DJ EZB/Lane: Bankenkanal der Geldpolitik dürfte sich verstärken
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wirkung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Wirtschaft über die Banken wird sich nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane mit Verzögerung entfalten und verstärken. "Der Bankenkanal wird sich in den kommenden Monaten wahrscheinlich weiter verstärken", sagte Lane laut veröffentlichtem Redetext bei einer Podiumsdiskussion. Die beträchtliche Straffung der Geldpolitik im vergangenen Jahr wird sich nach seiner Aussage erst in den nächsten Jahren voll auf die Wirtschaft auswirken wird.
So werde sich die Transmission durch die laufende Neufestsetzung der Refinanzierungszinsen der Banken verstärken. Die Neufestsetzung der Preise für fällig werdende Festzinskredite werde die aggregierten Kreditzinsen steigen lassen. "Der Rückgang der Liquidität aufgrund der weiteren Rückzahlung von TLTRO-Mitteln und der Verkleinerung des APP-Portfolios wird die Transmission über den Bankenkanal in den kommenden Monaten weiter verstärken", erläuterte Lane.
Darüber hinaus würde jede Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds auch den Bankenkanal verstärken, indem die Kreditnachfrage sinke und die Kreditrisiken stiegen. Nichtlineare Verstärkungseffekte könnten auftreten, wenn es im Euroraum oder im Ausland zu finanziellen Spannungen komme.
Aktuelle Aufschlüsse über die Wirkung des Bankenkanals erhofft Lane sich von der nächsten Quartalsumfrage der EZB zur Kreditvergabe der Banken.
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July 12, 2023 10:22 ET (14:22 GMT)
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