DJ MIDDAY BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Der Markt-Überblick am Mittag, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
AKTIEN- UND ANLEIHEMÄRKTE (13:00 Uhr)
INDEX Stand +- % +-% YtD E-Mini-Future S&P-500 4.390,75 -0,2% +10,8% E-Mini-Future Nasdaq-100 15.247,75 -0,3% +34,0% Euro-Stoxx-50 4.141,78 -0,2% +9,2% Stoxx-50 3.952,53 +0,2% +8,2% DAX 15.195,02 -0,3% +9,1% FTSE 7.664,06 +0,4% +2,4% CAC 7.017,10 -0,1% +8,4% Nikkei-225 32.040,29 +1,2% +22,8% EUREX Stand +/- Punkte +/- Punkte YtD Bund-Future 128,66 -0,45 -4,14
ROHSTOFFMÄRKTE
ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 86,89 86,66 +0,3% +0,23 +11,7% Brent/ICE 89,91 89,65 +0,3% +0,26 +10,0% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.923,87 1.919,94 +0,2% +3,93 +5,5% Silber (Spot) 22,69 22,65 +0,2% +0,04 -5,3% Platin (Spot) 896,55 895,50 +0,1% +1,05 -16,1% Kupfer-Future 3,55 3,58 -1,0% -0,04 -6,9% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Die Ölpreise tendieren leicht im Plus. Auch am Ölmarkt verfolgen die Akteure nervös die Entwicklungen im Krieg zwischen Israel und der Hamas. Am Markt herrscht die Befürchtung, dass der Krieg auf andere Länder der Region, darunter wichtige Ölexporteure wie Iran, übergreifen und in der Folge eine Angebotsverknappung entstehen könnte.
AUSBLICK AKTIEN USA
Leicht im Minus zeigen sich die Futures auf die großen US-Aktienindizes am Dienstag vorbörslich. Nach der kräftigen Erholung vom Wochenbeginn dominiert wieder Zurückhaltung. Anleger warten gespannt auf Quartalsausweise bedeutender US-Unternehmen. Im Blick stehen dabei besonders die Zahlen der Banken Goldman Sachs, Bank of America und Bank of New York Mellon. Am Freitag vergangener Woche waren die Ergebnisse von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo positiv aufgenommen worden. Hoffnungen, dass die gesamte Bilanzsaison so erfreulich verläuft, wie sie begonnen hat, stützen dabei den Gesamtmarkt, wie es im Handel heißt. Daneben bleibt der Nahost-Krieg ein zentrales Thema. Aktuell überwiegt nach Angaben von Marktbeobachtern noch die Zuversicht, dass die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung Früchte tragen. Konjunkturseitig werden die stark beachteten Einzelhandelsumsätze aus dem September veröffentlicht. Sie geben Auskunft über die Konsumfreude der US-Verbraucher. Der private Konsum steht für etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung. Daneben stehen September-Daten zur Industrieproduktion und die August-Daten zu den Lagerbeständen auf der Agenda.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
Folgende Unternehmen veröffentlichen im weiteren Tagesverlauf Geschäftszahlen:
13:25 US/Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 3Q (15:30 Analystenkonferenz)
13:30 US/Lockheed Martin Corp, Ergebnis 3Q
19:00 AT/Telekom Austria AG, Production Report 3Q
22:00 US/United Airlines Holdings Inc, Ergebnis 3Q
AUSBLICK KONJUNKTUR +
- US
14:30 Einzelhandelsumsatz September
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,6% gg Vm
Einzelhandelsumsatz ex Kfz
