DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
TAGESTHEMA I
US-Präsident Donald Trump hat in Aussicht gestellt, die für nächsten Monat angekündigten Gegenzölle gegen US-Handelspartner abzumildern und einige Länder davon auszunehmen. "Ich könnte vielen Ländern eine Atempause gönnen", sagte Trump am Montag. Die Gegenzölle könnten hinter seinem Versprechen zurückbleiben, die US-Zölle an die Zölle anderer Länder anzugleichen. "Es ist mir peinlich, ihnen das zu berechnen, was sie uns berechnet haben", sagte Trump. Die Äußerungen markieren die jüngste Anpassung einer Reihe von Zöllen, die Trump für den 2. April, den er als "Tag der Befreiung" bezeichnete, angekündigt hat. Weitere Zölle auf Produkte wie Autos, Holz, Pharmazeutika und Halbleiter könnten später eingeführt werden, so Trump. Wenige Stunden zuvor hatte der US-Präsident angekündigt, dass die USA einen Zoll von 25 Prozent auf alle Länder erheben würden, die Öl oder Gas aus Venezuela kaufen. Trump sagte, dass der Zoll von 25 Prozent zusätzlich zu den bereits bestehenden Zöllen erhoben werde, einschließlich des Zolls von 20 Prozent, den er dieses Jahr gegen China verhängt hat. Damit würden alle Waren des drittgrößten Handelspartners der USA mit einem Zoll von 45 Prozent belegt. Laut einer am Montag unterzeichneten Durchführungsverordnung treten die Zölle am oder nach dem 2. April in Kraft.
TAGESTHEMA II
Das Geschäftsklima in Deutschland dürfte sich im März etwas aufgehellt haben. Volkswirte erwarten, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 86,6 (Februar: 85,2) Punkte gestiegen ist. Für den Index der Lagebeurteilung wird ein Anstieg auf 85,5 (85,0) prognostiziert und für den Erwartungsindex ein Anstieg auf 88,0 (85,4) Punkte. Die Konjunktur in Deutschland scheint sich langsam zu erholen: Der Ifo-Index ist das letzte Mal im Dezember gesunken, und auch die Einkaufsmanagerindizes (PMI) steigen, wobei die gerade bekannt gegebenen PMI-Daten für März eine Umkehrung der bisherigen Verhältnisse zeigten: Der Industrie-PMI stieg stärker als erwartet, und der Service-PMI sank überraschend. Analysten sehen inzwischen eine gute Chance, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal gewachsen ist. Besonderes Augenmerk liegt daher auf der Lagekomponente des Ifo-Index, die sich seit Herbst kaum bewegt hat. Bei den Ifo-Erwartungen dürfte sich das Tauziehen zwischen Pessimisten (US-Importzölle) und Optimisten (die wirtschaftspolitische Unsicherheit nimmt ab) zugunsten Letzterer entschieden haben.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
06:55 DE/TAG Immobilien AG, ausführliches Jahresergebnis und Dividende
07:00 DE/Hornbach Holding AG & Co KGaA, Trading Statement 2024
07:30 DE/Jenoptik AG, ausführliches Jahresergebnis (11:00 BI-PK)
07:30 DE/Indus Holding AG, Capital Markets Day
07:50 DE/Medios AG, ausführliches Jahresergebnis
10:00 DE/NordLB Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Jahresergebnis
Im Tagesverlauf:
- DE/Heidelberg Materials AG, Geschäftsbericht
- DE/Tui AG, Kapitalmarkttag
- DE/MTU Aero Engines AG, Geschäftsbericht
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
PROGNOSE: 86,6
zuvor: 85,2
Lagebeurteilung
PROGNOSE: 85,5
zuvor: 85,0
Geschäftserwartungen
PROGNOSE: 88,0
zuvor: 85,4
- HU
14:00 Notenbanksitzung Ungarn
PROGNOSE: k.A.
zuvor: 6,50%
- BE
15:00 Geschäftsklimaindex März
PROGNOSE: k.A.
