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MÄRKTE EUROPA/Börsen starten schwach ins Schlussquartal

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen starten schwach ins Schlussquartal

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte notieren zum Start in das vierte Quartal am Montag schwach. Belastend wirken sich weiterhin die anhaltenden Sorgen um weitere kräftige Zinsschritte der Notenbanken und eine damit immer wahrscheinlicher werdende Rezession aus. Der DAX verliert 0,7 Prozent auf 12.026 Punkte. Seit Jahresbeginn hat der Index nun 24 Prozent verloren. Optimisten setzen darauf, dass der deutsche Leitindex in den kommenden drei Monaten noch etwas aufholen kann. Dafür spricht die Statistik, wonach das vierte Quartal das Beste am deutschen Aktienmarkt. An der deutschen Börse findet trotz des Tags der deutschen Einheit ein regulärer Handel statt. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,9 Prozent auf 3.290 Punkte nach unten. Bundesanleihen rentieren kaum verändert, auch der Euro tritt mit 0,9777 Dollar ebenfalls auf der Stelle.

Schwächere PMIs und Opec-Politik belasten leicht 

Keine Freude verursachen die bislang vorgelegten Revisionen der Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für die Industrie. Vor allem die Länder mit Schlüsselindustrien wie Taiwan ragten mit 42,2 Punkten sehr negativ hervor. Dies werde von einzelnen positiven Ausreißer wie Irlands Anstieg auf 51,5 nicht aufgewogen. Der PMI in Frankreich war etwas schlechter, Italiens deutlich besser und der Deutschlands wurde auf 47,8 nach unten genommen. Dadurch ging auch der Eurozone-PMI leicht auf 48,4 zurück.

"Unfassbar eigentlich, dass die Opec vor dem Hintergrund einer derartigen Wirtschaftsabschwächung die Ölpreise durch Produktionskürzungen erhöhen will", so ein Händler. Mit steigenden Ölpreisen seien die Erholungshoffnungen für kommende PMI-Lesungen gering. Die Opec+ zieht wegen der stark gefallenen Ölpreise offenbar die drastischste Produktionskürzung seit Beginn der Corona-Pandemie in Erwägung. Beim Treffen am 5. Oktober werde eine Reduzierung der Förderquoten um mehr als eine Million Barrel pro Tag anvisiert, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Der Sektor der europäischen Öl- und Gaswerte ist mit plus 2,0 Prozent der größte Gewinner.

Das Pfund steigt nach der Meldung, dass die britische Regierung einen Rückzieher gemacht und die versprochene Senkung des Einkommensteuersatzes für Spitzenverdiener fallen gelassen hat. Die britische Devise klettert wieder auf das Niveau vor der Ankündigung des Haushalts. Laut ING rechtfertigt die neue Ankündigung zwar nicht, dass das Pfund viel höher notiert, aber es mindert das Risiko, dass es zum Dollar auf Parität sinkt. Denn der Rückzieher belege, dass die Downing Street den Finanzmärkten mehr Respekt entgegenbringt.

Der RWE baut Solar-Geschäft aus 

Positiv wird bei RWE (+1,8%) der Milliardenkauf in den USA gesehen. Der Erwerb von Con Edison Clean Energy Businesses (CEB) für 6,8 Milliarden Dollar oder dem 11-fachen des EBITDA erfolgt nach Einschätzung von Jefferies zu einer angemessenen Bewertung. Gleich drei positive Aspekte ergeben sich für die Analysten: So erhalte RWE eine führende Position auf dem US-Markt für erneuerbare Energien. Der Zukauf werde sich zudem positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken - Jefferies kalkuliert mit 0,4 bis 2 Prozent Zuwachs für das Geschäftsjahr 2023/24. Und zuletzt bedeute der Kauf eine 20-prozentige Erhöhung der RWE-Wachstumsziele für erneuerbare Energien, die auf dem Kapitalmarkt für 2021 genannt worden seien. Insgesamt werde die Transaktion als positiver strategischer Schritt von RWE angesehen.

