DJ BoE warnt vor weiteren Bedrohungen der Finanzstabilität
Von Paul Hannon
LONDON (Dow Jones)--Die Bank of England (BoE) hat davor gewarnt, dass andere Teile des Nicht-Banken-Finanzsystems durch stark steigende Renditen von Staatsanleihen gefährdet sein könnten, nachdem sie gezwungen war, zur Unterstützung britischer Pensionsfonds einzugreifen.
Die Zentralbank hatte am 28. September ein Kaufprogramm für Staatsanleihen aufgelegt, nachdem die Pensionsfonds aufgrund des drastischen Kursverfalls gezwungen waren, Barmittel zur Stützung von sogenannten Liability-Driven-Investments (LDI) aufzubringen. Die LDI sind auf Derivaten basierende Strategien, die dazu beitragen sollen, die Zahlungsverpflichtungen den Rentnern gegenüber langfristig zu decken.
Das Programm der Anleihekäufe soll am Freitag auslaufen. Die Zentralbank veröffentlichte unterdessen ein Protokoll der Sitzung ihres Financial Policy Committee (FPC) vom 30. September, in dem die Besorgnis über andere Teile des Finanzsystems hervorgehoben wurde.
"Das FPC erörterte, dass weitere Korrekturen bei den globalen Vermögenspreisen, insbesondere wenn sie scharf ausfallen und mit steigenden Kreditrisikosorgen einhergehen, weitere und schnellere Rücknahmen aus Geldmarktfonds und offenen Fonds auslösen könnten, die in weniger liquide und riskantere Vermögenswerte investieren", hieß es von der BoE.
Das FPC erklärte, dass wie bei den LDIs auch andere Fonds gezwungen sein könnten, fremdfinanzierte Positionen aufzulösen, was durch höhere Nachschussforderungen noch verstärkt werden könnte. "Diese könnten mit der geringeren Marktliquidität interagieren und das Risiko von Funktionsstörungen auf anderen Finanzierungsmärkten, wie denen für hochverzinsliche Unternehmensanleihen und fremdfinanzierte Kredite, mit sich bringen."
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October 12, 2022 06:41 ET (10:41 GMT)
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