zuvor: -12,3
- US
15:00 Index des Verbrauchervertrauens März
PROGNOSE: 93,5
zuvor: 98,3
15:00 Neubauverkäufe Februar
PROGNOSE: +3,0% gg Vm
zuvor: -10,5% gg Vm
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell:
zuletzt +/- %
DAX Futures 23.045,00 -0,2%
E-Mini-Future S&P-500 5.806,25 -0,2%
E-Mini-Future Nasdaq-100 20.340,75 -0,2%
Nikkei-225 (Tokio) 37.812,86 +0,5%
Hang-Seng (Hongk.) 23.445,90 -1,9%
Schanghai-Comp. 3.371,37 +0,0%
Montag:
DAX 22.852,66 -0,2%
DAX-Future 23.119,00 -0,0%
XDAX 22.883,14 +0,1%
MDAX 28.755,62 -0,1%
TecDAX 3.778,30 +0,7%
SDAX 16.090,79 -0,4%
Euro-Stoxx-50 5.415,79 -0,1%
Stoxx-50 4.668,06 -0,3%
Dow-Jones 42.583,32 +1,4%
S&P-500 5.767,57 +1,8%
Nasdaq Composite 18.188,59 +2,3%
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften trotz der Rally an der Wall Street wenig verändert in den Handel am Dienstag starten. Mit dem Ende der Berichtssaison wird die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump wieder zum Hauptthema am Markt. Trump hat nun die Einführung von Sekundarzöllen angekündigt. Er will Zölle von 25 Prozent gegen Länder verhängen, die Öl oder Gas von Venezuela kaufen. Eines der davon betroffenen Länder wäre China. Zugleich gibt es widersprüchliche Berichte. Einerseits hieß es zunächst, das Weiße Haus werde wahrscheinlich keine Abgaben auf spezifische Sektoren wie Automobile, Pharmazeutika oder Halbleiter erheben, wenn die geplanten reziproken Zölle ab dem 2. April anlaufen. Andererseits kündigte Trump später dann doch Zölle auf Autos und Pharmazeutika an, und zwar "sehr bald". An Konjunkturdaten steht die Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindex im Fokus. Dieses dürfte sich im März etwas aufgehellt haben.
Rückblick: Knapp behauptet - Dem Markt fehle die Kraft nach oben, nach unten gebe es aber auch keine echte Verkaufsbereitschaft, sagte ein Händler. Diese volatile Seitwärtsbewegung könne sich eine ganze Weile fortsetzen. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes für März setzten keine nachhaltigen Akzente: Sie waren durchwachsen ausgefallen, der EU-Sammelindex verharrte wider Erwarten auf dem Februar-Wert, wohingegen Ökonomen einen leichten Anstieg erwartet hatten. Dagegen schürten Signale, dass die angedrohten US-Zölle weniger breit und dafür gezielter als avisiert ausfallen könnten, etwas Zuversicht.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Knapp behauptet - Bayer sackten um 6,9 Prozent ab, nachdem ein US-Geschworenengericht das Unternehmen zur Zahlung von rund 2,1 Milliarden Dollar an einen Kläger verurteilt hatte, der behauptet, das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Tochtergesellschaft Monsanto habe bei ihm Krebs verursacht. RWE gewannen 1,5 Prozent. Der aktivistische Investor Elliott hält über Fonds nun knapp 5 Prozent an RWE und hat den Energiekonzern aufgefordert, sein Aktienrückkaufprogramm aufzustocken. Leicht positiv kam die neue Jahresprognose von Indus Holding (+0,8%) an. Trotz Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen gaben Patrizia um 2,9 Prozent nach. Das Sentiment für den Immobiliensektor bleibe angesichts der Möglichkeit zukünftig strukturell höherer Marktzinsen angeschlagen, hieß es. Für Vonovia ging es 3,8 Prozent nach unten.
XETRA-NACHBÖRSE
Im Zuge von Kursgewinnen an den US-Börsen ging es - gemessen an der Entwicklung des XDAX - auf breiter Front leicht nach oben mit den Kursen.
USA - AKTIEN
Sehr fest - Hoffnungen auf weniger scharf und breit ausfallende US-Zölle hellten die Stimmung auf. Hinzu kamen Signale für ein baldiges persönliches Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Bislang stehen neue US-Zölle auf chinesische Importe Anfang April im Raum. Konjunkturseitig stimmten überwiegend gut ausgefallene Daten zuversichtlich. Tesla verbuchten mit einem Aufschlag von 11,9 Prozent das größte Tagesplus seit November und setzten die jüngste Erholung nach dem massiven Kursverfall der vergangenen Wochen fort. Auch andere Technologietitel waren gesucht. Doordash, TKO Group Holdings, Williams-Sonoma und Expand Energy verteuerten sich zwischen zwischen 1,6 und 4,4 Prozent an. Alle vier Titel wurden mit Handelsbeginn in den S&P-500 aufgenommen. Intuitive Machines sprangen um 30 Prozent nach oben, das Weltraumexplorationsunternehmen hatte einen positiven Ausblick abgegeben. Azek schnellten um 17,4 Prozent in die Höhe. Der Hersteller von Mobiliar für den Außenbereich wird vom australischen Unternehmen James Hardie Industries geschluckt.
USA - ANLEIHEN
Die Renditen stiegen mit den Zollschlagzeilen und guten Konjunkturdaten. Im Zehnjahresbereich ging es um 8 Basispunkte auf 4,33 Prozent nach oben. Händler berichteten von Umschichtungen in Aktien. Zudem habe der Präsident der Federal Reserve von Atlanta, Raphael Bostic, seine Zinssenkungserwartungen heruntergeschraubt.
