Vermögensverwalter und Bestsellerautor Gerd Kommer erklärt bei wO-TV, warum die klassischen Sparformen wie Spareinlagen und Tagesgeldkonten in Deutschland weiterhin beliebt, aber für den Aufbau von Vermögen ungeeignet sind. Kommer erläutert, dass die realen Renditen dieser Anlageformen, nach Abzug von Inflation und Steuern, über die letzten Jahrzehnte häufig negativ waren. Ökonomisch betrachtet, ermöglichten verzinsliche Bankguthaben keine dauerhafte positive Realrendite. Es fehlt der Zinseszinseffekt, der "die Seele der Geldanlage" darstelle, so Kommer. Dies sei besonders problematisch, da vor allem die einkommensschwächere Bevölkerung fast ausschließlich auf diese Anlageformen setze, während vermögendere Gruppen eher in Aktien und Fonds investieren. Die Analyse der Daten aus den letzten 74 Jahren zeigt, dass die durchschnittliche Nominalverzinsung in Deutschland bei 3,6 Prozent lag, aber nach Steuern und Inflation lediglich eine marginale Rendite von 0,2 Prozent verbleibt. In Zeiten von Negativzinsen sieht das Bild noch düsterer aus. "Von 2010 bis 2023 hat ein deutscher Sparer faktisch 26 Prozent seiner Kaufkraft verloren," führt Kommer weiter aus. Trotz der aktuell steigenden Zinssätze bei einigen Geldmarktfonds und Tagesgeldangeboten warnt Dr. Kommer davor, auf diese zur Vermögensbildung zu setzen. Historisch gesehen haben Sparzinsen die Inflation nur selten überstiegen, und eine ähnliche Situation ist auch künftig wahrscheinlich. Als Alternative empfiehlt der Vermögensverwalter den Einstieg in Geldmarktfonds, die im Durchschnitt eine um einen Prozentpunkt höhere Rendite als Tagesgelder bieten und einen risikoarmen Zugang zum Kapitalmarkt darstellen. Für ein diversifiziertes Portfolio schlägt er vor, größere Beträge auf Aktien und Anleihen aufzuteilen und so ein ausgewogenes Verhältnis von Rendite und Sicherheit zu schaffen. Jetzt das komplette Interview ansehen!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.
Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.
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