DJ DAX-Konzerne mit nur noch leichtem Gewinn- und Umsatzwachstum - EY-Analyse
FRANKFURT (Dow Jones)--Die größten börsennotierten Konzerne Deutschlands sind zwar im zweiten Quartal auf Wachstumskurs geblieben, der Gesamtumsatz der DAX-Unternehmen stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber nur noch um 1,1 Prozent. Immerhin 14 Unternehmen verzeichneten sogar niedrigere Umsätze als im Vorjahreszeitraum, wie die Wirtschaftsberatung EY in einer Studie ermittelt hat.
Auch der Gewinn entwickelt sich nicht mehr so dynamisch wie noch im vergangenen Jahr: Der operative Gewinn der Unternehmen stieg zwar um knapp 3 Prozent auf 40,5 Milliarden Euro gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres, das stark negativ beeinflusst war durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Insgesamt war die Gewinnentwicklung aber uneinheitlich: 22 Unternehmen konnten ihren Gewinn steigern, 18 Unternehmen meldeten einen niedrigeren Gewinn als im Vorjahreszeitraum.
"Nach einem sehr starken Vorjahr ist die Luft für viele Unternehmen nun sehr dünn geworden", fasst Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, zusammen. "Es fällt immer schwerer, das erreichte hohe Gewinnniveau zu halten, immer stärker spüren viele Unternehmen die schwache Konjunkturentwicklung." Zuletzt haben vor allem Chemieunternehmen von einer gesunkenen Nachfrage berichtet und ihre Prognosen nach unten korrigiert.
Stabil aufwärts ging es hingegen im zweiten Quartal bei den Autokonzernen, die vom nachlassenden Chipmangel bei hohen Preisen profitieren und weiterhin hohe Gewinne vor allem mit Verbrennern erwirtschaften. Aber auch der Automobilbranche weht der Wind zunehmend ins Gesicht: Denn die Auftragseingänge sind schwach - angesichts der hohen Inflation, zunehmender Konjunktursorgen und dem anhaltend hohen Zinsniveau sinkt die Kaufbereitschaft bei Kunden. Überkapazitäten und Rabatte könnten daher bald wieder auf die Margen drücken.
Insgesamt rechnet Ahlers damit, dass die zweite Jahreshälfte noch schwieriger wird als die erste. Wachstumsimpulse seien nicht in Sicht. Zudem werde das geringe Umsatzwachstum von der nach wie vor hohen Inflation mehr als aufgezehrt,.
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August 11, 2023 04:31 ET (08:31 GMT)
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