DEVISENMARKT
zuletzt +/- % 0:00 Vortag Mo, 17:04 % YTD EUR/USD 1,0796 -0,1% 1,0803 1,0799 +4,4% EUR/JPY 162,5390 -0,2% 162,8130 162,7370 -0,0% EUR/CHF 0,9537 +0,0% 0,9536 0,9546 +2,0% EUR/GBP 0,8357 -0,0% 0,8361 0,8360 +1,1% USD/JPY 150,5550 -0,1% 150,7165 150,6935 -4,2% GBP/USD 1,2918 -0,0% 1,2920 1,2917 +3,2% USD/CNY 7,1810 -0,0% 7,1826 7,1816 -0,4% USD/CNH 7,2674 +0,0% 7,2642 7,2641 -0,9% AUS/USD 0,6286 +0,1% 0,6283 0,6279 +1,5% Bitcoin/USD 86.788,95 -0,8% 87.461,25 88.399,90 -6,3%
Der Dollar legte mit den deutlich gestiegenen Marktzinsen und den reduzierten Aussichten auf Zinssenkungen zu. Der Dollarindex gewann 0,2 Prozent, der Euro sank auf knapp über 1,08 Dollar.
ROHSTOFFE
ÖL
zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 68,90 69,11 -0,3% -0,21 +0,3% Brent/ICE 72,91 73,03 -0,2% -0,12 -3,1%
Die Ölpreise erholten sich von moderaten Abgaben im Verlauf und legten um 1,4 Prozent zu - gestützt durch neue US-Sanktionen gegen Staaten, die mit Venezuela Ölgeschäfte machen. Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten und weitere Iran-Sanktionen stützten die Preise ebenfalls, hieß es.
METALLE
E zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 3.016,23 3.011,70 +0,2% 4,53 +14,8% Silber (Spot) 30,69 30,5 +0,6% 0,19 +9,2% Platin (Spot) 906,52 902,48 +0,4% 4,04 +3,1%
Der Goldpreis wurde von gestiegenen Marktzinsen und der Dollarstärke belastet, die Feinunze verbilligte sich um 0,6 Prozent.
MELDUNGEN SEIT MONTAG 17.30 UHR
USA - Geldpolitik
Der Präsident der Fed-Filiale Atlanta, Raphael Bostic hat seine Erwartungen an Zinssenkungen heruntergeschraubt. Er sieht nur noch eine Zinssenkung dieses Jahr. Zuvor war er von zwei ausgegangen.
AUTOINDUSTRIE EUROPA
Der europäische Automarkt war auch im Februar rückläufig. Die Pkw-Neuzulassungen sanken in der EU, der Freihandelszone Efta und Großbritannien um 3,1 Prozent auf 963.540 Einheiten. Besonders deutlich war der Rückgang in Deutschland mit einem Minus von 6,4 Prozent. In den ersten beiden Monaten stand ein Minus von 2,6 Prozent auf 1,96 Millionen Autos in Europa zu Buche. Während Volkswagen seinen Absatz in der Region im Februar um 4 Prozent steigern konnte, musste der Massenmarkt-Konkurrent Stellantis, zu dem etwa Opel gehört, einen Rückgang um 16 Prozent verkraften. Bei den Premium-Herstellern verzeichnete BMW einen Anstieg um 5,6 Prozent. Bei Mercedes sank der Absatz um 5,1 Prozent. Auffällig war der deutliche Einbruch um 40 Prozent bei Tesla.
Heidelberg Materials will den Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 3,30 Euro pro Aktie zahlen, 10 Prozent oder 30 Cent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht des Baustoffkonzerns für 2024 hervor. Analysten hatten mit 3,25 Euro Dividende gerechnet. Zahlen für das abgelaufene Jahr hatte das Unternehmen bereits Ende Februar veröffentlicht.
HEIDELBERG MATERIALS
will für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 3,30 Euro pro Aktie zahlen, 10 Prozent oder 30 Cent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten mit 3,25 Euro Dividende gerechnet.
JENOPTIK
verlängert die Verträge zweier Vorstandsmitglieder vorzeitig um jeweils fünf Jahre.
TAG IMMOBILIEN
will für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie ausschütten, basierend auf einer Ausschüttungsquote von 40 Prozent des operativen Gewinns (FFO I.) Zuletzt hatten die Aktionäre für 2021 eine Dividende von 0,93 Euro je Aktie erhalten. Nach Steuern und Dritten verdiente TAG im vergangenen Jahr 121,1 Millionen Euro verglichen mit einem Verlust von 397 Millionen ein Jahr zuvor. Die im November veröffentlichten Ziele für 2025 bekräftigte das Unternehmen.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf/gos
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March 25, 2025 02:35 ET (06:35 GMT)
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