DJ MÄRKTE USA/Etwas leichter - Amazon dämpft Technologie-Euphorie
NEW YORK (Dow Jones)--An den US-Börsen dürften die Anleger vor dem Wochenende einen kleinen Teil der kräftigen Kursgewinne vom Vortag mitnehmen. Die Futures auf die großen Aktienindizes deuten einen etwas leichteren Start in den Freitagshandel an. Nachdem in den vergangenen Tagen mehrere Technologiegiganten mit ihren Zahlenausweisen positiv überrascht hatten, versetzte Amazon der guten Stimmung einen Dämpfer. Bei der Vorlage von starken Zahlen zum ersten Quartal nach Börsenschluss am Donnerstag teilte der Online-Händler mit, dass sich das Umsatzwachstum der Sparte Amazon Web Services (AWS) im laufenden Quartal verlangsamt habe. Die Aktie sinkt im vorbörslichen Handel um 2,4 Prozent.
Auch andere Unternehmen aus dem Internetsektor enttäuschten: Eine pessimistische Prognose drückt den Kurs von Pinterest um 12,7 Prozent. Die Snapchat-Mutter Snap (-18,1%) verfehlte mit dem Umsatz die Erwartungen des Marktes.
Positiv werden dagegen die Zahlen von Intel (+6,3%) aufgenommen. Der Chiphersteller hat die Erwartungen von Analysten übertroffen.
Die Bilanzsaison muss sich allerdings die Aufmerksamkeit der Anleger mit einer Fülle von Konjunkturdaten teilen. Im Blick stehen vor allem die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben. Die Einkommen stiegen im März verglichen mit dem Vormonat etwas stärker als erwartet, während die Ausgaben erwartungsgemäß stagnierten. Der stark beachtete PCE-Preisindex, ein von der US-Notenbank favorisierter Inflationsmaßstab, stieg um 0,3 Prozent zum Vormonat und traf damit die Konsensschätzung von Ökonomen.
Der Arbeitskostenindex erhöhte sich im ersten Quartal etwas stärker als erwartet. Im weiteren Verlauf folgen der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago und der von der Universität Michigan ermittelte Index der Verbraucherstimmung, jeweils für April.
Die Gefahr einer Bankenkrise bleibt derweil ebenfalls Thema am Markt. Im vorbörslichen Handel am Freitag legen die Aktien der angeschlagenen Regionalbank First Republic Bank um fast 10 Prozent zu. Auf Wochensicht steht allerdings ein Minus von 55 Prozent zu Buche. Wie Reuters berichtet, haben US-Behörden Verhandlungen mit anderen Banken und Private-Equity-Gesellschaften über eine Rettung der First Republic aufgenommen.
Abseits des Technologiesektors haben die beiden Ölkonzerne Chevron und Exxon Mobil über den Verlauf des ersten Quartals berichtet. Beide haben zwar einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, die Erwartungen des Markts aber dennoch übertroffen. Exxon legen in Reaktion auf die Zahlen um 0,4 Prozent zu, Chevron geben jedoch um 0,7 Prozent nach.
Dollar legt weiter zu - Renditen kommen zurück
Der Dollar wird weiter von den Zinserhöhungserwartungen gestützt, die Konjunkturdaten am Donnerstag genährt hatten. Der Dollarindex steigt um 0,5 Prozent. Die aktuelle Datenlage habe die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung durch die Fed eher gestärkt, heißt es im Handel. Zwar sei das US-BIP auf den ersten Blick schwach ausgefallen, aber die Konsumausgaben blieben stark, urteilt Corpay-Analyst Karl Schamotta. Zudem gebe es erste Anzeichen, dass die Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitslose sänken. Dies untermauere eine weiterhin starke Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft und spreche für ein Kurshalten im Zinserhöhungszyklus.
Der Yen wertet derweil zum Dollar deutlicher ab, nachdem die Bank of Japan ihren lockeren geldpolitischen Kurs bestätigt hat.
Während am Devisenmarkt weitere Fed-Zinserhöhungen gespielt werden, überwiegt am Anleihemarkt die gegenteilige Meinung. Dort kommen die am Vortag gestiegenen Renditen wieder zurück. Anleger gingen unverändert davon aus, dass sich die US-Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten derart abschwächen werde, dass die US-Notenbank schon ab September die Zinsen wieder senken werde, heißt es von der Saxo Bank.
Fester zeigt sich derweil der Ölpreis. Auf Wochensicht ist er aber deutlich zurückgefallen und hat die Gewinne abgegeben, die er nach der Ankündigung von Fördermengenkürzungen der Opec+ eingefahren hatte. Händler verweisen auf Konjunktur- und Nachfragesorgen.
=== US-Anleihen Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 2 Jahre 4,05 -1,6 4,07 -36,8 5 Jahre 3,53 -5,0 3,58 -46,6 7 Jahre 3,50 -6,4 3,57 -46,9 10 Jahre 3,45 -7,0 3,52 -42,7 30 Jahre 3,68 -6,8 3,75 -28,6 DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:36 Uhr Do, 17:15 Uhr % YTD EUR/USD 1,0975 -0,5% 1,1015 1,1018 +2,5% EUR/JPY 149,33 +1,2% 149,09 147,64 +6,4% EUR/CHF 0,9836 -0,1% 0,9852 0,9870 -0,6% EUR/GBP 0,8800 -0,3% 0,8828 0,8826 -0,6% USD/JPY 136,09 +1,6% 135,35 134,00 +3,8% GBP/USD 1,2471 -0,2% 1,2477 1,2480 +3,1% USD/CNH (Offshore) 6,9286 -0,0% 6,9264 6,9376 +0,0% Bitcoin BTC/USD 29.335,81 -1,1% 29.442,26 29.048,02 +76,7% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 75,35 74,76 +0,8% +0,59 -6,1% Brent/ICE 79,00 78,37 +0,8% +0,63 -6,9% GAS VT-Settlem. +/- EUR Dutch TTF 39,35 39,20 +0,4% +0,15 -49,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.982,76 1.987,58 -0,2% -4,82 +8,7% Silber (Spot) 24,84 24,98 -0,5% -0,13 +3,6% Platin (Spot) 1.074,60 1.082,00 -0,7% -7,40 +0,6% Kupfer-Future 3,87 3,86 +0,0% +0,00 +1,3% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags ===
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