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MÄRKTE USA/Moderate Erholung - Bank of Japan belastet leicht

DJ MÄRKTE USA/Moderate Erholung - Bank of Japan belastet leicht

NEW YORK (Dow Jones)--Nach zuletzt vier Handelstagen mit Abgaben hat die Wall Street am Dienstag eine leichte Erholung verzeichnet. Die überraschende Zinswende der japanischen Notenbank sorgte für einen volatilen Verlauf - die Indizes pendelten zwischen leichten Auf- und Abschlägen. Erst im späten Handel setzte sich die Erholungsbewegung durch. Auslöser der jüngsten Verluste waren Befürchtungen, dass die US-Notenbank mit ihrer rigorosen Geldpolitik die Wirtschaft in eine Rezession treiben könnte.

Dow-Jones-Index stieg um 0,3 Prozent auf 32.850 Punkte. Der S&P-500 legte um 0,1 Prozent zu und für den Nasdaq-Composite ging es um einen Punkt auf 10.547 nach oben. Dabei standen 1.728 (Montag: 932) Kursgewinnern 1.436 (2.222) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 98 (102) Titel.

Die Bank of Japan (BoJ) hat das Zielband auf -0,50 bis +0,50 Prozent von -0,25 bis +0,25 Prozent ausgeweitet, was angesichts der weltweit nach oben tendierenden Marktzinsen de facto einer ersten geldpolitischen Straffung entsprach. Zuvor hatte sie als letzte wichtige Notenbank an ihrem ultraexpansiven Kurs festgehalten. "Es ist wichtig, die Auswirkungen nicht zu unterschätzen, denn eine straffere Politik der BoJ würde einen der letzten globalen Anker beseitigen, der dazu beigetragen hat, die Kreditkosten allgemein auf einem niedrigen Niveau zu halten", sagte Henry Allen, Stratege bei der Deutschen Bank.

"Die Ankündigung der Bank of Japan dürfte den frühen Handel etwas verunsichert haben. Letztendlich haben die US-Aktienanleger aber nur eine Zentralbank im Kopf", so Joe Saluzzi von Themis Trading. Solange nicht klar sei, dass die Fed ihre Zinserhöhungen abgeschlossen hat, dürften die Märkte unruhig sein, ergänzte der Teilnehmer.

Konjunkturseitig gingen die Baubeginne im November weniger stark zurück als erwartet, allerdings brach die Zahl der Baugenehmigungen unerwartet deutlich ein, was auf eine verhaltenere Bautätigkeit in der nahen Zukunft schließen lässt.

Yen wertet nach BoJ-Entscheid kräftig auf 

Am Devisenmarkt legte der Yen in Reaktion auf die BoJ-Entscheidung zum Dollar kräftig zu und verzeichnete den größten Tagesgewinn seit 2009. Für die US-Währung wurden 131,74 Yen gezahlt. Am Montagabend kostete der Dollar noch 136,80 Yen. Der Dollar-Index verlor 0,7 Prozent.

Für die Renditen am US-Anleihemarkt ging es nach der Entscheidung der BoJ vor allem am langen Ende kräftig nach oben. Die Rendite zehnjähriger Papiere gewann 10,4 Basispunkte auf 3,69 Prozent. "Die US-Notenbank, die EZB und die BoJ haben zuletzt allesamt mit einer aggressiven Haltung überrascht. Wir würden die EZB und die BoJ angesichts des dramatischen Wechsels im Tonfall als Schocks erster Ordnung einstufen", sagte Steve Englander, Leiter der globalen G10-Devisenforschung und der Makrostrategie für Nordamerika bei der Standard Chartered Bank.

Der Ölpreise profitierten weiter von den Plänen der US-Regierung, die strategischen Ölreserven der USA wiederaufzustocken, und dem schwächeren Dollar. Für Brent und WTI ging es um bis zu 1,1 Prozent nach oben.

Der Goldpreis legte dagegen mit dem nachgebenden Dollar deutlich zu. Die Feinunze gewann 1,7 Prozent und sprang wieder über die Marke von 1.800 Dollar.

