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MÄRKTE EUROPA/Erholung nach Abverkauf

DJ MÄRKTE EUROPA/Erholung nach Abverkauf

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem Rücksetzer am Vortag geht es am europäischen Aktienmarkt nach oben. Positiv wird gewertet, dass am Vorabend das US-Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf zur Anhebung der Schuldenobergrenze verabschiedet hat. Damit könnten die Aktienmärkte erst einmal durchatmen, heißt es von Christian Henke, Marktstratege bei IG. Nun stehe noch die Zustimmung durch den Senat an. Der Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, äußerte sich zuversichtlich, das auch die zweite Kammer des Kongress dem Gesetzesentwurf vor Ablauf der Frist am 5. Juni zustimmen werde.

Der DAX gewinnt 1,1 Prozent auf 15.841 Punkte, am deutschen Aktienmarkt werden unter anderem die Aktien der Commerbank sowie von Evonik ex Dividende gehandelt. Mit der leicht gestiegenen Risikobereitschaft der Investoren kommen die Anleihen etwas zurück, die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren legt um 2 Basispunkte auf 2,30 Prozent zu.

Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,9 Prozent auf 4.258 Zähler nach oben. Der Rohstoffsektor gehört mit 1,0 Prozent zu den Kursgewinner unter den europäischen Branchen. Hier stützen die jüngsten Daten aus Indien und China, die auf ein starkes Wachstum hindeuten. Damit dürfte auch die Rohstoffnachfrage aus diesen Ländern steigen.

An der Börse wird am Nachmittag auf den ADP-Arbeitsmarktbericht als weiterer Indikator für die Lage am US-Arbeitsmarkt geschaut. Man sollte daher nicht glauben, dass die US-Notenbank mit ihren Zinserhöhungen schon durch sei, vor allem, wenn am Freitag der monatliche US-Arbeitsmarktbericht stark ausfalle, heißt es von Marktanalyst Edward Moya von Oanda. Besonders im Blick dürften zudem Konjunkturdaten wie der ISM-Index der US-Industrie stehen. Dazu werden Revisionen der Einkaufsmanager-Indizes (PMI) vorgelegt. Sollte es hier zu Abwärtsrevisionen kommen, dürften sich Hoffnungen auf eine Zinspause in den USA verstärken.

Euroraum-Inflation verliert an Brisanz 

Die Inflation im Euroraum verliert nach dem unerwartet deutlichen Rückgang auf 6,1 Prozent im Mai (7,0% im April) nach Aussage von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, an Brisanz. Gitzel schildert in einem Kommentar folgende Kausalkette: "Die Einzelhandelsumsätze brachen zuletzt so stark ein, wie selten zuvor seit Bestehen der Eurozone. Die Lohnerhöhungen können die Teuerungsraten nicht ausgleichen. Verbraucher sind zum Sparen gezwungen. Wenn aber gespart werden muss, besteht seitens der Unternehmen kein Spielraum, die Preise weiter zu erhöhen. Gerade deshalb wird der Teuerungsdruck in den kommenden Monaten weiter abnehmen." Da aber die Inflation immer noch höher als der Leitzins ist, wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsen Gitzel zufolge noch zweimal um je 25 Basispunkte anheben.

Für Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil dürfte die EZB die aktuellen Inflationsdaten mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen und nach einem Zinsschritt im Juni um 25 Basispunkte die Leitzinsen in der zweiten Jahreshälfte unverändert lassen.

Lonza kauft Synaffix 

Remy Cointreau notieren knapp im Minus. Die Aktien des französischen Spirituosenherstellers werden sich nach den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2023 kaum erholen, da keine neuen Rückkäufe angekündigt wurden, wie die Analysten von Citi erwarten. Eine Sonderdividende von 1 Euro pro Aktie für das Jahr und ein besser als erwartet ausgefallener Betriebsgewinn für das abgelaufene Jahr sollten die Konsenserwartungen für 2024 nach oben hieven.