PROGNOSE: +0,2% gg Vm
zuvor: +0,6% gg Vm
15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung September
Industrieproduktion
PROGNOSE: +0,1% gg Vm
zuvor: +0,4% gg Vm
Kapazitätsauslastung
PROGNOSE: 79,6%
zuvor: 79,7%
16:00 Lagerbestände August
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: 0,0% gg Vm
FINANZMÄRKTE EUROPA
Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich am Dienstagmittag weiterhin wenig verändert, wobei nun allerdings eher die Minus-Zeichen überwiegen. Im Handel ist von einer gewissen Stabilisierung die Rede. "Der Markt gibt der Diplomatie eine Chance", so ein Händler zur Krise im Nahen Osten. Dazu kommen gute Vorgaben von der Wall Street. Allerdings ziehen die Ölpreise wieder etwas an, und auch die Anleiherenditen gehen wieder etwas nach oben. Mit minus 1,1 sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im Oktober deutlich besser als die Prognose von minus 8,5 Punkten ausgefallen. Allerdings war die Lesung für die Konjunkturlage etwas schwächer als erwartet. Während die rohstoffnahen Basic Resources nach den Aufschlägen vom Wochenauftakt wieder nachgeben, stehen die Aktien der Versorger auf der Gewinnerseite. Im DAX steigen Airbus um 2,3 Prozent, gestützt von einer Kaufempfehlung durch Jefferies. Bei RWE (+1,4%) hat die Deutsche Bank die Kaufempfehlung bekräftigt. Auf der anderen Seite fallen Brenntag um 4,6 Prozent. Sartorius geben weitere 3,6 Prozent ab, Symrise 1,6 Prozent. Im SDAX schießen Drägerwerk um 9,5 Prozent nach oben. Das Medizintechnikunternehmen hat sich im dritten Quartal besser als erwartet entwickelt. Ericsson (-8,3%) hat enttäuschende endgültige Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben. Die Aussagen auf dem Kapitalmarkttag von Lonza (-10,4%) stufen die Analysten von RBC als "schlechter als erwartet" ein.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:21 Uhr Mo, 17:25 Uhr % YTD EUR/USD 1,0555 -0,0% 1,0540 1,0545 -1,4% EUR/JPY 157,83 -0,0% 157,68 157,75 +12,5% EUR/CHF 0,9511 +0,1% 0,9499 0,9502 -3,9% EUR/GBP 0,8681 +0,4% 0,8648 0,8648 -1,9% USD/JPY 149,55 +0,0% 149,61 149,59 +14,1% GBP/USD 1,2159 -0,5% 1,2187 1,2195 +0,5% USD/CNH (Offshore) 7,3214 +0,1% 7,3185 7,3106 +5,7% Bitcoin BTC/USD 28.497,14 +0,2% 28.160,06 28.058,15 +71,7%
Sollten sich am Nachmittag mit Vorlage neuer US-Konjunkturdaten die Anzeichen für eine weiche Landung der US-Konjunktur verdichten, wäre das auch positiv für den Dollar. Denn das hieße, dass die US-Notenbank wohl nicht so bald ihren Leitzins senken würde, so Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Auf dem Datenkalender stünden mit den Einzelhandelsumsätzen und Daten zur Industrieproduktion Veröffentlichungen, die zumindest einiges an Beachtung am Markt finden dürften. Natürlich könnten die Daten enttäuschen. Dies würde wohl aber kaum ausreichen, um den Konjunkturoptimisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Den Dollar würde dies daher wohl kaum belasten, erwartet die Expertin. Und solange es keine Entspannung im Nahost-Konflikt gebe, dürfte der Dollar ohnehin weiter gefragt bleiben.