Wells Fargo geben mit Milliarden-Strafe nach 

Bei den Einzelwerten fielen Wells Fargo um 2,0 Prozent. Die US-Bank muss eine Milliardenstrafe zahlen. Die Bundesaufsichtsbehörde Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) ordnete laut Mitteilung rund 3,7 Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen an Verbraucher und Strafen für "weitverbreitetes Missmanagement" an. Die Handlungen der Bank hätten zu unrechtmäßigen Zwangsversteigerungen von Häusern und illegalen Pfändungen von Fahrzeugen geführt.

Die EU-Kommission will die geplante Übernahme von VMware durch den US-Halbleiterhersteller Broadcom für 61 Milliarden Dollar genauer unter die Lupe nehmen. Die Transaktion könnte, sofern sie stattfinde, zu höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Innovation für Geschäftskunden und letztlich auch für die Verbraucher führen, so die Begründung. Broadcom büßten 1,0 Prozent ein, VMware reduzierten sich um 0,2 Prozent.

General Mills hat überraschend gute Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vorgelegt. Der Lebensmittelhersteller erhöhte überdies die Wachstums- und Gewinnprognose für 2023, warnte aber, dass eine nachlassende Konsumfreude, die Inflation und Lieferkettenprobleme die Ertragsziele gefährden könnten. Die Aktie fiel um 4,6 Prozent, hat allerdings seit Jahresbeginn um 33 Prozent zugelegt.

Erst nach der Schlussglocke werden Fedex und Nike Zahlen zu ihrem jeweils zweiten Geschäftsquartal bekannt geben. im Vorfeld verloren Fedex 2,6 während Nike um 0,2 Prozent zulegten.

Arcus Biosciences (-32,5%) und Gilead Sciences (-1,9%) standen unter Abgabedruck, nachdem Studiendaten zu einem gemeinsam entwickelten Lungenkrebsmedikament zwar vielversprechend ausgefallen sind, die hochgesteckten Erwartungen des Marktes aber nicht erfüllt haben, hieß es.

=== 
INDEX      zuletzt +/- % absolut +/- % YTD 
DJIA     32.849,74 +0,3%  92,20   -9,6% 
S&P-500    3.821,62 +0,1%   3,96   -19,8% 
Nasdaq-Comp. 10.547,11 +0,0%   1,08   -32,6% 
Nasdaq-100  11.072,43 -0,1%  -12,17   -32,2% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit       Rendite   Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 
2 Jahre         4,26     +2,1    4,24   353,2 
5 Jahre         3,79     +7,1    3,72   252,9 
7 Jahre         3,77     +9,8    3,68   233,4 
10 Jahre         3,69    +10,4    3,58   217,9 
30 Jahre         3,74    +10,8    3,63   184,1 
 
DEVISEN        zuletzt    +/- %  Di, 8:40 Mo, 17:25  % YTD 
EUR/USD        1,0616    +0,1%   1,0600   1,0608  -6,6% 
EUR/JPY        139,84    -3,7%   140,81   145,38  +6,8% 
EUR/CHF        0,9839    -0,1%   0,9845   1,0738  -5,2% 
EUR/GBP        0,8720    -0,2%   0,8727   0,8721  +3,8% 
USD/JPY        131,74    -3,7%   132,84   137,03 +14,5% 
GBP/USD        1,2171    +0,2%   1,2148   1,2163 -10,1% 
USD/CNH (Offshore)   6,9629    -0,3%   6,9795   6,9850  +9,6% 
Bitcoin 
BTC/USD       16.858,10    +2,8%  16.790,14 16.640,45 -63,5% 
 
ROHÖL         zuletzt VT-Settlem.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex        76,02    75,19    +1,1%   +0,83  +9,7% 
Brent/ICE        79,95    79,80    +0,2%   +0,15 +10,4% 
GAS              VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF       105,55    108,54    -2,8%   -2,99 +63,6% 
 
METALLE        zuletzt    Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     1.818,15   1.787,45    +1,7%   +30,70  -0,6% 
Silber (Spot)      24,17    23,03    +5,0%   +1,15  +3,7% 
Platin (Spot)    1.011,10    983,00    +2,9%   +28,10  +4,2% 
Kupfer-Future      3,81     3,78    +0,6%   +0,02 -13,7% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros

(END) Dow Jones Newswires

December 20, 2022 16:13 ET (21:13 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
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