DJ Netzbetreiber legen Plan zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur vor
BERLIN (Dow Jones)--Die Fernleitungsnetzbetreiber haben ihren Plan für ein deutschlandweites Wasserstoff-Kernnetz veröffentlich und damit laut Bundeswirtschaftsministerium einen erster wichtigen Schritt für die künftige Wasserstoff-Infrastruktur gemacht. Der Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes soll privatwirtschaftlich erfolgen und durch Netzentgelte finanziert werden. Nach Ansicht der Bundesregierung ist Wasserstoff zentral, um wichtige Industriezweige auf dem Weg zur Klimaneutralität zu dekarbonisieren. Die notwendige Wasserstoff-Netzinfrastruktur soll daher schnell und kosteneffizient aufgebaut sowie in den EU-Binnenmarkt eingebettet werden.
Zu dem Wasserstoff-Kernnetz, den sogenannten "Wasserstoffautobahnen", haben die Fernleitungsnetzbetreiber nun in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur und dem Wirtschaftsministerium ihre Vorschläge unterbreitet. Mit dem Wasserstoff-Kernnetz sollen derzeit bekannte große Verbrauchs- und Erzeugungsregionen für Wasserstoff in Deutschland erreicht und so zentrale Wasserstoff-Standorte, beispielsweise große Industriezentren, Speicher, Kraftwerke und Importkorridore, angebunden werden.
"Das Kernnetz wird wichtige Wasserstoff-Infrastrukturen, die bis 2032 in Betrieb gehen sollen, beinhalten", erklärte das Ministerium.
Auf diesem, von den Fernleitungsnetzbetreibern modellierten Kernnetz aufbauend, soll es dann in weiteren Stufen weitere Ausbaustufen des Wasserstoffnetzes geben.
BDEW fordert Einbeziehung von Gasverteilnetzbetreibern
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte zur Vorlage des Planungsstands für das Wasserstoff-Kernnetz, es sei gut, dass der Startschuss für den Aufbau eines deutschlandweiten leistungsfähigen Kernnetzes für den überregionalen Transport gefallen sei. Der Verband mahnt aber an, dass auch die Gasverteilnetzbetreiber mit ihrer regionalen Kompetenz eingebunden werden sollen.
"Es ist grundsätzlich sinnvoll, mit einem ehrgeizigen Kernnetz auf Ebene der Transportleitungen zu starten. So können alle Regionen in Deutschland profitieren. Aber natürlich können und sollen auch die Gasverteilnetzbetreiber (VNB) ihren Beitrag zum Aufbau dieser Wasserstoff-Infrastruktur leisten", sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Um den Industriestandort Deutschland klimaneutral und zukunftsfest zu machen, muss in einem weiteren Schritt aber auch das regionale Verteilernetz in die künftige Wasserstoffwirtschaft eingebunden werden."
Denn Verteilernetzbetreiber verfügten über die unverzichtbare regionale Netzkompetenz. Die effiziente Umstellung bestehender Gasverteilnetzinfrastruktur und die Anbindung der Wasserstoffkunden über das Verteilnetz an die Wasserstoff-Infrastruktur sei daher "ein wichtiger Baustein für den Erfolg" des Wasserstoffhochlaufs, so Andreae.
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July 12, 2023 08:52 ET (12:52 GMT)
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