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MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet - Infineon haussieren nach Zahlen

DJ MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet - Infineon haussieren nach Zahlen

Von Herbert Rude

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte können sich am Dienstagnachmittag noch etwas vom jüngsten Rücksetzer erholen. Der DAX zieht um 0,3 Prozent auf 21.485 Punkte an, der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,7 Prozent auf 5.253 Punkte. Im DAX liegen Infineon auf der Gewinnerseite, sie schießen nach ihrem Zahlenwerk zeitweise um einen zweistelligen Prozentwert nach oben. Mit Blick auf den Gesamtmarkt heißt es, die laufende Erholung sollte nicht überbewertet werden, die Stimmung bleibe von der Diskussion um die US-Zollpläne belastet. Während US-Präsident Donald Trump die angedrohten zusätzlichen Zölle auf Importe aus Mexiko und Kanada zunächst für einen Zeitraum von 30 Tagen ausgesetzt hat, scheint mit China keine schnelle Einigung gefunden worden zu sein.

Auch wenn der angedrohte Zoll mit 10 Prozent am unteren Ende der Eskalationsskala liegt, scheint ein Handelskrieg wahrscheinlich.

Öl fällt deutlich zurück

Gestützt wird die Stimmung von den fallenden Ölpreisen. Sie waren am Montag zeitweise mit den geplanten Zöllen auf kanadische Energielieferungen deutlich gestiegen. Nachdem die Zölle nun erst einmal nicht gekommen sind, geht es mit den Ölpreisen kräftig abwärts.

UBS sehr schwach - BNP fest

Der Kurs der UBS verliert 6,8 Prozent. "Der Gewinn ist stark, stammt aber zum großen Teil aus dem volatilen Investmentbanking", so ein Marktteilnehmer. Das könnte bei der aktuellen Diskussion in der Schweiz zu höheren Eigenkapitalanforderungen dazu führen, dass die UBS künftig gerade für die Risiken im Investmentbanking mehr Eigenkapital hinterlegen müsse. "Das würde dann wieder die Eigenkapitalrendite drücken", sagt er. Die Diskussion in der Schweiz wird als Reaktion auf das Desaster um die Credit Suisse gewertet. UBS lasten auch auf dem SMI, der schweizerische Leitindex gibt um 0,6 Prozent nach.

BNP Paribas gewinnen dagegen 3,2 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn von 3,6 Milliarden Euro liege 8 Prozent über dem Unternehmenskonsens und 15 Prozent über der eigenen Schätzung, urteilt JP Morgan. Dieser Anstieg wurde hauptsächlich durch höhere Erträge im Corporate & Institutional Banking (CIB) sowie niedrigere Rückstellungen getrieben. Nach Vorlage von Viertquartalszahlen ziehen Raiffeisen um 3,2 Prozent an. Der Gewinn inklusive Russland bzw. Ukraine ist über der Schätzung der Citigroup ausgefallen.

Infineon profitiert vom starken Dollar

Infineon hat für die Analysten von Warburg starke Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt und die Prognose für das Geschäftsjahr 2025 nach oben angepasst. Dabei habe der starke US-Dollar eine entscheidende Rolle gespielt. Der Umsatz im Auftaktquartal lag mit 3,4 Milliarden Euro klar über den Erwartungen und der Prognose von 3,2 Milliarden Euro. Rund die Hälfte des positiven Effekts sei auf den starken Dollar zurückzuführen. Infineon haussieren mit Aufschlägen von 9,5 Prozent.

Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal von Siltronic sind mehr oder weniger wie erwartet ausgefallen, allerdings ist die Dividendenankündigung deutlich unter der Prognose geblieben. Der Ausblick lese sich vorsichtig, so werde das erste Halbjahr 2025 deutlich unter dem zweiten Halbjahr 2024 erwartet, Besserung sei auch nicht für das kommende Jahr in Sicht, so ein Händler. Der Kurs stürzt um 8,2 Prozent ab.

Diageo schwach - Tequila bereitet Kopfschmerzen

Diageo fallen um 1,1 Prozent. "Diageo gelten als extrem anfällig, falls die Zölle doch noch eingeführt werden", so ein Marktteilnehmer. Diageo produziere Spirituosen in Mexiko, die dann in die USA exportiert würden. Zudem wurde in Mexiko vor dem Hintergrund des von Trump in dessen erster Amtszeit ausgehandelten Freihandelsabkommens gerade erst investiert. Im vergangenen Jahr hat Diageo allein Tequila im Wert von 1,6 Milliarden Dollar in die USA geliefert. Anheuser-Busch Inbev (-0,3%) mit der hohen Produktion in den USA sei derzeit möglicherweise die bessere Wahl in der Branche.

=== 
Aktienindex        zuletzt    +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      5.252,93    +0,7%     35,02     +7,3% 
Stoxx-50         4.570,17    -0,0%     -2,26     +6,1% 
DAX           21.484,58    +0,3%     56,34     +7,9% 
MDAX          26.417,69    +0,1%     29,54     +3,2% 
TecDAX          3.723,87    +1,2%     43,55     +9,0% 
SDAX          14.437,35    +0,0%     2,02     +5,3% 
FTSE           8.571,28    -0,1%    -12,28     +5,7% 
CAC           7.898,18    +0,6%     43,26     +7,0% 
 
Rentenmarkt        zuletzt          absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,41           +0,02     +0,05 
US-Zehnjahresrendite     4,56           +0,00     -0,01 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- % Di, 8:01 Uhr Mo, 17:01 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,0363    +0,2%    1,0303     1,0317  +0,1% 
EUR/JPY          160,62    +0,3%    159,98     159,69  -1,4% 
EUR/CHF          0,9397    -0,2%    0,9399     0,9406  +0,2% 
EUR/GBP          0,8324    +0,1%    0,8304     0,8308  +0,6% 
USD/JPY          155,02    +0,1%    155,25     154,78  -1,5% 
GBP/USD          1,2449    +0,1%    1,2408     1,2419  -0,5% 
USD/CNH (Offshore)     7,2844    -0,3%    7,3167     7,3280  -0,7% 
Bitcoin 
BTC/USD        100.070,45    -1,7%   99.332,90   99.062,85  +5,7% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          72,47    73,16     -0,9%     -0,69  +1,7% 
Brent/ICE          75,35    75,96     -0,8%     -0,61  +1,3% 
GAS                VT-Settlem.           +/- EUR 
Dutch TTF          52,75    53,85     -2,0%     -1,10  +7,0% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       2.840,57   2.812,23     +1,0%     +28,34  +8,2% 
Silber (Spot)        32,11    31,59     +1,6%     +0,52 +11,2% 
Platin (Spot)       977,05    968,98     +0,8%     +8,08  +7,7% 
Kupfer-Future        4,33     4,31     +0,7%     +0,03  +7,6% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

(END) Dow Jones Newswires

February 04, 2025 10:04 ET (15:04 GMT)

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