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MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Sinkende Renditen und Wall Street stützen

DJ MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Sinkende Renditen und Wall Street stützen

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem Rücksetzer zur Mittagszeit zeigen sich Europas Börsen am Montagnachmittag wieder auf dem Weg nach oben. Der DAX gewinnt 0,9 Prozent auf 15.779 Punkte und liegt damit nur knapp unter dem kurz zuvor gesehehen Tageshoch. Der Euro-Stoxx-50 legt um 1,3 Prozent zu. Unterstützt wird die Bewegung von steigenden Notierungen am Rentenmarkt - die Renditen fallen also. Dazu ist die Wall Street mit soliden Kursgewinnen in den Handel gestartet, auch das ermutigt zu Käufen hierzulande.

Insgesamt handelt es sich wohl um eine technische Bewegung. Die Umsätze sind aufgrund des Feiertags in Großbritannien dünn. Den nächsten größeren fundamentalen Impuls könnte die Veröffentlichung der europäischen Verbraucherpreise am Donnerstag setzen. Dann werden auch aus den USA wichtige Preisdaten kommen mit dem Preisindex der persönlichen Konsumausgaben. Sie gelten als ein von der US-Notenbank bevorzugtes Preismaß.

Die Märkte verdauen noch die Aussagen vom Notenbanker-Symposium in Jackson Hole vom vergangenen Freitag. Die Analysten der Bank of America sprechen von einem "Rorschach-Test". Jeder könne in die Aussagen hineininterpretieren was er wolle, falken- und taubenhafte Passagen hätten sich die Waage gehalten. US-Notenbankpräsident Jerome Powell hatte bekräftigt, das Inflationsziel von 2 Prozent erreichen zu wollen und ein vorsichtiges Vorgehen signalisiert. Zugleich begrüßte er den langsameren Preisanstieg, wies aber auch auf die widerstandsfähige US-Wirtschaft hin.

Weiter nicht gut sieht es derweil für die deutsche Konjunktur aus, die Ifo-Exporterwartungen sind im August weiter gefallen. "Die deutschen Exporteure kämpfen weiterhin mit einer schwachen Weltnachfrage", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Zudem beklagen immer mehr Unternehmen, dass ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit leide."

Technologieaktien liegen vorne 

Die als besonders zinsempfindlich geltenden Technologieaktien liegen bei den Branchen an der Spitze mit einem Anstieg von 1,6 Prozent.

Im DAX sind Branchentrends kaum erkennbar. An der Spitze liegen im deutschen Leitindex Zalando (+2,6%) vor Deutsche Bank (+2,3%) und Siemens Energy (+2,1%). Am Ende liegen als einzige im Minus Vonovia (-1,2%). Die deutsche Immobilienbranche wird von erneuten Diskussionen um eine Mietpreisbremse belastet. Die SPD will den Kampf gegen steigende Mieten verschärfen und fordert einen bundesweiten Stopp von Mieterhöhungen für drei Jahre. TAG Immobilien verbilligen sich um 1,2 und LEG Immobilien um 0,4 Prozent.

Unternehmensnachrichten sind Mangelware. Bayer gewinnen 0,6 Prozent. Die Forderung des Investors Artisan Partners, das Unternehmen aufzuspalten, wird im Handel als "nicht neu" bezeichnet. Auch dass das zum Bayer-Konzern gehörende US-Unternehmen Bluerock bei der Entwicklung einer Zelltherapie zur Behandlung der verbreiteten Parkinson-Erkrankung einen ersten Erfolg verzeichnet hat, sorgt für keinen größeren Kursimpuls. Die Bayer-Aktie werde neben des Abschlags wegen der anhängigen Glyphosat-Klagen, ebenfalls mit einem Konglomerats-Abschlag bewertet, heißt es im Handel.

Gut kommen die Zahlen zum dritten Quartal des Börsenneulings Thyssenkrupp Nucera an. Der Kurs des Wasserstoffexperten steigt um 1,9 Prozent. Auftragseingang und Umsatz konnten deutlich gesteigert werden. Dazu erwartet Nucera weiteres Umsatzwachstum.

Neue Daten aus einer spätklinischen Studie zum Medikament Leqvio stützen Novartis (+1,5%). Es soll den Cholesterinspiegel von Patienten mit arteriosklerosen kardiovaskulären Erkrankungen verringern. Leqvio ist bereits in mehr als 80 Ländern zugelassen. Dem Mittel wird von Analysten Blockbuster-Potenzial zugebilligt.

Aktienindex       zuletzt    +/- %   absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.290,61    +1,3%    54,36   +13,1% 
Stoxx-50        3.955,34    +0,9%    33,38    +8,3% 
DAX          15.779,33    +0,9%   147,51   +13,3% 
MDAX          27.274,81    +1,0%   275,34    +8,6% 
TecDAX         3.112,51    +1,0%    29,96    +6,6% 
SDAX          13.109,92    +0,8%   110,14    +9,9% 
FTSE            0,00      0%    0,00    -1,5% 
CAC           7.328,26    +1,4%    98,66   +13,2% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut   +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,55          -0,00    -0,02 
US-Zehnjahresrendite    4,22          -0,01    +0,34 
 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %  Mo, 8:16 Fr, 17:28  % YTD 
EUR/USD          1,0805    +0,1%   1,0816   1,0787  +0,9% 
EUR/JPY          158,34    +0,1%   158,32   157,75 +12,8% 
EUR/CHF          0,9560    +0,1%   0,9549   0,9548  -3,4% 
EUR/GBP          0,8583    +0,0%   0,8581   0,8578  -3,0% 
USD/JPY          146,55    +0,1%   146,37   146,26 +11,8% 
GBP/USD          1,2588    +0,0%   1,2606   1,2575  +4,1% 
USD/CNH (Offshore)    7,3006    +0,2%   7,2916   7,2958  +5,4% 
Bitcoin 
BTC/USD        26.080,75    +0,1%  25.953,35  25.952,34 +57,1% 
 
 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settlem.    +/- %   +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         80,72    79,83    +1,1%    +0,89  +3,1% 
Brent/ICE         85,05    84,48    +0,7%    +0,57  +2,9% 
GAS                VT-Settlem.         +/- EUR 
Dutch TTF         37,56    34,78    +8,0%    +2,78 -57,0% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag    +/- %   +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.917,52   1.915,35    +0,1%    +2,17  +5,1% 
Silber (Spot)       24,24    24,23    +0,0%    +0,01  +1,1% 
Platin (Spot)       961,18    947,45    +1,4%   +13,73 -10,0% 
Kupfer-Future        3,78     3,77    +0,2%    +0,01  -1,0% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/gos

(END) Dow Jones Newswires

August 28, 2023 10:03 ET (14:03 GMT)

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