Positiv für Lonza (+1,1%) wird die Kaufankündigung des Biotechunternehmens Synaffix gewertet. Damit werde das Wachstum im ADC-Markt (Antibody Drug Conjugates) gestärkt, von dem sich die Branche ein Wachstum auf 22 Milliarden Dollar bis 2030 verspreche. Daher sei die erste Zahlung von Lonza an Synaffix mit 100 Millionen Euro angemessen. Dem könnten noch weitere 60 Millionen Dollar an performance-orientierten Zahlungen folgen, heißt es im Handel.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.257,85    +0,9%     39,81     +12,2% 
Stoxx-50        3.952,71    +0,7%     27,33     +8,2% 
DAX          15.841,03    +1,1%    177,01     +13,8% 
MDAX          26.667,90    +0,5%    130,49     +6,2% 
TecDAX         3.234,39    +1,1%     34,70     +10,7% 
SDAX          13.168,56    +0,4%     54,84     +10,4% 
FTSE          7.474,53    +0,4%     28,39     -0,1% 
CAC           7.147,51    +0,7%     48,81     +10,4% 
 
Rentenmarkt       zuletzt          absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,29           +0,01     -0,28 
US-Zehnjahresrendite    3,67           +0,02     -0,21 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- % Do, 8:13 Uhr Mi, 17:30 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,0710    +0,2%    1,0677     1,0656  +0,1% 
EUR/JPY          149,50    +0,4%    149,12     148,89  +6,5% 
EUR/CHF          0,9725    -0,1%    0,9728     0,9737  -1,7% 
EUR/GBP          0,8594    +0,0%    0,8589     0,8602  -2,9% 
USD/JPY          139,57    +0,2%    139,68     139,71  +6,4% 
GBP/USD          1,2462    +0,2%    1,2431     1,2387  +3,0% 
USD/CNH (Offshore)    7,1218    +0,1%    7,1208     7,1277  +2,8% 
Bitcoin 
BTC/USD        26.880,92    -0,8%   26.883,54   26.939,70 +61,9% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         67,57    68,09     -0,8%     -0,52 -15,4% 
Brent/ICE         72,34    72,60     -0,4%     -0,26 -13,6% 
GAS                VT-Settlem.           +/- EUR 
Dutch TTF         24,05    26,85    -10,4%     -2,80 -68,2% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.966,18   1.962,67     +0,2%     +3,52  +7,8% 
Silber (Spot)       23,52    23,53     -0,0%     -0,01  -1,9% 
Platin (Spot)      1.009,73    998,00     +1,2%     +11,73  -5,5% 
Kupfer-Future        3,68     3,63     +1,4%     +0,05  -3,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 01, 2023 06:59 ET (10:59 GMT)

Copyright (c) 2023 Dow Jones & Company, Inc.

© 2023 Dow Jones News
SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Raumfahrt-Aktien gehören aktuell zu den heißesten Wetten an den Börsen. Spätestens mit dem spektakulären Börsengang von SpaceX ist der Sektor endgültig im Fokus der Anleger angekommen. Fantasien rund um Satellitenkommunikation, Rechenzentren im All und neue Geschäftsmodelle treiben die Kurse immer weiter nach oben.

Doch während die Begeisterung steigt, werden auch die Risiken größer. Viele Space-Start-ups sind inzwischen extrem hoch bewertet, arbeiten noch nicht profitabel und hängen stark von stetigem Kapitalzufluss ab. Schon kleine Rückschläge könnten die ambitionierten Wachstumspläne ins Wanken bringen.

Für Anleger, die vom Boom der Raumfahrt profitieren wollen, lohnt sich daher ein Perspektivwechsel. Statt auf überhitzte Pure Plays zu setzen, rücken etablierte Konzerne in den Fokus – Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung, stabilen Cashflows und engen Verbindungen zu Raumfahrtagenturen wie NASA und ESA.

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