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MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen die Verluste aus

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen die Verluste aus

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen bauen die Verluste bis Montagnachmittag aus. Das Attentat auf US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump ist Thema Nummer Eins, die Auswirkungen auf die Börse halten sich aber in Grenzen. Erwartet wird, dass der Ex-Präsident durch den gescheiterten Mordanschlag weiter an Zustimmung gewinnt. Bei einem Wahlsieg dürfte Trump die Zölle erhöhen, aber auch die Steuern senken und damit das US-Haushaltsdefizit weiter in die Höhe treiben. Zugleich kommen schwächere Wirtschaftsdaten aus China und New York sowie teilweise belastende Unternehmensnachrichten.

Der DAX verliert 0,7 Prozent auf 18.616 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,9 Prozent auf 4.996 nach unten. An den Devisenmärkten notiert der Euro mit 1,0912 Dollar etwas fester. Möglicherweise könnten im weiteren Verlauf noch von einer Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell Impulse ausgehen. Sollte Powell den jüngsten Rückgang der Inflation stärker thematisieren, werde die Zinsspekulation weiter zunehmen, sagt der Marktteilnehmer.

Die Berichtssaison liefert Impulse. Von enttäuschenden Zahlen spricht ein Marktteilnehmer mit Blick auf Swatch (-10,3%). Der Umsatz ging im ersten Halbjahr um 14 Prozent zurück, der Gewinn hat sich mehr als gedrittelt. Der Uhren-Konzern verweist zur Begründung auf ein schwaches China-Geschäft. Laut Jefferies ist das erste Halbjahr schlechter als befürchtet gelaufen. Swatch setzt nun auf ein starkes zweites Halbjahr und meint, der Umstrukturierungsprozess trage Früchte. Richemont verlieren 4,3 Prozent.

Ein enttäuschender Quartalsbericht drückt den Kurs von Burberry sogar um 18,3 Prozent. Nach einer schwachen Umsatzentwicklung sowie einem drohenden operativen Verlust im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hat der Konzern nun einen Dividendenausfall angekündigt. Im Gefolge fallen Hugo Boss um 3,7 Prozent. Für LVMH geht es 2,9 Prozent nach unten, Kering geben 5,4 Prozent ab.

Baywa brechen ein 

Baywa brechen um 35 Prozent ein. Grund ist die Meldung von Freitagabend, dass der Agrar-, Handels- und Energiekonzern ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben hat. Die angespannte Finanzierungslage ist an der Börse seit längerem ein Thema, das ist auch am Aktienkurs abzulesen, der seit Jahresbeginn bis zum Handelsende am Freitag bereits 27 Prozent verloren hat. Baywa ist in den vergangenen Jahren durch Übernahmen stark gewachsen und hat einen Schuldenberg aufgehäuft. "Die steigenden Zinsen haben dann das Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischt", so ein Marktteilnehmer. Nun müssten Teile verkauft werden, um die Bilanz zu stärken.

Evonik geraten nach den Zahlen unter Druck und verlieren 1,6 Prozent. Grund ist der Ausblick. Evonik hat im ersten Halbjahr ein EBITDA von 1,1 Milliarden Euro erzielt. Damit deutet auch die angehobene Prognose von 1,9 bis 2,2 Milliarden darauf hin, dass das Gewinnniveau im zweiten Halbjahr bestenfalls verteidigt werden kann.

RWE (-3,3%) geraten mit den Anbietern erneuerbarer Energien unter Druck. "Das ist der Trump-Trade", so ein Marktteilnehmer. Er werde im Fall einer weiteren Präsidentschaft die Anbieter konventioneller Energien stärken, zu Lasten der erneuerbaren. Starke Verluste zeigen im DAX auch Siemens Energy mit minus 4,1 Prozent. Der Versorgersektor gibt um 1,7 Prozent nach.

Nordex (-4,9%) verzeichnete im ersten Halbjahr ein deutliches Wachstum des Auftragseingangs. Im zweiten Quartal schwächten sich die Orders aber spürbar ab. Die Preise blieben stabil. Der Auftragseingang stieg in den ersten sechs Monaten um 27 Prozent zum Vorjahr auf 3.357 Megawatt. Drägerwerk fallen um 1,3 Prozent. Auf Basis vorläufiger Zahlen lag das EBIT in den ersten sechs Monaten mit 56 Millionen Euro rund 16,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Dazu trugen allerdings auch Einmaleffekte über etwa 20 Millionen Euro bei. Bei Warburg heißt es, Drägerwerk habe die Schätzungen des Hauses für das zweite Quartal sowohl auf der Umsatz- als auch auf der EBIT-Seite deutlich geschlagen, der Auftragseingang habe die Erwartungen aber unterschritten.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %   absolut +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.995,99    -0,9%   -47,03   +10,5% 
Stoxx-50        4.542,24    -0,8%   -35,36   +11,0% 
DAX          18.615,88    -0,7%   -132,30   +11,1% 
MDAX          25.647,04    -1,0%   -257,18   -5,5% 
TecDAX         3.387,21    -0,6%   -21,72   +1,5% 
SDAX          14.554,79    -0,9%   -130,17   +4,3% 
FTSE          8.181,60    -0,9%   -71,31   +6,7% 
CAC           7.643,06    -1,1%   -81,26   +1,3% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut  +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,46          -0,01   -0,11 
US-Zehnjahresrendite    4,22          +0,04   +0,34 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %  Mo, 8:29 Fr, 17:25  % YTD 
EUR/USD          1,0915    +0,2%   1,0887   1,0908  -1,2% 
EUR/JPY          172,43    +0,1%   172,22   172,15 +10,8% 
EUR/CHF          0,9760    +0,1%   0,9752   0,9753  +5,2% 
EUR/GBP          0,8400    +0,1%   0,8397   0,8396  -3,2% 
USD/JPY          157,98    -0,1%   158,19   157,87 +12,1% 
GBP/USD          1,2993    +0,1%   1,2965   1,2990  +2,1% 
USD/CNH (Offshore)    7,2709    -0,1%   7,2781   7,2675  +2,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        62.980,98    +2,8%  62.870,10 58.013,36 +44,6% 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settlem.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         81,64    82,21    -0,7%   -0,57 +13,9% 
Brent/ICE         84,63    85,03    -0,5%   -0,40 +11,5% 
GAS                VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF         31,275    31,59    -1,0%   -0,31  -1,7% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       2.417,06   2.411,22    +0,2%   +5,84 +17,2% 
Silber (Spot)       30,79    30,79    -0,0%   -0,00 +29,5% 
Platin (Spot)       991,98   1.003,40    -1,1%   -11,42   0% 
Kupfer-Future        4,53     4,58    -1,2%   -0,05 +15,1% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 15, 2024 09:58 ET (13:58 GMT)

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