TEHERAN (dpa-AFX) - Irans Präsident Ebrahim Raisi ist erstmals in seiner Amtszeit zu Staatsbesuchen in Afrika eingetroffen. Der erzkonservative Politiker landete zu Beginn seiner dreitägigen Reise in Kenias Hauptstadt Nairobi, wie der staatliche iranische Rundfunk am Mittwoch berichtete. Weitere Ziele sind Uganda und Simbabwe. Angesichts internationaler Sanktionen strebt die Islamische Republik nach größerer wirtschaftlicher Unabhängigkeit.
Alle drei afrikanischen Länder unterhalten bereits gute Beziehungen zum Iran, sehen das Land als wichtigen Handelspartner und Investor an und arbeiten auch im Wissenschafts-, Sport- und Technologiesektor zusammen. Kenia als Küstenstaat am Indischen Ozean gilt für iranische Exporte als Tor zu Afrikas Märkten und sieht trotz guter Beziehungen zum Westen den Iran als vielversprechenden Partner.
Auch mit Uganda will der Iran seine wirtschaftliche Kooperation ausweiten. Nach der Unterzeichnung eines der schärfsten Anti-Homosexuellen-Gesetze der Welt sind die Beziehungen zwischen Uganda und den USA angespannt. Im südafrikanischen Simbabwe ist Teheran unter anderem in der Landwirtschaft, beim Bergbau und im Stromsektor involviert.
Teheran liegt mit dem Westen im Streit über sein Atomprogramm. Es soll verhindert werden, dass das von islamischen Geistlichen beherrschte Land Kernwaffen baut. Teheran beteuert, sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen.
Die Beziehungen zu Europa und auch Deutschland hatten sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert. Zuletzt verhängten die USA mit der EU und Partnern Sanktionen wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen im Iran. Unter Raisis Präsidentschaft hat Teheran seine Beziehungen mit China und Russland ausgebaut. Nach Jahren diplomatischer Eiszeit hat der Iran seine Beziehungen zum Rivalen Saudi-Arabien wieder aufgenommen./arb/cpe/pey/jma/pma/hwa/dre/DP/ngu
