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MÄRKTE EUROPA/Schwach - Zykliker unter Druck

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Zykliker unter Druck

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach der fulminanten Erholungsrally der vergangenen beiden Handelstage haben an den europäischen Börsen am Mittwoch Gewinnmitnahmen eingesetzt. Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 12.517 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab 1,1 Prozent ab auf 3.445 Punkte. Auch der Euro kam wieder zurück auf knapp 0,99 Dollar, nachdem er am Dienstagabend noch die Parität getestet hatte. Und am Rentenmarkt hat ebenfalls eine Gegenbewegung eingesetzt, die Renditen der Bundesanleihen zogen wieder deutlich an.

Die hohe Förderkürzung der Opec+-Staaten dämpfte laut Marktteilnehmern die Hoffnungen auf schnell und deutlich fallende Inflationsraten. "Das Inflationsszenario bleibt intakt", so ein Marktteilnehmer. Damit sei aber auch ein nachhaltiges Umschlagen der Aktienkurse nach oben unwahrscheinlich geworden. Die Opec+-Staaten wollen täglich 2 Millionen Barrel weniger Öl fördern.

Gewinner des Szenarios waren die Öl-Aktien. Ihr Stoxx-Subindex stand auf der Gewinnerseite, er zog um 0,7 Prozent an. Alle anderen großen Stoxx-Branchenindizes schlossen mehr oder weniger deutlich im Minus.

Autozulieferer schwach - und Tesco nach Zahlen 

Unter besonders starkem Druck standen die Aktien der Autohersteller und ihrer Zulieferer mit einem Minus ihres Stoxx-Subindex von 2,8 Prozent. Faurecia fielen um 7,7 Prozent, Valeo um 6,5 Prozent und Conti um 5,6 Prozent.

Auch die Papiere des Einzelhandels verloren wieder deutlich an Boden, ihr Index verlor 3,2 Prozent. In London fielen Tesco um 4,1 Prozent. Die Citi-Analysten glauben zwar, dass der nach Marktanteilen größte britische Einzelhändler in der Lage sein werde, nachhaltiges Wachstum über alle Zyklen hinweg zu erzielen. Im ersten Halbjahr ist der Gewinn aber gesunken, und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Aldi und Lidl gehe zu Lasten der Margen, hieß es bei AJ Bell. Am deutschen Markt gaben Metro 5,3 Prozent ab, Hellofresh verloren 8,1 Prozent, Delivery Hero 5,8 Prozent. In Paris fielen Casino um 7,3 Prozent.

Auch die Titel der Banken, der Telekom-Branche sowie der Reise- und Freizeitkonzerne gaben gemessen an ihren Stoxx-Indizes überdurchschnittlich nach. Daneben blieb der Markt defensiv: Pharma-Aktien hielten sich mit einem Minus von 0,3 Prozent relativ gut.

Infineon gegen den Trend fest 

Im DAX gerieten neben Conti auch Siemens Energy mit 5,6 Prozent Minus unter Druck. Gegen den Trend stiegen Infineon um weitere 3,1 Prozent: Analysten berichteten von einer Unternehmenspräsentation zum Bereich Automotive, die positiv aufgenommen worden sei. Stark und dynamisch entwickle sich der Bereich SiC (Siliziumkabid-Leistungshalbleiter), so die Analysten von Jefferies. Equita verweist darauf, dass Infineon seit der Corona-Pandemie die Preise der laufenden Verträge eingehalten habe, das Haus sieht hier nun ein erhebliches Potenzial für Steigerungen.

Daneben hielten sich einige defensive Werte vergleichsweise gut, so RWE, die mit einer Kaufbekräftigung durch Jefferies um 1,1 Prozent anzogen. Und Deutsche Börse gewannen 1,3 Prozent. In der zweiten Reihe fielen Wacker Chemie nach Kurszielsenkungen um 6,6 Prozent.

=== 
Index         Schluss- Entwicklung Entwicklung  Entwicklung 
.             stand   absolut     in %      seit 
.                             Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50     3.447,72    -36,76    -1,1%     -19,8% 
Stoxx-50        3.426,27    -20,80    -0,6%     -10,3% 
Stoxx-600        398,91    -4,12    -1,0%     -18,2% 
XETRA-DAX       12.517,18   -153,30    -1,2%     -21,2% 
FTSE-100 London    7.051,60    -34,86    -0,5%     -4,0% 
CAC-40 Paris      5.985,46    -54,23    -0,9%     -16,3% 
AEX Amsterdam      664,45    -5,14    -0,8%     -16,7% 
ATHEX-20 Athen     1.974,69    -9,56    -0,5%     -7,8% 
BEL-20 Bruessel    3.446,50    -32,22    -0,9%     -20,0% 
BUX Budapest     39.385,30   -525,90    -1,3%     -22,4% 
OMXH-25 Helsinki    4.525,99    -61,42    -1,3%     -20,2% 
ISE NAT. 30 Istanbul  3.823,04    +33,42    +0,9%     +88,8% 
OMXC-20 Kopenhagen   1.576,73    -11,65    -0,7%     -15,4% 
PSI 20 Lissabon    5.526,41    -82,32    -1,5%     -2,3% 
IBEX-35 Madrid     7.579,90   -116,70    -1,5%     -13,0% 
FTSE-MIB Mailand   21.360,72   -329,93    -1,5%     -23,3% 
RTS Moskau       1.061,97    -38,17    -3,5%     -33,5% 
OBX Oslo        1.052,58    -6,78    -0,6%     -1,5% 
PX Prag        1.176,15    -1,20    -0,1%     -17,5% 
OMXS-30 Stockholm   1.882,92    -26,72    -1,4%     -22,2% 
WIG-20 Warschau    1.419,12    -30,69    -2,1%     -37,4% 
ATX Wien        2.797,11    -17,23    -0,6%     -26,7% 
SMI Zuerich      10.477,69   -113,23    -1,1%     -18,6% 
* zu Vortagsschluss 
 
 
DEVISEN        zuletzt    +/- %  Mi, 8:37 Di, 18:35  % YTD 
EUR/USD        0,9870    -1,2%   0,9988   0,9987  -13,2% 
EUR/JPY        142,85    -0,8%   143,94   143,90  +9,2% 
EUR/CHF        0,9713    -0,7%   0,9782   1,0213  -6,4% 
EUR/GBP        0,8755    +0,6%   0,8707   0,8698  +4,2% 
USD/JPY        144,74    +0,4%   144,13   144,09  +25,7% 
GBP/USD        1,1275    -1,7%   1,1470   1,1485  -16,7% 
USD/CNH (Offshore)   7,0775    +0,5%   7,0180   7,0401  +11,4% 
Bitcoin 
BTC/USD       19.987,43    -1,5% 20.206,35 20.071,39  -56,8% 
 
 
 
ROHOEL        zuletzt VT-Settlem.   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex        87,77    86,52   +1,4%   +1,25  +24,7% 
Brent/ICE        93,91     91,8   +2,3%   +2,11  +27,7% 
GAS              VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF       177,00    161,95   +9,3%   +15,05 +161,0% 
 
METALLE        zuletzt    Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     1.708,37   1.726,50   -1,1%   -18,14  -6,6% 
Silber (Spot)      20,35    21,13   -3,7%   -0,77  -12,7% 
Platin (Spot)     914,13    934,00   -2,1%   -19,88  -5,8% 
Kupfer-Future      3,51     3,52   -0,4%   -0,01  -20,9% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/raz

(END) Dow Jones Newswires

October 05, 2022 11:57 ET (15:57 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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