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MÄRKTE ASIEN/Enttäuschung über China belastet Börsen

DJ MÄRKTE ASIEN/Enttäuschung über China belastet Börsen

TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--An den ostasiatischen Aktienmärkten hat sich am Montag im Handelsverlauf eine negative Stimmung durchgesetzt. Zwar hielten sich die Verluste mehrheitlich in Grenzen, gleichwohl war von Enttäuschung die Rede, dass China über das Wochenende nicht geliefert habe. Nach Medienberichten der vergangenen Woche und Zinssenkungen in China hatten sich die Spekulationen verstärkt, China könnte kurzfristig ein Konjunkturpaket auflegen.

Außer neuen, sehr vage gehaltenen Medienberichten gab es aber keine Neuigkeiten. Spekulationen über eine Ankurbelung der lahmenden Konjunktur in China hatten den Aktienmarkt in der Vorwoche befeuert. "Entgegen einiger Marktspekulationen im Vorfeld der Staatsratssitzung wurden keine konkreten Maßnahmen angekündigt", bemängelte Volkswirt Hui Shan von Goldman Sachs.

China bleibt in Taiwan-Frage hart 

Der mit hohen Erwartungen hinsichtlich einer Entspannung der belasteten Beziehungen zwischen den USA und China verknüpfte Besuch von US-Außenminister Antony Blinken in China stützte nicht. In der wichtigen Taiwan-Frage gab es keine Annäherung. Der höchste Außenpolitiker Chinas, Wang Yi, hatte gegenüber Blinken jegliche Kompromisse ausgeschlossen. Es ist der erste Besuch eines US-Außenministers in China seit fünf Jahren.

Die Börse in Hongkong zählte mit einem Abschlag von 1,2 Prozent zu der schwächsten der Region, gleichwohl erholte sich der HSI im späten Geschäft von den Tagestiefs. In Schanghai zeigte sich der Composite 0,5 Prozent tiefer. Pläne für eine Lockerung der Handelsmöglichkeiten mit Renminbi an der Hongkonger Börse konnten die Enttäuschung über das Ausbleiben von Wirtschaftsstimuli nicht wettmachen - halfen aber ein wenig. In der Sonderverwaltungszone führen Technologiewerte mit Ausnahme solcher mit KI-Bezug (Foxconn Industrial Internet schlossen 10 und iFlytek 1,7 Prozent höher) die Liste der Verlierer an: Baidu büßten 2,8 und Alibaba 3,2 Prozent an.

Auch in Südkorea, wo der Kospi 0,6 Prozent nachgab, gehörten Technologietitel zu den schwächeren. Samsung und SK Hynix sanken um 0,8 bzw. 3,5 Prozent. Im Handel verwies man auf die Schwierigkeiten bei Micron Technologies in den USA. Die Entscheidung Pekings, großen chinesischen Unternehmen den Kauf von Micron-Chipprodukten zu verbieten, könnte Micron einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz des Gesamtumsatzes kosten. In Südkorea ging die Sorge um, das chinesische Verbot könnte auch andere ausländische Konzerne treffen. Die Lebensmittelaktie von Nongshim sackte um 6,1 Prozent ein, Finanzminister Choo Kyung-ho hatte die Branche um niedrigere Nudelpreise ersucht. Die Titel des Batterieproduzenten LG Energy Solution verbilligten sich um 4,6 Prozent, die Muttergesellschaft plant die Veräußerung eines größeren Aktienpakets. Die Hoffnung auf überzeugende Zweitquartalszahlen trieb Hanwha Aerospace um 18 Prozent nach oben.

Australien trotzt dem Trend 

In Japan verlor der Nikkei 1,0 Prozent, wobei auch der etwas erholte Yen belastete. Nach der jüngsten Rally sei der Markt überkauft, hieß es. Der Halbleiterwert Tokyo Electron fiel mit den China-Sorgen um 2,5 Prozent, Advantest gaben sogar um 3,2 Prozent nach.

Gegen den regionalen Trend zog der australische S&P/ASX-200 um 0,6 Prozent an - beflügelt vom festen Bankensektor. NAB, Westpac, Commonwealth und ANZ zogen um bis zu 1,5 Prozent an. Positiv für die Finanzbranche wurden aktuelle Daten gewertet, wonach die Immobiliennachfrage das höchste Niveau seit elf Wochen erreicht hatte. Damit scheinen die steigenden Zinsen Käufer nicht abzuschrecken.

=== 
Index (Börse)      zuletzt    +/- %   % YTD    Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)  7.294,90    +0,6%   +3,6%   08:00 
Nikkei-225 (Tokio)   33.370,42    -1,0%   +29,2%   08:00 
Kospi (Seoul)      2.609,50    -0,6%   +16,7%   08:00 
Schanghai-Comp.     3.255,81    -0,5%   +5,4%   09:00 
Hang-Seng (Hongk.)   19.815,83    -1,1%   +1,2%   10:00 
Taiex (Taiwan)     17.274,56    -0,1%   +22,2%   07:30 
Straits-Times (Sing.)  3.243,23    -0,5%   +0,3%   11:00 
KLCI (Malaysia)     1.386,38    -0,2%   -7,1%   11:00 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %   00:00  Fr, 9:33  % YTD 
EUR/USD          1,0929    -0,1%   1,0940   1,0945  +2,1% 
EUR/JPY          154,92    -0,2%   155,17   154,49 +10,4% 
EUR/GBP          0,8529    +0,0%   0,8529   0,8553  -3,6% 
GBP/USD          1,2814    -0,1%   1,2827   1,2797  +5,9% 
USD/JPY          141,77    -0,0%   141,83   141,18  +8,1% 
USD/KRW         1.281,40    +0,3%  1.277,18  1.274,58  +1,5% 
USD/CNY          7,1598    +0,5%   7,1266   7,1231  +3,8% 
USD/CNH          7,1642    +0,5%   7,1298   7,1258  +3,4% 
USD/HKD          7,8158    -0,1%   7,8207   7,8223  +0,1% 
AUD/USD          0,6861    -0,3%   0,6878   0,6885  +0,7% 
NZD/USD          0,6224    -0,2%   0,6233   0,6230  -2,0% 
Bitcoin 
BTC/USD        26.400,60    -0,0% 26.412,39 25.560,58 +59,0% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         70,84    71,78   -1,3%   -0,94 -11,3% 
Brent/ICE         75,71    76,61   -1,2%   -0,90  -9,6% 
GAS                VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF         30,75    35,01   -12,2%   -4,26 -67,9% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.953,71   1.957,99   -0,2%   -4,28  +7,1% 
Silber (Spot)       24,05    24,20   -0,6%   -0,14  +0,4% 
Platin (Spot)       982,38    986,40   -0,4%   -4,03  -8,0% 
Kupfer-Future        3,86     3,89   -0,9%   -0,03  +1,0% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cbr

(END) Dow Jones Newswires

June 19, 2023 03:35 ET (07:35 GMT)

Copyright (c) 2023 Dow Jones & Company, Inc.

© 2023 Dow Jones News
KI braucht Strom
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