allem die Kosten für Ersatzbeschaffungen als Folge der von Russland deutlich gedrosselten Gasliefermengen.
Aufgrund der massiv auflaufenden Verluste war Uniper in erhebliche Schieflage gekommen und musste von der Bundesregierung im Juli durch ein Rettungspaket stabilisiert werden. Es sieht u.a. vor, dass der Bund im Zuge einer Kapitalerhöhung 30 Prozent an der Uniper SE übernimmt. Auch wurde ein KfW-Darlehen von 2 auf 9 Milliarden Euro aufgestockt.
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August 29, 2022 07:43 ET (11:43 GMT)
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