DJ Bundesbank/Buch: Kredit- und Liquiditätsrisiken könnten steigen
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Bundesbankvizepräsidentin Claudia Buch hat vor steigenden Risiken im Finanzsystem gewarnt. "Kredit- und Liquiditätsrisiken könnten steigen", erklärte Buch im Vorfeld der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. Zwar habe der starke Zinsanstieg bereits Schwachstellen offengelegt, doch seien seine vollen Auswirkungen noch nicht sichtbar geworden. "Finanzinstitute sollten die derzeit gute Gewinnsituation nutzen, um ihre Resilienz zu stärken", riet Buch.
Claudia Buch wird demnächst Chefin der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB). Zur IWF-Jahrestagung fährt sie aber noch in ihrer aktuellen Funktion. Buch betonte die Bedeutung des IWF als Kreditgeber für finanziell angeschlagene Länder, der seinerseits angemessen finanziert sein müsse. "Dazu arbeiten wir in internationalen Gremien an einem baldigen Abschluss der laufenden Quotenüberprüfung", sagte Buch. Gerade jetzt brauche es eine gute Krisenprävention und Überwachung der Wirtschafts- und Finanzpolitik - "hier hat der IWF eine wichtige Funktion."
Die IWF-Quotenreform hätte eigentlich Ende 2022 abgeschlossen werden sollen. Schwellenländer - vor allem China - wollen mehr Stimmrechte, weil ihr Anteil an der Weltwirtschaft deutlich zugenommen hat. Seit 2018 hat es aber keine Veränderungen bei den Stimmrechten mehr gegeben. Deutschland unterstützt das Anliegen der Schwellenländer prinzipiell.
IWF-Chefin Kristalina Georgieva wird am 16. Oktober (6.15 Uhr) über die Beratungen des IWF-Lenkungsausschusses informieren. Am morgigen Dienstag veröffentlicht der IWF seinen Weltwirtschaftsausblick (15.00 Uhr) und den Finanzstabilitätsbericht (16.30 Uhr).
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October 09, 2023 10:30 ET (14:30 GMT)
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