DJ COP27/Grünen-Fraktionsvize Verlinden sieht Verkehrssektor in der Pflicht
BERLIN (Dow Jones)--Die Ampel-Fraktionen im Bundestag haben eine durchwachsene Bilanz zur Weltklimakonferenz gezogen. "Es ist frustrierend, dass durch einige große Treibhausgasemittenten sowie Staaten, die Erdöl und Erdgas verkaufen, überfällige Schritte zur Minderung und zum Ausstieg aus fossilen Energien verhindert wurden", sagte Grünen-Fraktionsvizechefin Julia Verlinden der Zeitung Welt. "Unsere Weltgemeinschaft verliert dadurch kostbare Zeit, Richtung 1,5-Grad-Pfad zu kommen." Sie sehe nun die Industriestaaten in der Pflicht, die Anstrengungen deutlich zu steigern.
Dazu gehöre auch, "Energiepartnerschaften auf Erneuerbare zu fokussieren und keine neuen fossilen Projekte im Ausland anzureizen". Die Grünen-Fraktionsvizechefin betonte mit Bezug auf das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium: "Insbesondere für den Verkehrssektor erwarte ich von Minister Wissing wirksame Vorschläge, wie die Lücke rasch zu schließen ist, damit auch dieser Sektor seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet."
Olaf in der Beek, klimapolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sieht es grundsätzlich positiv, "dass es trotz zäher Verhandlungen gelungen ist, die COP27 mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung abzuschließen und das 1,5-Grad-Ziel zu sichern". Aber: "Dass viele Punkte noch ungeklärt sind und erst im Nachhinein konkretisiert werden sollen, ist enttäuschend. Für den internationalen Klimaschutz hat diese Abschlusserklärung gezeigt, dass die deutsche Klima-Außenpolitik mit dem Klimaclub in den kommenden zwölf Monaten bis zur nächsten COP wichtige Impulse in der Zusammenarbeit zwischen den Staaten setzen muss."
Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sanae Abdi, sagte: "Die diesjährige Klimakonferenz in Ägypten hat nicht geliefert, was sie versprochen hat. Es ist enttäuschend, dass einige Länder ihre Zusagen für Klima-Ausgaben zurückgenommen und fossile Energien wieder Auftrieb erfahren haben." Positiv hob Abdi Deutschlands Beitrag zum Beschluss des Ausgleichsfonds hervor. Die Bundesrepublik sei in der "Verantwortung, Brücken zu bauen. Wir sind froh darüber, dass uns das etwa mit dem jetzt vereinbarten Start des globalen Schutzschirms gegen Klimarisiken gelungen ist. Es war überfällig, gegenüber denjenigen Ländern und Menschen finanziell ein Zeichen zu setzen, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden."
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November 20, 2022 10:08 ET (15:08 GMT)
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