DJ Bund erwägt notfalls Komplettverstaatlichung von Uniper - Agentur
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesregierung erwägt nach Informationen von Bloomberg, eine Mehrheit am Versorger Uniper zu übernehmen und damit einen deutlich höheren Anteil als im Juli mit dem Rettungspaket vereinbart. Uniper brauche über die vereinbarten Hilfen hinaus weitere Unterstützung, zitiert die Nachrichtenagentur mit der Situation vertraute Personen. Berlin sei auch bereit, den größten Gasimporteur des Landes vollständig zu verstaatlichen, falls dies notwendig werde, um einen Zusammenbruch der Energieversorgung zu verhindern.
Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich dazu nicht äußern. Man beteilige sich nicht an Spekulationen, sagte Ministeriumssprecherin Beate Baron. "Wie bekannt sind wir mit Uniper in Gesprächen. Nähere Informationen kann ich aktuell nicht geben." Von Uniper war kurzfristig keine Stellungnahme zu bekommen.
In einer aktuellen Mitteilung von Uniper-Mehrheitsaktionär Fortum heißt es, angesichts der erhöhten Unsicherheiten im operativen Umfeld suchten Bund und Uniper auch nach "alternativen Lösungen" über die im Rettungspaket vom Juli vereinbarten Maßnahmen hinaus. Nach dem Lieferstopp von russischem Gas hätten sich die finanziellen Verluste von Uniper seither aufgrund der höheren Gasbeschaffungskosten "schnell und deutlich erhöht".
Im Juli hatten der Bund und Uniper ein Rettungspaket im Gesamtvolumen von 20 Milliarden Euro für das systemrelevante Unternehmen geschnürt. Es sieht vor, dass sich der Bund im Wege einer Kapitalerhöhung mit 30 Prozent an Uniper beteiligt. Der Anteil des staatlichen finnischen Versorgers würde sich dadurch auf etwa 56 Prozent verwässern.
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September 14, 2022 05:25 ET (09:25 GMT)
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