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MÄRKTE EUROPA/Gewinnmitnahmen nach Vortagsrally

DJ MÄRKTE EUROPA/Gewinnmitnahmen nach Vortagsrally

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach der fulminanten Erholungsrally der vergangenen beiden Handelstage haben an den europäischen Börsen am Mittwoch Gewinnmitnahmen eingesetzt. Der DAX verliert am Mittag 0,8 Prozent auf 12.565 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt knapp 1 Prozent ab auf 3.451 Punkte. Auch der Euro kommt wieder etwas zurück auf gut 0,99 Dollar, nachdem er am Dienstagabend noch die Parität getestet hatte. Und am Rentenmarkt hat nun ebenfalls eine Gegenbewegung eingesetzt, die Renditen der Bundesanleihen ziehen wieder etwas an.

Im Fokus steht weiter die Entwicklung der US-Zinsen. Deren Rückgang hatte zuletzt für die Kursrally an den Anleihenmärkten gesorgt und damit auch die Aktien nach oben gezogen. Der US-Markt rechnet aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 64 Prozent mit einer Zinserhöhung der Fed um weitere 75 Basispunkte auf der nächsten Sitzung.

Die Société Générale ist aber skeptisch, ob die Treasury-Preise noch viel Spielraum nach oben haben. "Ich bin der Meinung, dass die Rally am Anleihemarkt so weit wie möglich fortgeschritten ist. Wenn die Renditen wieder steigen, werden die Aktien zu kämpfen haben und der Dollar wird wieder anziehen", sagt Kit Juckes, globaler Makrostratege.

Autozulieferer schwach - und Tesco nach Zahlen 

Unter Druck stehen die Aktien der Autohersteller und ihrer Zulieferer mit einem Minus ihres Stoxx-Subindex von 2,7 Prozent. Valeo und Faurecia fallen um je 5,2 Prozent, im DAX geben Conti sogar 6 Prozent ab. Auch die Papiere des Einzelhandels verlieren wieder deutlich an Boden. In London fallen Tesco um 3,4 Prozent. Die Citi-Analysten glauben zwar, dass der nach Marktanteilen größte britische Einzelhändler in der Lage sein werde, nachhaltiges Wachstum über alle Zyklen hinweg zu erzielen. Im ersten Halbjahr ist der Gewinn aber gesunken, und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Aldi und Lidl gehe zu Lasten der Margen, heißt es bei AJ Bell. Am deutschen Markt geben Metro 5,2 Prozent ab.

Auch die Titel der Banken, der rohstoffnahen Basic Resources und der Telekom-Branche geben gemessen an ihren Stoxx-Indizes überdurchschnittlich nach. Im Plus steht lediglich der Index der Pharma-Titel, der sich mit einem Plus von 0,2 Prozent gut behauptet. Nahrungsmittel- und Technologie-Aktien kommen mit vergleichsweise geringen Abschlägen davon.

Infineon gegen den Trend fest 

Im DAX stehen neben Conti auch Mercedes und Siemens Energy mit etwa 3 Prozent Minus unter Druck. Gegen den Trend steigen Infineon um weitere 1,7 Prozent: Analysten berichten von einer Unternehmenspräsentation zum Bereich Automotive, die positiv aufgenommen worden sei. Stark und dynamisch entwickle sich der Bereich SiC (Siliziumkabid-Leistungshalbleiter), so die Analysten von Jefferies. Equita verweist darauf, dass Infineon seit der Corona-Pandemie die Preise der laufenden Verträge eingehalten habe, das Haus sieht hier nun ein erhebliches Potenzial für Steigerungen.

Weniger positiv haben sich Analysten zu Wacker Chemie geäußert. Die Aktien fallen nach Kurszielsenkungen um 4,3 Prozent.

Opec-Treffen berät wohl über Förderkürzung 

Der Index der Öl-Aktien fällt um 0,9 Prozent. Die Ölpreise zeigen sich kaum verändert. Die Bewegungen dürften sich im Vorfeld des Treffens der Opec+ im Tagesverlauf im Rahmen halten. Dort wird voraussichtlich über eine Produktionskürzung um bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag beraten. "Der stellvertretende russische Ministerpräsident Novak wird teilnehmen, was darauf hindeutet, dass die Gruppe auf eine erhebliche Produktionskürzung vorbereitet ist und Einigkeit zeigt", sagt Stephen Innes, Marktstratege bei SPI Asset Management.

Shop Apotheke erfreut mit Umsatzanstieg 

Um 4,2 Prozent nach oben geht es mit den Aktien der Shop Apotheke. Hier konnte der Umsatz bei den nicht verschreibungspflichtigen Produkten im dritten Quartal um 22 Prozent gesteigert werden, Analysten hatten eine Zunahme um über 20 Prozent erwartet. Besonders positiv wird gewertet, dass eine positive bereinigte EBITDA-Marge für das Quartal erwartet wird.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %   absolut +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.456,61    -0,8%   -27,87   -19,6% 
Stoxx-50        3.428,53    -0,5%   -18,54   -10,2% 
DAX          12.575,82    -0,7%   -94,66   -20,8% 
MDAX          23.186,99    -1,3%   -311,81   -34,0% 
TecDAX         2.819,08    -0,4%   -12,40   -28,1% 
SDAX          10.897,67    -1,4%   -149,64   -33,6% 
FTSE          7.018,41    -1,0%   -68,05   -4,0% 
CAC           5.999,65    -0,7%   -40,04   -16,1% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut  +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    1,91          +0,05   +2,09 
US-Zehnjahresrendite    3,69          +0,05   +2,18 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %  Mi, 8:37 Di, 18:35  % YTD 
EUR/USD          0,9924    -0,6%   0,9988   0,9987  -12,7% 
EUR/JPY          143,26    -0,5%   143,94   143,90  +9,5% 
EUR/CHF          0,9756    -0,3%   0,9782   1,0213  -6,0% 
EUR/GBP          0,8727    +0,3%   0,8707   0,8698  +3,9% 
USD/JPY          144,36    +0,1%   144,13   144,09  +25,4% 
GBP/USD          1,1370    -0,9%   1,1470   1,1485  -16,0% 
USD/CNH (Offshore)    7,0576    +0,2%   7,0180   7,0401  +11,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        20.125,53    -0,8%  20.206,35 20.071,39  -56,5% 
 
 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settlem.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         86,98    86,52    +0,5%   +0,46  +23,6% 
Brent/ICE         92,70     91,8    +1,0%   +0,90  +26,0% 
GAS                VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF         167,00    161,95    +3,1%   +5,05 +161,0% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.712,98   1.726,50    -0,8%   -13,52  -6,4% 
Silber (Spot)       20,48    21,13    -3,0%   -0,64  -12,1% 
Platin (Spot)       923,73    934,00    -1,1%   -10,28  -4,8% 
Kupfer-Future        3,51     3,52    -0,4%   -0,01  -20,9% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

DJG/hru/raz

(END) Dow Jones Newswires

October 05, 2022 07:07 ET (11:07 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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