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MÄRKTE USA/Wall Street eröffnet mitten in Zinsdebatte im Minus

DJ MÄRKTE USA/Wall Street eröffnet mitten in Zinsdebatte im Minus

NEW YORK (Dow Jones)--An der Wall Street läuft der Schwung aus dem späten Vortagesgeschäft am Donnerstag zum Handelsbeginn aus. Der Dow-Jones-Index gibt kurz nach der Startglocke um 0,5 Prozent auf 32.737 Punkte nach. S&P-500 und Nasdaq-Composite sinken jeweils um 0,1 Prozent. Die US-Börsen hatten ihre Verluste am Vorabend deutlich reduziert, als Vertreter der US-Notenbank für eine Zinspause im Juni plädierten. Entsprechend wird nun mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 68 Prozent am Zinsterminmarkt eine Zinspause eingepreist. Zuvor hatte der Markt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinsanhebung im Juni von 25 Basispunkten veranschlagt.

Dass wenige Tage vor Ablauf der Frist das US-Repräsentantenhaus einer Aussetzung der Schuldenobergrenze zugestimmt hat, wird wohlwollend zur Kenntnis genommen - stützt den Markt aber kaum. Denn mit einem Scheitern des Gesetzgebungsprozesses war am Markt nicht wirklich gerechnet worden. Nun muss der Senat dem Deal noch zustimmen - möglicherweise noch am Donnerstag. Hier gilt aber eine Mehrheit als sicher.

Daten zeigen keine einheitliche Linie 

Einmal mehr zeigt der Arbeitsmarkt in den USA Stärke: Die Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft ist im Mai viel stärker gestiegen als erwartet, wie der ADP-Bericht offenbart. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fallen dagegen in etwa wie erwartet aus. Auch wenn die Arbeitsmarkt das Bild einer Zinspause im Juni in Frage stellt, liefern die Lohnstückkosten des US-Arbeitsministeriums klare Argumente gegen eine Zinserhöhung im Juni. Denn die Lohnstückkosten erhöhten sich weniger deutlich als zunächst veranschlagt und auch geringer als erwartet. Die Produktivität ist im ersten Quartal 2023 gesunken.

Salesforce hat im ersten Geschäftsquartal einen höheren Gewinn verbucht und dabei von einer Margenentwicklung oberhalb der Unternehmensprognose profitiert. Quartalsgewinn und Umsatz übertrafen die Markterwartungen. Der Anbieter von Unternehmenssoftware hob außerdem seine Gewinnprognose an und peilt nun einen Rekordüberschuss an, auch die Margenziele für das Gesamtjahr wurden angehoben. Die Aktie gibt dennoch 7,6 Prozent nach. Der Kurs hatte seit Jahresbeginn kräftig zugelegt, so dass Anleger wohl Gewinne mitnehmen - zumal der Jahresausblick nach den überzeugenden Geschäftszahlen als sehr verhalten eingestuft wird.

Auch bei Okta lief es im ersten Geschäftsquartal besser als gedacht, wenn auch noch immer ein Verlust ausgewiesen wurde. Belastet wird der Kurs jedoch von CEO Todd McKinnon. Der warnte, das Geschäftsumfeld könne sich verschlechtern. Die Aktie bricht daraufhin um 19,2 Prozent ein.

Mit 10,6 Prozent Minus geraten Crowdstrike unter die Räder. Der Anbieter von Cybersicherheitsdiensten ist im ersten Quartal zwar in die Gewinnzone geschwenkt. Bemängelt werden aber das erlahmende Wachstum und ein Jahresausblick unter Markterwartung.

Die Aktie von Nordstrom steigt um 8,2 Prozent. Die Kaufhauskette hat im ersten Geschäftsquartal aufgrund eines Umsatzrückgangs einen Verlust geschrieben. Der Jahresausblick wurde jedoch bestätigt. Zudem macht das Unternehmen Fortschritte bei der Senkung seiner Lagerbestände und der Optimierung seiner Lieferkette.

