DJ DIHK fordert Schritte für mehr Wettbewerbsfähigkeit der EU
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die Europäische Union (EU) muss nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) dringend die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft stärken. Derzeit stehe der Standort Europa enorm unter Druck. Im Vorfeld der Tagung des Europäischen Rates fordert DIHK-Präsident Peter Adrian konkrete Schritte, um den europäischen Wirtschaftsraum zukunftsfähig zu machen. "Ansonsten droht die EU, im globalen Wettbewerb abgehängt zu werden", warnte er.
Die wirtschaftliche Attraktivität des Standortes Europa habe in den vergangenen Jahren zu wenig Aufmerksamkeit erfahren. "Wir müssen unsere Ambitionen steigern. Derzeit sind wir zu langsam und verlieren uns in Details", erklärte Adrian. Das reiche angesichts des immer schneller werdenden globalen Wettbewerbs nicht länger aus. In einem Positionspapier liste die DIHK deshalb zehn Vorschläge für eine Wettbewerbsfähigkeits-Agenda auf. "Ein großes Hemmnis ist nach wie vor die unüberschaubare Bürokratie, von der tagtäglich mehr über die Unternehmen hereinbricht", sagte Adrian.
Die EU habe immer wieder angekündigt, das Problem anzugehen, bislang aber sei "wenig bis nichts passiert". An der selbstgesteckten One-in-one-out-Regel, wonach für ein neues Gesetz ein altes gestrichen werden sollte, würde das besonders deutlich. "Wir sind mittlerweile bei einem Verhältnis von 3,5 neuen Gesetzen zu 1 abgeschafften. Mit dieser wachsenden Belastung stellen wir uns im globalen Wettbewerb selbst ein Bein."
Ausschlaggebend für eine Neupositionierung Europas sind laut DIHK zudem wettbewerbsfähige Energiepreise und schnellere Genehmigungsverfahren. Eine stärkere Diversifizierung müsse die Wertschöpfungs- und Lieferketten resilienter machen. Gleichzeitig sei mehr Offenheit und Vernetzung des Standortes durch weitere Handelsabkommen erforderlich. Mit einem Fokus auf Innovation und Forschung sowie der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz gelte es, Weltmarktanteile bei Schlüsseltechnologien auszubauen. "Wir müssen alles tun, um mit den wichtigen Regionen Schritt zu halten", forderte der DIHK-Präsident. Denn die Konkurrenz schlafe nicht.
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June 27, 2023 06:00 ET (10:00 GMT)
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