VILNIUS (dpa-AFX) - Estlands Regierungschefin Kaja Kallas hat Verständnis für den Unmut der Ukraine über die aus Kiews Sicht unzureichenden Zusagen für einen künftigen Nato-Beitritt geäußert. "Auf ukrainischer Seite herrschte natürlich Frust. Verständlicherweise. Die Ukraine möchte den Frieden haben, den der Nato-Schirm zum Beispiel unserem Land bringt", sagte sie am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels in der litauischen Hauptstadt Vilnius. "Aber es ist sehr wichtig, dass alle Verbündeten hinter dieser Entscheidung stehen und wir diesen Prozess in Gang setzen, um die Ukraine in die Nato aufzunehmen."
Die Ministerpräsidentin des an Russland grenzenden baltischen EU- und Nato-Landes betonte: "Ich glaube wirklich, dass die Ukraine ihren Platz in der Nato hat. Durch die Mitgliedschaft in der Nato werden die Grauzonen beendet, die Konflikte und Kriege hervorrufen", sagte Kallas. Die Nato-Staaten und die Ukraine seien sich einig, dass Kiew nicht Mitglied werden könne, solange der Krieg gegen Russland andauere. Das Bündnis dürfe aber nicht zögern, die Ukraine aufzunehmen, sollte sich die Chance dazu bieten.
"Es könnte eine sehr kurze Zeitspanne sein, wenn die Ukraine Russland nach Russland zurückgedrängt hat und sie die Möglichkeit haben, der Nato beizutreten. Wir sollten es wirklich schnell tun", betonte Kallas. Denn es sei die einzige und günstigste Sicherheitsgarantie, die Russland abschrecke./awe/DP/ngu