FINANZMÄRKTE OSTASIEN
Die diplomatischen Bemühungen, eine regionale Ausweitung des Krieges zwischen Israel und der palästinensischen Hamas zu verhindern, haben am Dienstag an den ostasiatischen Börsen und in Sydney für Zuversicht gesorgt. Dazu kamen erneut taubenhafte Töne aus Reihen der US-Notenbank, wenngleich die Renditen am Anleihemarkt stiegen - auch weil Anleihen als sicherer Hafen zunächst nicht mehr gesucht waren. In Sydney kamen die Kurse von ihren Tageshochs zurück, nachdem die Notenbank Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisiert hatte, sollte sich die Inflation nicht schnell genug abkühlen. Mit Blick auf die Einzelwerte waren Liontwon in Sydney weiter ausgesetzt. Die Anleger konnten also erneut nicht auf die Entwicklung vom Wochenende reagieren, als der US-Konzern Albemarle seine geplante Übernahme des australischen Lithiumproduzenten im Wert von 4,16 Milliarden Dollar aufgegeben hatte. Rio Tinto (+1,2%) hat seine Produktion von Aluminium und Kupfer im dritten Quartal gesteigert. Dazu sprach das Unternehmen von Stabilisierungstendenzen im wichtigen Abnehmerland China. Der Kurs des Konkurrenten BHP verbesserte sich um 0,9 Prozent, die Aktie des Eisenerzspezialisten Fortescue legte um 1,3 Prozent zu. Newcrest gingen gut behauptet aus dem Tag. Der Goldschürfer hat laut RBC einen schwachen Produktionsbericht vorgelegt. Telstra schlossen unverändert. Das Telekomunternehmen hatte seine Gewinn- und Investitionsprognosen für das Gesamtjahr bestätigt. In Seoul lagen Chipaktien auffallend fest im Markt. Samsung Electronics und SK Hynix verteuerten sich um 3,1 bzw. 4,8 Prozent. Händler sprachen von zunehmenden Hoffnungen auf eine Erholung der Chippreise. Dass der japanische Autobauer Toyota (+0,8%) nach einem Unfall bei einem Zulieferer drei Fertigungsstraßen an zwei Standorten herunterfahren musste, belastete den Kurs nicht.
CREDIT
Die Risikoprämien gegen den Ausfall europäischer Unternehmens- und Staatsanleihen treten auch am Dienstag auf der Stelle. In den kommenden Stunden und Tagen wird die Entwicklung im Nahen Osten die Risikostimmung bestimmen. Aktuell ist zunächst abwarten angesagt. Mit Blick auf die Bundesanleihen ist zu vermerken, dass sich die EWU-Bundspreads jüngst tendenziell einengten. Vor allem die Zinsdifferenz zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen ist zusammengelaufen. Hier verweisen die Zinsstrategen der DZ Bank darauf, dass die italienische Regierung am Montag die Budgetplanungen für 2024 konkretisiert hat und zur Gegenfinanzierung auch Privatisierungen plant.
UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 7.30 UHR
DHL
Die DHL-Tochter Supply Chain will in den kommenden fünf Jahren 350 Millionen Euro in Südostasien investieren. Damit sollen dort Lagerkapazitäten, Belegschaft und Nachhaltigkeitsinitiativen ausgebaut werden, wie der Anbieter von Kontraktlogistiklösungen entlang der Lieferketten mitteilte.
DHL
Mehr als zwei Jahre nach einer Blockade am Flughafen Leipzig/Halle haben der Logistikkonzern DHL und weitere Klimaaktivisten einen außergerichtlichen Vergleich erzielt. Wie ein Sprecher des Landgerichts im sächsischen Leipzig am Dienstag sagte, stimmten zwei Klimaaktivisten dem Vergleich zu. In einem dritten Fall zeichnete sich ebenfalls ein solcher Beschluss ab.
INFINEON/VITESCO
Infineon wird Vitesco ab 2027 mit Microcontrollern der Aurix-TC4x-Familie beliefern. Der Autozulieferer sichert sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren vertraglich Halbleiter mit einem Liefervolumen von mehr als 1 Milliarde Euro. Vitesco wird die Microcontroller für die nächste Generation von Master- und Zone-Controllern bei Elektrisch-Elektronischen Fahrzeugarchitekturen sowie für neue Elektrifizierungssystemlösungen einsetzen.
