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MÄRKTE USA/Erholung bleibt aus - Zoll-Hick-Hack und kein Ende

DJ MÄRKTE USA/Erholung bleibt aus - Zoll-Hick-Hack und kein Ende

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Nach dem Kursdebakel sind die Indizes an der Wall Street am Dienstag über einen Stabilisierungsversuch nicht hinausgekommen. Auch weil im Schlussgeschäft nochmals Verkäufe in den Markt kamen. Am Montag hatte der S&P-500-Index den größten Tagesverlust im laufenden Jahr erlebt, der Nasdaq-Composite den größten seit September 2022. Auslöser waren Sorgen vor einer Rezession - von US-Präsident Donald Trump selbst befeuert - und die Zollpolitik des US-Präsidenten. Beides lies die Börsen auch am Dienstag nicht los. Die Frage sei, ob die massiven Abschläge zum Wochenbeginn nur ein kurzer Rücksetzer waren oder der Startschuss für eine längere Talfahrt, hieß es im Handel.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 41.433 Punkte aus dem Tag. Für den S&P-500 ging es um 0,8 Prozent nach unten, für die Nasdaq-Indizes um bis zu 0,3 Prozent. Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 1.276 (Montag: 571) Kursgewinner, 1.512 (2.210) -verlierer und 53 (56) unveränderte Titel.

Derweil eskalierte das von Trump ausgelöste Zoll-Hick-Hack weiter. Nachdem Kanada seinerseits mit Gegenzöllen auf Stromlieferungen in die USA reagiert hatte, drohte Trump dem Nachbarn mit dem Ende von dessen Autoindustrie. Er werde am 2. April Zölle verhängen, die "die Automobilproduktion in Kanada dauerhaft zum Erliegen bringen", erklärte Trump. Von Mittwoch an würden nicht nur 25 Prozent Zölle auf Einfuhren von Aluminium und Stahl aus Kanada erhoben, sondern 50 Prozent. Die Reaktion kam prompt: Der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario setzte die Zölle auf Stromexporte in die USA von 25 Prozent wieder aus, nach einem Gespräch mit US-Handelsminister Lutnick.

Renditen nach Rückgang vor Preisdaten wieder höher

Am Anleihemarkt stiegen die Renditen wieder etwas, nachdem sie am Vortag mit den Sorgen um die Konjunktur und damit wieder gestiegenen Spekulationen über Zinssenkungen noch stark gefallen waren. Händler verwiesen außerdem darauf, dass am Mittwoch die Verbraucherpreise für Februar aus den USA gemeldet werden, die ersten vollständigen Monatsdaten seit dem Amtsantritt von Donald Trump. Dabei dürfte die Teuerung erneut über dem Zielwert der US-Notenbank ausfallen.

Der Dollar verlor gegenüber dem Euro weiter an Boden. Der Euro kostete zuletzt 1,0916 Dollar. Das ist der höchste Stand seit November.

Der schwache Dollar und die wieder gestiegenen Zinssenkungshoffnungen stützten den Goldpreis, die Feinunze verteuerte sich um 32 auf 2.917 Dollar. Auch die Ölpreise zeigen eine Gegenreaktion auf die Abgaben vom Vortag, sie legten um rund 1 Prozent zu.

Oracle verfehlt Erwartungen

Oracle gaben um 3,1 Prozent nach. Das Unternehmen verfehlte in seinem dritten Quartal die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn. Kohl's brachen um 24,1 Prozent ein. Der Einzelhändler hatte einen Umsatzrückgang von 9,4 Prozent berichtet, zugleich brach der Nettogewinn ein. Dick's Sporting sanken nach einem schwachen Ausblick um 5,7 Prozent. Nike gaben um 2,9 Prozent nach.

Apple verloren weitere 3,0 Prozent. Am Montag war der Kurs um 4,9 Prozent gefallen, so stark wie zuletzt im September 2022. Die Analysten von Citi erwarten, dass Apple im Kalenderjahr 2 Prozent iPhones mehr als im Vorjahr verkaufen wird, aber weniger als in einer früheren Schätzung von 5 Prozent. Die Analysten begründeten die reduzierte Prognose mit einer Verzögerung bei der Einführung eines Updates für den Siri-Assistenten.

Größter Verlierer im Dow waren Verizon mit einem Minus von 6,6 Prozent. Das Unternehmen erwartet, dass Brutto-Neuzugänge bei den Vertragskunden im ersten Quartal bestenfalls gleichbleiben wird.

Unter Druck standen Aktien von Fluggesellschaften, nachdem sowohl Delta Air Lines als auch American Airlines ihre Ausblicke gesenkt hatten. Delta kamen um 7,3 Prozent zurück, American Airlines um 8,5 Prozent. Southwest Airlines stiegen derweil um über 8 Prozent. Das Unternehmen senkte ebenfalls seinen Ausblick, kündigte aber auch an, im Rahmen eines Plans zur Steigerung des Umsatzwachstums Gebühren für die Gepäckaufgabe zu verlangen.

=== 
 
INDEX     zuletzt +/- % absolut +/- % YTD 
DJIA     41.433,48 -1,1% -478,23   -1,5% -1,4% 
S&P-500    5.572,07 -0,8%  -42,49   -4,5% -4,4% 
NASDAQ Comp 17.436,10 -0,2%  -32,23   -9,5% -9,2% 
NASDAQ 100  19.376,96 -0,3%  -53,99   -7,5% -7,2% 
 
 
DEVISEN     zuletzt    +/- % Schluss Vortag Mo, 19:30  % YTD 
EUR/USD      1,0916    +0,7%     1,0835   1,0819  +4,7% 
EUR/JPY     161,3930    +1,3%    159,3100  159,4250  -2,2% 
EUR/CHF      0,9633    +0,9%     0,9543   0,9544  +2,1% 
EUR/GBP      0,8430    +0,2%     0,8416   0,8411  +1,8% 
USD/JPY     147,8455    +0,6%    147,0290  147,3525  -6,6% 
GBP/USD      1,2949    +0,6%     1,2875   1,2864  +2,8% 
USD/CNY      7,1547    -0,2%     7,1721   7,1755  -0,5% 
USD/CNH      7,2267    -0,5%     7,2619   7,2659  -0,9% 
AUS/USD      0,6298    +0,4%     0,6274   0,6278  +1,4% 
Bitcoin USD  82.897,85    +4,2%    79.521,35 78.478,65 -14,8% 
 
ROHOEL      zuletzt VT-Settlem.      +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex     66,59    66,03      +0,8%    0,56  -0,9% 
Brent/ICE      69,8    69,14      +1,0%    0,66  -7,5% 
 
 
METALLE     zuletzt    Vortag      +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)   2.916,55   2.884,71      +1,1%   31,84  +9,9% 
Silber (Spot)   30,17    29,58      +2,0%    0,59  +5,9% 
Platin (Spot)   901,32    885,28      +1,8%   16,04  +1,1% 
 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

March 11, 2025 16:18 ET (20:18 GMT)

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