DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Scholz: Gaspreise im Augenblick viel höher als gerechtfertigt
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den inzwischen hohen Gasspeicherstand in Deutschland unterstrichen und die Absicht bekräftigt, zu einer Senkung der derzeit zu hohen Gaspreise zu kommen. "Das Wichtigste ist, dass wir alles dafür tun, dass die Preise sinken, und dazu haben wir auch Möglichkeiten", sagte Scholz bei einer Pressekonferenz mit EU-Ratspräsident Charles Michel. "Auch das ist vielleicht für die Märkte die Botschaft: Die Preise sind im Augenblick viel höher, als sie gerechtfertigt sind." Scholz betonte, die Speicher seien gefüllt worden, als dazu die Zeit bestanden habe.
Habeck geht von Erreichen von 95 Prozent Gas-Speicherstand aus
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) geht davon aus, dass ungeachtet des russischen Lieferstopps das Ziel erreicht wird, die Gasspeicher in Deutschland für den Winter zu 95 Prozent zu füllen. Habeck verwies am Freitag am Rande von EU-Beratungen in Brüssel darauf, dass bereits ein Stand von 87 Prozent erreicht sei und es trotz der ausbleibenden Gaszufuhren aus Russland immer noch gelinge, dass täglich jeweils etwa 0,5 Prozentpunkte hinzukommen.
Deutschland und vier weitere EU-Länder wollen Mindeststeuer 2023 - Erklärung
Deutschland und vier weitere Länder der Europäischen Union (EU) haben sich in einer Erklärung entschlossen gezeigt, die vereinbarte globale Mindestbesteuerung 2023 in der EU umzusetzen. "Während die Inflation die Kaufkraft unserer Mitbürger hart trifft, müssen die Unternehmen ihren fairen Anteil der Belastung tragen, um die Auswirkung der globalen Energiekrise abzumildern", erklärten Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande und Spanien in der auf Englisch im Zuge eines EU-Finanzministertreffens in Prag gefassten Erklärung.
DGB-Chefin sieht keinen Anlass zur Zurückhaltung bei Lohnforderungen
DGB-Chefin Yasmin Fahimi sieht mit Blick auf die nächste konzertierte Aktion der Sozialpartner "keinen Anlass zur Zurückhaltung" bei Lohnforderungen. Sie sagte dem Spiegel, das derzeitige Problem seien die explodierenden Energiepreise, gestörte Lieferketten und die Gefahr, dass Kaufkraft und Binnennachfrage sinken. "Das sollte uns zusätzlich motivieren, die Reallöhne anzuheben", sagte sie.
Merz eröffnet CDU-Parteitag mit scharfer Kritik an Ampel-Regierung
Mit scharfen Angriffen auf die Bundesregierung hat der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz den Bundesparteitag der CDU in Hannover eröffnet. Während in der aktuellen Krise Führung und klarer Kurs gefordert sei, "leistet sich unser Land eine der wohl schwächsten Bundesregierungen aller Zeiten", sagte Merz vor den Delegierten in Hannover. Der Vorsitzende rief seine Partei zu auf, ein überzeugendes Gegenangebot zu machen: Um das Land in Schwung zu bringen, "müssen wir uns selbst Schwung geben", sagte Merz.
Bank of England verschiebt Zinstreffen wegen Trauerzeit
Die Bank of England (BoE) hat angekündigt, ihre Zinsentscheidung um eine Woche zu verschieben. Grund dafür ist die Trauerzeit nach dem Tod von Königin Elisabeth II. Die Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses der BoE wird nun am 22. September um 12.00 Uhr Ortszeit veröffentlicht. Die Finanzmärkte rechnen mit einer Erhöhung der Zinssätze um 75 Basispunkte auf 2,50 Prozent, während viele Ökonomen eine Erhöhung um 50 Punkte für wahrscheinlicher halten.
Fed/Waller für weitere "signifikante" Zinserhöhung im September
Fed-Gouverneur Christopher Waller hat sich für eine Fortsetzung der großen Zinsschritte der US-Notenbank ausgesprochen. "Mit Blick auf unsere nächste Sitzung unterstütze ich eine weitere signifikante Zinserhöhung", sagte er laut Redetext für eine Konferenz in Österreich. Solch ein Schritt sei notwendig, um den Zinssatz auf ein Niveau zu bekommen, auf dem die Nachfrage "klar eingeschränkt" wird.
USA verhängen nach mutmaßlichem Cyber-Angriff auf Albanien Sanktionen gegen Iran
Nach Bekanntwerden eines mutmaßlichen iranischen Cyberangriffs auf das Nato-Mitglied Albanien haben die USA Sanktionen gegen das Geheimdienstministerium in Teheran bekanntgegeben. Washington werde die "zunehmend aggressiven Cyber-Aktivitäten" des Iran gegen die USA oder verbündete Staaten nicht dulden, erklärte Finanzstaatssekretär Brian Nelson am Freitag.
+++ Konjunkturdaten +++
US/Lagerbestände Großhandel Juli +0,6% (PROG: +0,8%)
Brasilien Verbraucherpreise Aug -0,36% (Juli: -0,68%)
Brasilien Verbraucherpreise 12-Monats-Rate Aug +8,73% (Juli: +10,07%)
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September 09, 2022 13:00 ET (17:00 GMT)
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