ADLER
wird die geprüften Abschlüsse für die Jahre 2022 und 2023 voraussichtlich in knapp einem Jahr vorlegen können. "Ich rechne damit, dass wir Prüfungsurteile im September nächsten Jahres haben", sagte Verwaltungsratschef Stefan Kirsten in einer Telefonkonferenz. Am Vortag hatte Adler bekanntgegeben, nach langer Suche einen Abschlussprüfer für die ausstehenden Konzernjahresabschlüsse gefunden zu haben.
SPORTSCHECK
Die britische Frasers Group expandiert in Deutschland. Das Unternehmen übernimmt die deutsche Sport-Einzelhandelskette SportScheck von der Signa Retail Department Store Holding GmbH für eine nicht genannte Summe.
AMAZON
sagt den gefälschten Online-Bewertungen von Hotels, Restaurants und allen möglichen Dingen bis hin zu Alltagsprodukten den Kampf an und arbeitet dafür mit den Portalen Booking.com, Glassdoor, Tripadvisor und Trustpilot zusammen. Ziel sei es, eine "globale Koalition für vertrauenswürdige Bewertungen" ins Leben zu rufen.
BAIDU
hat ein neues generatives Modell für künstliche Intelligenz namens Ernie 4.0 vorgestellt. Nach Aussage der Chinesen könnte Ernie mit dem ChatGPT von OpenAI konkurrieren. "Die Fähigkeiten von Ernie 4.0 stehen denen von GPT-4 in nichts nach", sagte CEO Robin Li auf einer Veranstaltung.
ERICSSON
wird vorsichtiger. Der schwedische Telekommunikationsausrüster warnte, dass die aktuelle Unsicherheit im Mobilfunkgeschäft auch im kommenden Jahr noch anhalten werde, was die Investitionen der Kunden beeinträchtige. Der Konzern zog als Konsequenz den Zeitplan für die Erreichung eines wichtigen Margenziels zurück.
FORD
Bill Ford hat vor den Folgen eines langen Streiks für den Autohersteller Ford und die Branche insgesamt gewarnt und eine Lösung in der "erbitterten" Auseinandersetzung mit der Gewerkschaft United Auto Workers angemahnt. Der Urenkel von Firmengründer Henry Ford, der sich als Executive Chairman erstmals öffentlich zu dem seit Sommer laufenden Arbeitskampf äußerte, sieht die Zukunft der Branche in den USA insgesamt bedroht. "Wir stehen an einem Scheideweg", sagte Ford.
JOHNSON & JOHNSON
hat nach einem unerwartet starkem Ergebnissprung im dritten Quartal seine bereinigte Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht. Auch bei der bereinigten operativen Umsatzschätzung wird der Konzern optimistischer. Im vorbörslichen US-Handel klettert der Aktienkurs um 0,8 Prozent.
LONZA
wird bei der erwarteten Margenentwicklung im kommenden Jahr pessimistischer. Wie der Konzern anlässlich seines Kapitalmarkttages mitteilte, wird für 2024 nun mit einer bereinigten EBITDA-Marge "im hohen 20-Prozent-Bereich" gerechnet. Im Juli hatte Lonza hier noch 31 bis 33 Prozent genannt. Als Grund nannte die Gesellschaft unter anderem den Verlust von Moderna-Umsätzen. Lonza wird die Produktion des Corona-Impfstoffs für Moderna am Standort Visp im dritten Quartal einstellen, weil die US-Gesellschaft ihren Bedarf am Impfstoff künftig aus der eigenen Produktion decken wird.
ROLLS-ROYCE
will im Rahmen eines Transformationsprogramms und einer Strategieüberprüfung weltweit 2.000 bis 2.500 Stellen der insgesamt 42.000 Stellen abbauen. Die neue Struktur soll ein agileres Unternehmen schaffen. Es soll den Service für die Kunden sowie bei Beschaffung und Lieferketten-Management verbessern und kosteneffizienter wirtschaften. Rolls-Royce hatte die Strategieüberprüfung im Januar angekündigt.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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October 17, 2023 07:01 ET (11:01 GMT)
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