Victoria's Secret stürzen um 9,7 Prozent ab. Der Dessous-Anbieter hat im Anfangsquartal bei rückläufigem Umsatz deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Der Erlösausblick für das Jahr wurde gesenkt. Chewy schießen um 24,7 Prozent empor, nachdem der Händler für Tierprodukte für das erste Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz über Markterwartungen vermeldet hat.

Nach einer gesenkten Unternehmensprognose verbilligen sich Macy's um 4,9 Prozent. Auch die Erstquartalszahlen überzeugen nicht. Mit Dollar General zeigt sich eine weitere Einzelhandelsaktie mit einem Abschlag von 14,4 Prozent sehr schwach. Der Discounter spricht von einem schwächeren Marktumfeld als zunächst gedacht.

Zinserwartungen sinken 

Am Rentenmarkt fallen die Renditen mit den reduzierten Zinserwartungen wie schon an den Vortagen weiter. Der US-Dollar gibt mit den schwächer als gedacht ausgefallenen Lohnstückkosten nach, der Dollarindex büßt 0,3 Prozent ein.

Die Erdölpreise dreht knapp ins Minus. Positive Daten aus China haben zunächst gestützt. Der von Caixin und S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor sprang wieder in den Expansion anzeigenden Bereich. Am Vortag hatten schwache Daten aus der Volksrepublik noch Wachstumssorgen heraufbeschworen. Doch Aussagen aus Russland lassen erahnen, dass die Gruppe Opec+ bei ihrem anstehenden Treffen keine Förderkürzung vornehmen werde. Zudem haben Daten der privaten API-Gruppe einen Lageraufbau gezeigt. Daher sinken die Preise wieder.

=== 
INDEX         zuletzt    +/- %    absolut   +/- % YTD 
DJIA        32.736,78    -0,5%    -171,49     -1,2% 
S&P-500       4.176,13    -0,1%     -3,70     +8,8% 
Nasdaq-Comp.    12.925,72    -0,1%     -9,57     +23,5% 
Nasdaq-100     14.251,79    -0,0%     -2,30     +30,3% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit       Rendite   Bp zu VT  Rendite VT   +/-Bp YTD 
2 Jahre         4,37     -3,7     4,41      -5,0 
5 Jahre         3,70     -6,6     3,76     -30,4 
7 Jahre         3,63     -8,0     3,71     -34,5 
10 Jahre         3,58     -6,5     3,65     -29,9 
30 Jahre         3,81     -5,6     3,86     -16,5 
 
DEVISEN        zuletzt    +/- % Do, 8:13 Uhr Mi, 17:30 Uhr  % YTD 
EUR/USD        1,0720    +0,3%    1,0677     1,0656  +0,2% 
EUR/JPY        148,92    -0,0%    149,12     148,89  +6,1% 
EUR/CHF        0,9734    +0,0%    0,9728     0,9737  -1,7% 
EUR/GBP        0,8580    -0,1%    0,8589     0,8602  -3,0% 
USD/JPY        138,91    -0,3%    139,68     139,71  +5,9% 
GBP/USD        1,2494    +0,4%    1,2431     1,2387  +3,3% 
USD/CNH (Offshore)   7,1153    -0,0%    7,1208     7,1277  +2,7% 
Bitcoin 
BTC/USD       26.911,13    -0,7%   26.883,54   26.939,70 +62,1% 
 
ROHÖL         zuletzt VT-Settlem.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex        67,91    68,09     -0,3%     -0,18 -14,9% 
Brent/ICE        72,24    72,60     -0,5%     -0,36 -13,7% 
GAS              VT-Settlem.           +/- EUR 
Dutch TTF        24,25    26,85     -9,7%     -2,60 -68,2% 
 
METALLE        zuletzt    Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     1.972,30   1.962,67     +0,5%     +9,64  +8,1% 
Silber (Spot)      23,60    23,53     +0,3%     +0,08  -1,5% 
Platin (Spot)    1.006,35    998,00     +0,8%     +8,35  -5,8% 
Kupfer-Future      3,68     3,63     +1,3%     +0,05  -3,6% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

June 01, 2023 09:44 ET (13:44 GMT)

Copyright (c) 2023 Dow Jones & Company, Inc.

© 2023 Dow Jones News
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