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ZIA-Umfrage: Stimmung in der Immobilienwirtschaft bleibt angespannt

DJ ZIA-Umfrage: Stimmung in der Immobilienwirtschaft bleibt angespannt

Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft hat sich gegenüber dem vorigen Quartal leicht verbessert, bleibt aber insgesamt aufgrund der schwierigen ökonomischen Gesamtlage angespannt. Der ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex des Spitzenverbands der Immobilienwirtschaft (ZIA) stieg auf 21,8 Punkten nach 21,5 Punkten im Vorquartal. Vor einem Jahr wurden hier noch 71,7 Punkte registriert. Die Veränderung bei den Erwartungen fiel hingegen deutlich besser aus. Dieser Wert liegt nun bei minus 21,2 nach minus 42,9 Punkten im Vorquartal.

"Die Unternehmen blicken mit Sorge auf die Gesamtlage. Sie erwarten aktuell allerdings mehrheitlich keine wesentliche weitere Verschlechterung", sagte Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte beim IW Köln, zu den Ergebnissen. Am Immobilienmarkt sei der Bedarf noch so groß wie vor Beginn der Krisen. Wenn es gelingt, weitere Kostensteigerungen einzudämmen, könne sich die Lage stabilisieren. "Die weitere Entwicklung ist schwer vorherzusagen. Aus heutiger Sicht ist eine Seitwärtsbewegung der Branche oder sogar ein leichter Trend nach oben am wahrscheinlichsten", so die Erwartungen von Voigtländer.

Veränderungstempo dem Ernst der Lage anpassen 

ZIA-Präsident Andreas Mattner mahnte angesichts der ernsten Gesamtlage, dass die Branche keine weiteren Einschränkungen im Mietrecht oder beim Plan- und Baurecht vertrage. Politiker in Deutschland könnten die dramatische globale Entwicklung, die mit Russlands Angriff auf die Ukraine eine neue Dynamik erreichte, nicht abwenden. Sie könnten aber die Folgen deutlich abmildern. "Die Gesamtlage ist ernst, komplett unabänderlich ist sie nicht", sagte Mattner.

Ein Deckel bei den Gaspreisen sowie modulares und serielles Bauen bieten sich aus ZIA-Sicht als besonders effektive Beschleuniger an. "Unser Hauptanliegen: Anpacken. Jetzt", so Mattner. "Das Veränderungstempo muss unbedingt dem Ernst der Lage angepasst werden."

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen rüste sich die Immobilienbranche laut Umfrage verstärkt für gestiegene energetische Anforderungen, um den Klimawandel abzubremsen und Energiekosten zu drücken. Konkret ginge es zum Beispiel darum, ob Immobilienunternehmen zunehmend mit Anlagen wie Solardächern, Pellet-Heizungen etc. selbst aktiv sind oder werden.

Von 38,6 Prozent der befragten Unternehmen werden demnach solche Möglichkeiten bereits genutzt, bei 59,3 Prozent gebe es weitere Planungen. Besonders häufig kommen diese Techniken offenbar im Neubau zum Einsatz, so die Ergebnisse der Umfrage.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/hab

(END) Dow Jones Newswires

September 23, 2022 04:31 ET (08:31 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
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