Drohen 30?Prozent Strafzölle auf EU-Exporte - Und wird die US-Notenbank zur politischen Waffe - Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Netfonds AG, sieht die Finanzmärkte an einem gefährlichen Kipppunkt. Im wO-TV-Interview analysiert Hellmeyer die jüngsten Aussagen von Donald Trump, der mit seiner neuen Russlandpolitik zwar nicht für einen Bruch, aber doch für "eine klare Konzession Richtung Moskau" gesorgt habe. Noch entscheidender sei jedoch der wirtschaftliche Kurs: "Die USA machen gute Geschäfte mit Waffenlieferungen - und sie ziehen mit massiven Investitionen die Industrie der Welt an." Für Europa werde es hingegen eng. Sollte Trump mit 30?Prozent Strafzöllen Ernst machen, drohe "eine massive Verschlechterung der Terms of Trade" - mit Folgen für Exporte, Margen und Wachstum. Hoffnung mache nur die Erholung der Auftragslage in Deutschland.
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.
Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.
Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
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