DJ Nagel: Bundesbank braucht für 2022 erheblichen Teil ihrer Reserven
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bundesbank wird nach den Worten ihres Präsidenten Joachim Nagel einen großen Teil ihrer Rückstellungen einsetzen müssen, um die aus dem rasanten Zinsanstieg resultierenden Verluste auszugleichen. "Wir wissen, dass wir einen erheblichen Teil der Reserven nehmen müssen", sagte Nagel im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr keinen Gewinn an das Finanzministerium überwiesen und ihre Wagnisrückstellungen in den vergangenen Jahren auf rund 20 Milliarden Euro aufgestockt. "Ich habe Herrn Lindner gesagt, dass er für die nächsten zwei bis drei Jahre nichts zu erwarten hat", sagte Nagel.
Die Bundesbank muss wegen der gestiegenen Leitzinsen den Banken Zinsen für deren Einlagen zahlen. Zugleich hat sie über die vergangenen Jahre für geldpolitische Zwecke Anleihen - vor allem Staatsanleihen - für mehr als 1 Billion Euro gekauft, und zwar zu negativen Renditen. Nagel zufolge ist auch klar, dass sich die aus bilanzieller Sicht ungünstige Entwicklung auch 2024 fortsetzen wird. "Wir haben in unserer Rechnungslegung die Möglichkeit, dass man diese Verluste über die nächsten Jahre verteilt", sagte Nagel. Die Notwendigkeit einer Rekapitalisierung sehe er nicht.
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November 22, 2022 06:14 ET (11:14 GMT)
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