Wien (www.anleihencheck.de) - Leitzinserhöhungen der EZB von 250 Basispunkten hören sich (vordergründig) nach viel an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.Dies gelte vor allem nach der langen Phase der Niedrigzinsen. Allerdings sei nicht zu vergessen, dass etwa die Deutsche Bundesbank in den 1970/80er Jahren im Kontext ähnlicher Inflationsherausforderungen wie derzeit mit Leitzinserhöhungen von 400 bis 450 Basispunkten habe reagieren müssen. Sicher sei die EZB nicht die Bundesbank und sie habe sich zu einer pragmatischeren Institution "angelsächsischer" Prägung gewandelt. Wobei solch eine "angelsächsische" geldpolitische Ausrichtung der "Inflationssteuerung" im aktuellen Umfeld auch entschiedene Zinserhöhungen rechtfertige. Insofern sei nicht auszuschließen, dass der "robuste Kontrollansatz" der EZB zu mehr Zinserhöhungen führe als vergangene Zyklen. In gewisser Weise solle, der benannte "robuste Kontrollansatz" vielleicht sogar an entschiedene geldpolitische Straffungen der Vergangenheit bzw. der Deutschen Bundesbank erinnern. Immerhin habe die Bundesbank in den 1970er/80er Jahren den Leitzins auch in "nur" 10 bis 15 Monaten entschieden nach oben geschleust. Damals sei die Deutsche Bundesbank die einzige Notenbank der G-7 Länder gewesen, die eine Inflationsrate im zweistelligen Bereich habe verhindern können. Insofern könnte ein zu zögerliches geldpolitisches Handeln derzeit dazu führen, dass teils geldpolitische Fehler der 1970er Jahre wiederholt würden. Selbstredend seien in heutigen Zeiten der umfassenden Marksteuerung durch Notenbanken und vor allem im Lichte der umfassenden Marksteuerung der EZB der letzten Jahre bei einer entschiedenen geldpolitischen Reaktion auch Abfederungen notwendig. Insofern werde spannend sein, wann die EZB ihre Zurückhaltung bei der Nutzung des neuen Anleihekaufprogrammes (TPI) aufgeben werde (müssen). ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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