DJ Öffentliche Schulden Deutschands steigen im dritten Quartal
FRANKFURT (Dow Jones)--Die öffentlichen Schulden Deutschlands sind im dritten Quartal 2022 etwas gestiegen. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) war der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des dritten Quartals mit 2.325,0 Milliarden Euro verschuldet. Das waren 3,9 Milliarden bzw. 0,2 Prozent mehr als Ende 2021. Gegenüber dem Ende Vorquartal sank die Verschuldung um 19 Milliarden Euro bzw. 0,8 Prozent. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.
Die Schulden des Bundes stiegen zum gegenüber dem Jahresende 2021 um 1,7 Prozent, was auf den weiterhin erhöhten Finanzierungsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen infolge der Pandemie-Situation der vergangenen Jahre und der aktuellen Energiekrise zurückzuführen war. Die Verschuldung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) sank um 8,5 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro.
Dagegen stieg die Verschuldung der beiden größten Extrahaushalte des Bundes: Der Schuldenstand des Finanzmarktstabilisierungsfonds erhöhte sich um 6,6 Prozent auf 82,8 Milliarden Euro und der Schuldenstand des Investitions- und Tilgungsfonds nahm um 0,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro zu.
Die Länder waren zum Ende des 3. Quartals 2022 mit 613,7 Milliarden Euro verschuldet. Das waren 3,9 Prozent weniger als Ende 2021. Schuldenanstiege wiesen Berlin (plus 1,7 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 1,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (plus 0,7 Prozent) auf. In allen drei Ländern ergaben sich die Anstiege aus höheren Wertpapier-Emissionen. Hintergrund der höheren Emissionstätigkeit in Berlin und Sachsen-Anhalt war die Sicherung günstiger Zinskonditionen im Vorfeld erwarteter Zinserhöhungen am Kapitalmarkt. In Nordrhein-Westfalen war der Zuwachs vor allem durch Vorfinanzierungen begründet.
Die stärksten prozentualen Schuldenrückgänge gegenüber dem Jahresende 2021 verzeichneten Bremen (minus 38,5 Prozent), Sachsen (minus 11,7 Prozent) und Hessen (minus 10,1 Prozent). In Bremen beruhte der Rückgang vor allem auf den gegenüber dem Jahresende 2021 geringeren Schuldenaufnahmen für die Bereitstellung von Barsicherheiten für Derivatgeschäfte, während in Sachsen am Ende des Jahres 2021 bestehende Kassenkredite getilgt wurden. Der Rückgang in Hessen war in der Tilgung von Wertpapieren begründet, die nicht anschlussfinanziert werden mussten.
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December 21, 2022 02:33 ET (07:33 GMT)
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