
DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
TRUMP - Die US-Präsidentschaft unter Donald Trump bringt große Unruhe in die deutsche Wirtschaft. Jedes zweite Unternehmen geht davon aus, seine Lieferketten durch den Wahlsieg von Trump voraussichtlich ändern zu müssen. 56 Prozent müssen nach eigenen Angaben sogar ihre Geschäftsstrategie entsprechend anpassen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 600 Unternehmen aller Branchen in Deutschland ab 20 Mitarbeitern, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. Mit 95 Prozent fordert fast jedes Unternehmen, dass sich Deutschland unabhängiger von den USA machen müsse. "Donald Trump (...) ist eine Herausforderung für Deutschland und Europa", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Zwar werden die USA einer unserer wichtigsten Partner bleiben, dennoch müssen wir uns ab sofort stärker, resilienter und chancenorientierter aufstellen und technologisch wie wirtschaftlich unabhängiger werden." (Welt)
CHINA-POLITIK - Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht Möglichkeiten für eine gemeinsame Politik von EU und USA gegenüber China. "Eine transatlantisch koordinierte Chinapolitik wäre im gegenseitigen Interesse", sagte Röttgen nach der Antrittsrede von US-Präsident Donald Trump dem Tagesspiegel. "Denn in der Analyse des chinesischen Machtanspruchs und der Ambition die internationale Ordnung zu Gunsten chinesischer Interessen zu verändern, stimmen wir überein. Es wird auf die Mittel ankommen, die eine Trump-Administration im Umgang mit China wählt. Europa möchte keinen Handelskrieg mit China." (Tagesspiegel)
AUTOINDUSTRIE - Die EU-Kommission will der mit Problemen kämpfenden Autoindustrie in Europa beispringen. 2Die EU-Kommission hat erkannt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die europäische Automobilindustrie zu schützen", heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Deshalb will die EU-Kommission Ende Januar den Startschuss für einen (im Herbst 2024 angekündigten) Strategischen Dialog geben - zwischen Institutionen, Automobilindustrie, Sozialpartnern und anderen Interessensgruppen. Vorgesehen sind regelmäßige Sitzungen, auf denen dann von Arbeitsgruppen erstellte detaillierte Vorschläge diskutiert werden sollen. Zugleich wird der für Verkehr zuständige EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas beauftragt, einen Aktionsplan zu erstellen. (Börsen-Zeitung)
EUROPA - Europas Mitte muss wieder zum Kraftzentrum werden, mahnt Moody's-Länderanalyst Dietmar Hornung mit Blick auf Deutschland und Frankreich. "Während sich Teile der Peripherie gut entwickeln, bereiten einige der Kernländer Sorgen. Und hier stehen in der Tat Frankreich und Deutschland auf ihren jeweiligen Ratings im Fokus", sagte Horning im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Er fordert zudem einen stärkeren Fokus auf Wachstum und warnt vor einem Handelskonflikt mit den USA. (Börsen-Zeitung)
SOLARFÖRDERUNG - Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon hat angemahnt, die Energiewende pragmatischer und wirtschaftlicher zu gestalten. Dem Handelsblatt sagte Leonhard Birnbaum: "In Deutschland herrscht der planwirtschaftliche Irrglaube, dass mehr Solar- und Windkraftanlagen automatisch mehr Energiewende bedeuten." Immer häufiger gibt es in Deutschland Tage, an denen mehr Solarstrom entsteht als gebraucht wird. Trotzdem erhalten die Betreiber von Solaranlagen aktuell auch dann eine staatliche Vergütung, wenn sie an solchen Tagen weiter zusätzlichen Solarstrom ins Netz einspeisen. "Neue Solar- und Windanlagen sollten in Zeiten mit Überschussstrom keine Vergütung mehr bekommen", so Birnbaum. (Handelsblatt)
MUSK - Justiz- und Digitalminister Volker Wissing hat die EU-Kommission aufgefordert, bei Elon Musks Social-Media-Plattform X eine Manipulation des Algorithmus für politische Propaganda zu verhindern. "Wir haben eine Regulierung in Europa auf den Weg gebracht, die eine Manipulation der Algorithmen verbietet", sagte Wissing dem Tagesspiegel. Die Umsetzung dieser Regeln überwache ab einer gewissen Plattformgröße die Europäische Kommission. Er habe mit der zuständigen Vizepräsidentin Henna Virkkunen bereits im Dezember darüber gesprochen, erklärte Wissing. "Sie ist entschlossen, diese Regeln auch durchzusetzen. Das unterstütze ich sehr." (Tagesspiegel)
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January 21, 2025 00:48 ET (05:48 GMT)
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