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MÄRKTE EUROPA/DAX legt Verschnaufpause ein

DJ MÄRKTE EUROPA/DAX legt Verschnaufpause ein

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte legen am Dienstag im frühen Handel eine Verschnaufpause ein. Nach der Rally seit Jahresbeginn wird an der Börse nun mit einer Konsolidierung gerechnet. Nach einem Lauf von zwischenzeitlich über 800 Punkten wird das aktuelle Niveau für Verkäufe genutzt. Der DAX verliert am Morgen 0,4 Prozent auf 14.731 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,5 auf 4.045 Punkte nach unten.

Gegenwind liefern zudem Aussagen aus dem Kreise der US-Notenbank, wonach die Leitzinsen aller Voraussicht nach auf über 5 Prozent steigen. Edward Moya von Oanda stellt fest, dass einige Marktteilnehmer zum Jahresende dagegen eine Zinssenkung für möglich hielten. Das negative Überraschungspotenzial wird demzufolge als hoch angesehen. Viele US-Banken hatten daher bereits gewarnt, dass der Markt einen Rückschlag erleiden könnte. Mit großem Interesse wird deswegen auf eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Nachmittag gewartet. Er spricht auf einer Konferenz der Riksbank in Schweden. Auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel tritt dort auf. Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage noch dünn. Im Fokus stehen unter anderem Auftragseingänge bei Airbus und die Jahresabsatzzahlen der Autohersteller.

Munich Re erwartet Naturkatastrophenschäden 2022 weiter auf hohem Niveau 

Die Versicherungswirtschaft hat auch 2022 mit einem hohen Aufkommen an Schäden aus Naturkatastrophen zu kämpfen gehabt. Die Gesamtschäden beliefen sich auf rund 270 Milliarden US-Dollar, wovon etwa 120 Milliarden Dollar versichert waren, wie aus der Naturkatastrophenbilanz des Rückversicherers Munich Re (-0,4%) hervorgeht. 2021 waren versicherte Schäden von ebenfalls 120 Milliarden Dollar angefallen, wobei die Gesamtschadenbelastung mit 320 Milliarden damals deutlich höher lag. Der Hurrikan "Ian", der im September auf die Westküste Floridas traf, war das mit Abstand teuerste Einzelereignis im vergangenen Jahr. Er verursachte Schäden von rund 100 Milliarden Dollar, wovon 60 Milliarden Dollar versichert waren. Inflationsbereinigt war er damit der zweitteuerste Hurrikan aller Zeiten nach "Katrina" 2005.

Überschwemmungen in Australien im Februar und März sowie im Oktober wurden ebenfalls teuer. Sie verursachten versicherte Schäden von 4,7 Milliarden Dollar, der Gesamtschaden belief sich auf 8,1 Milliarden Dollar. Ungleich schadensreicher waren jedoch Überschwemmungen in Pakistan, bei denen mindestens 1.700 Menschen ums Leben kamen, mit direkten Schäden von 15 Milliarden Dollar. Allerdings war dort "fast nichts" versichert, wie es im Bericht heißt. In Europa schlugen sich Hitzewellen mit Dürren und Unwetter in der Katastrophenbilanz nieder.

Euronav schwach erwartet 

Euronav notieren im frühen Handel 14 Prozent tiefer. In der Nacht teilte Frontline mit, dass sie einen Zusammenschluss mit Euronav nicht weiterverfolgen wird und fügte hinzu, dass es "die diesbezügliche Vereinbarung mit Euronav kündigt". Frontline sagte auch, sie werde kein freiwilliges bedingtes Umtauschangebot für alle ausstehenden Euronav-Aktien machen. Der Deal ist damit geplatzt, die Prämie wird an der Börse nun ausgepreist.

Für die Aktie von About You geht es nach den Zahlen zum dritten Quartal um 9 Prozent nach unten. Das Wachstum beim Umsatz von 8 Prozent stufen die Analysten von Jefferies angesichts des makroökonomischen Gegenwinds und der schlechten Verbraucherstimmung in Europa als solide ein. An der Börse wird negativ gewertet, dass das Unternehmen nun Umsatzwachstum und bereinigtes EBITDA nun am unteren Ende der Spanne erwartet.

Leicht positiv für Nordex wertet ein Händler die Meldung eines neuen Großauftrags aus Kanada. Nordex soll in der Provinz Saskatchewan 36 Turbinen mit 200 Megawatt aufstellen.

Rheinmetall legen um 1,6 Prozent zu. Der Rüstungshersteller konnte am Morgen einen erneuten Großauftrag vermelden. Der Auftrag für das Skyguard-Flak-System soll im niedrigen, dreistelligen Millionenbereich liegen.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.051,19    -0,4%    -17,43     +6,8% 
Stoxx-50        3.818,00    -0,6%    -24,54     +4,6% 
DAX          14.753,01    -0,3%    -39,82     +6,0% 
MDAX          27.426,41    -0,5%    -134,48     +9,2% 
TecDAX         3.075,35    -0,5%    -16,30     +5,3% 
SDAX          12.672,82    -0,5%    -65,57     +6,3% 
FTSE          7.703,47    -0,3%    -21,47     +3,7% 
CAC           6.864,79    -0,6%    -42,57     +6,0% 
 
Rentenmarkt       zuletzt          absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,26           +0,03     -0,31 
US-Zehnjahresrendite    3,54           +0,01     -0,34 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- % Di, 8:24 Uhr Mo, 17:01 Uhr % YTD 
EUR/USD          1,0744    +0,1%    1,0729     1,0741 +0,4% 
EUR/JPY          141,76    +0,2%    141,74     141,70 +1,0% 
EUR/CHF          0,9883    -0,0%    0,9895     0,9866 -0,1% 
EUR/GBP          0,8825    +0,2%    0,8828     0,8810 -0,3% 
USD/JPY          131,96    +0,0%    131,97     131,94 +0,6% 
GBP/USD          1,2173    -0,1%    1,2165     1,2191 +0,6% 
USD/CNH (Offshore)    6,7870    +0,1%    6,7850     6,7714 -2,0% 
Bitcoin 
BTC/USD        17.249,90    +0,3%   17.193,67   17.277,58 +3,9% 
 
 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settlem.     +/- %    +/- USD % YTD 
WTI/Nymex         74,43    74,63     -0,3%     -0,20 -7,3% 
Brent/ICE         79,15    79,65     -0,6%     -0,50 -8,0% 
GAS                VT-Settlem.           +/- EUR 
Dutch TTF         74,00    74,30     -0,4%     -0,31 +2,8% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag     +/- %    +/- USD % YTD 
Gold (Spot)       1.874,14   1.871,80     +0,1%     +2,34 +2,8% 
Silber (Spot)       23,49    23,66     -0,7%     -0,17 -2,0% 
Platin (Spot)      1.078,00   1.081,25     -0,3%     -3,25 +0,9% 
Kupfer-Future        4,00     4,03     -0,5%     -0,02 +5,1% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

(END) Dow Jones Newswires

January 10, 2023 03:32 ET (08:32 GMT)

Copyright (c) 2023 Dow Jones & Company, Inc.

© 2023 Dow Jones News
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