DJ Habeck will Ausbau der Solarenergie deutlich beschleunigen
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat nach Beratungen mit Branchenvertretern eine Strategie zum beschleunigten Ausbau der Solarenergie in Deutschland vorgelegt. Auf seinem zweiten Gipfel mit Vertretern der Solarenergiewirtschaft stellte er den Plan vor, mit dem es für Privatleute einfacher werden soll, den Solarstrom einzuspeisen oder an Nachbarn zu verkaufen. Die Photovoltaik-Strategie enthält insgesamt elf Handlungsfeldern. Das Spektrum reicht von Maßnahmen im Bereich der Energiepolitik bis hin zu den Themen Fachkräftesicherung, industrielle Wertschöpfung in Europa und Technologieentwicklung.
"Photovoltaik ist einer der günstigsten Energieträger überhaupt und gehört zu den wichtigsten Stromerzeugungsquellen der Zukunft", sagte Habeck. "Mit der heute vorgelegten Strategie wollen wir den Ausbau nochmal deutlich beschleunigen und alle Bremsen lösen, die ein höheres Tempo beim Zubau bislang verhindert haben."
Habeck will die Ergebnisse des Solar-Gipfels gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) und dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, im Anschluss an den Gipfel in einer Pressekonferenz vorstellen.
Habeck: Viel Arbeit liegt vor uns
Bis 2030 soll nach Vorstellung der Bundesregierung der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bei 80 Prozent liegen. Die Photovoltaik soll mit einer installierten Leistung von 215 Gigawatt bis 2030 hier einen wichtigen Beitrag leisten. "Das zeigt, dass viel Arbeit vor uns liegt. Aber wir sehen, dass der Zubau anzieht zu beschleunigen", sagte Habeck.
Im vergangenen Jahr ist ein Zubau an Photovoltaik-Anlagen von über 7 Gigawatt (GW) erreicht worden. Für das laufende Jahr gilt ein Zwischenziel von 9 GW. Laut Habeck stehen die Chancen gut, dass dieses Zwischenziel erreicht wird. Im ersten Quartal 2023 wurden demnach bereits knapp 2,7 GW neu installiert.
Vereinfachungen beim Zubau
Die Strategie beinhaltet etwa, dass die Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Zubau auf Freiflächenanlagen schneller werden sollen. Auch für Dachanlagen soll es Vereinfachungen geben, damit ab 2026 ein Zubau von 11 GW pro Jahr realisiert werden kann. Auch für Mehrfamilienhäuser soll es einfacher werden, Solaranlagen zu bauen. Denn die Dächer von Mehrfamilienhäusern werden laut Wirtschaftsministerium viel zu wenig für PV genutzt. Daher soll ein neues Modell zur gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung eingeführt werden. "Damit wird die Vor-Ort-Nutzung von Solarstrom für alle Parteien im Haus ermöglicht", so das Ministerium.
Zudem sollen Balkon-PV-Anlagen von allen einfacher genutzt werden können. Dazu soll Bürokratie entfallen und die Anlagen sollen schnell angeschlossen werden können. Geplant ist außerdem ein vereinfachtes Zertifizierungsverfahren für Netzanschlüsse für Solaranlagen.
Um die Akzeptanz für die Solaranlagen zu erhöhen, will das Ministerium die Teilhabe stärken, wie etwa über die finanzielle Beteiligung der Kommunen und einfache Regeln für die Bürgerenergie. Ein weiterer Punkt in der Strategie sind Pläne zur Steigerung der verfügbaren Fachkräfte für den Ausbau der Solarenergie, wie beispielsweise über eine Zunahme von Ausbildungsangeboten und Fortbildungen.
Die Umsetzung der Strategie soll unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung beginnen, so das Ministerium. Ein Teil der Maßnahmen soll im Rahmen des sogenannten "Solarpaket I" noch vor der Sommerpause ins Bundeskabinett eingebracht werden. Weitere Maßnahmen, die größerer Vorarbeiten bedürfen, sollen in einem späteren zweiten Solarpaket folgen.
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May 05, 2023 07:39 ET (11:39 GMT)
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