Als positiv für United Internet (+0,7 %) wird die leicht erhöhte Gewinnprognose für das Gesamtjahr gewertet. Der Internet-Dienstleister hatte am Freitagabend mitgeteilt, er sehe etwas geringere Kosten beim Netzausbau. Das EBITDA soll daher bei rund 1,27 statt erwarteter 1,259 Milliarden Euro liegen.

Die Aktie der Credit Suisse bricht in Zürich um 7,5 Prozent ein und hat damit in den vergangenen Wochen rund 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Nach dem Kurseinbruch im September hatte CEO Ulrich Körner am Freitag mit einem Rundschreiben an die Angestellten für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Aktienbewegungen sollten nicht verwechselt werden mit der Liquidität oder Kapitalstärke der Bank, hieß es.

Börsenhändler sprechen von einem "klassischen Beispiel des Streisand-Effekts". "Das hat die Unsicherheiten erst so deutlich nach außen getragen und genau das Gegenteil der eigentlich beabsichtigten, beruhigenden Wirkung erreicht", sagt ein Händler. Die Kreditausfallversicherungan auf die bei Credit Suisse notieren derweil auf Jahreshoch. Die verschlechterte Marktlage deutet darauf hin, dass es der Credit Suisse schwer fallen könnte bei einer Kapitalerhöhung die geplante Restrukturierung zu bezahlen.

ABB-Spin-off Accelleron bei Marktdebüt 1,73 Milliarden Franken wert 

Accelleron Industries AG, das Spin-off von ABB, ist an ihrem ersten Handelstag an der SIX Swiss Exchange rund 1,73 Milliarden Franken wert. Die Accelleron-Aktien begannen den Handel bei 18 Franken, aktuell handeln sie bei 18,05 Franken. Accelleron ist ein Anbieter von Turboladertechnologien und Optimierungslösungen für Motoren von 500 kW bis zu über 80 MW. 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 750 Millionen US-Dollar. ABB notieren 5,9 Prozent im Minus, wobei 5 Prozent auf die Abspaltung zurückzuführen sei, heißt es.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %   absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.289,52    -0,9%   -28,68     -23,5% 
Stoxx-50        3.312,36    -0,6%   -19,45     -13,3% 
DAX          12.026,00    -0,7%   -88,36     -24,3% 
MDAX          22.115,33    -1,1%   -254,69     -37,0% 
TecDAX         2.654,61    -0,6%   -16,21     -32,3% 
SDAX          10.367,00    -1,5%   -155,69     -36,8% 
FTSE          6.850,84    -0,6%   -42,97     -6,6% 
CAC           5.702,28    -1,0%   -60,06     -20,3% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,09          -0,02     +2,27 
US-Zehnjahresrendite    3,77          -0,06     +2,26 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %  Mo, 8:14 Fr, 17:13 Uhr  % YTD 
EUR/USD          0,9777    -0,2%   0,9824     0,9803  -14,0% 
EUR/JPY          141,86    +0,1%   142,28     141,78  +8,4% 
EUR/CHF          0,9670    +0,0%   0,9665     1,0185  -6,8% 
EUR/GBP          0,8725    -0,4%   0,8723     0,8781  +3,8% 
USD/JPY          145,11    +0,3%   144,85     144,61  +26,1% 
GBP/USD          1,1204    +0,2%   1,1260     1,1165  -17,2% 
USD/CNH (Offshore)    7,1489    +0,3%   7,1417     7,1281  +12,5% 
Bitcoin 
BTC/USD        19.197,72    -0,0%  19.234,20   20.133,61  -58,5% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.    +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         82,54    79,49    +3,8%     +3,05  +17,3% 
Brent/ICE         88,55    85,14    +4,0%     +3,41  +20,4% 
GAS                VT-Settlem.          +/- EUR 
Dutch TTF         175,91    188,80    -6,8%     -12,90 +186,8% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag    +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.664,55   1.660,53    +0,2%     +4,01  -9,0% 
Silber (Spot)       19,36    19,03    +1,7%     +0,33  -17,0% 
Platin (Spot)       867,20    864,55    +0,3%     +2,65  -10,6% 
Kupfer-Future        3,39     3,44    -1,4%     -0,05  -23,4% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

(END) Dow Jones Newswires

October 03, 2022 07:00 ET (11:00 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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