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MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - Quartalszahlenflut bewegt - Adyen brechen ein

DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - Quartalszahlenflut bewegt - Adyen brechen ein

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Eine Flut von Quartalszahlen sorgt am Donnerstag an den europäischen Börsen für viel Musik bei den Einzelwerten. In der Breite geht es ruhiger zu, die Indizes steigen leicht. Hier dürfte das Abwarten auf neue wichtige Preisdaten aus den USA für Zurückhaltung sorgen. Daneben sind die Blicke auf den Freitag gerichtet, wenn sich die Präsidenten der USA und Russlands in Alaska treffen, um über den Krieg in der Ukraine zu sprechen.

Der DAX steigt um 0,3 Prozent auf 24.267 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,2 Prozent nach oben. Am Anleihemarkt steigen die Kurse moderat weiter, die Zinsen sinken also. Der Euro tendiert seitwärts gegenüber dem Dollar und hält die jüngsten Gewinne. Er kostet 1,1690 Dollar. Der Greenback schwächelt in ganzer Breite, weil er unter der Zinssenkungsspekulation in den USA leidet.

Die am Nachmittag anstehenden US-Erzeugerpreise könnten, sollten sie höher ausfallen als erwartet, dieser Spekulation einen kräftigen Dämpfer versetzen. Das dürfte dann auch am Aktienmarkt Spuren hinterlassen, wo in den USA zuletzt immer neue Rekordhochs erreicht wurden. Am Dienstag hatten die Verbraucherpreise zwar kaum Folgen der Zollpolitik von US-Präsident Trump gezeigt. Die Erzeugerpreise spiegeln die Einkaufspreise der Unternehmen aber etwas unmittelbarer wider, so dass sich hier mehr tun könnte. So oder so heißt es von Analysten zu den preistreibenden Folgen der Zollpolitik, dass aufgeschoben nicht aufgehoben sei.

Unternehmensseitig tobt noch einmal die Berichtssaison. In Amsterdam bricht der Kurs von Adyen um gut 17 Prozent ein. Der Zahlungsdienstleister hält nun ein Wachstum im Jahresverlauf für unwahrscheinlich, die Konsenserwartungen zu Gewinn und Umsatz wurden im Berichtsquartal verfehlt.

Aus dem DAX hat RWE berichtet und im ersten Halbjahr unerwartet starke Gewinneinbußen verbucht. Die Prognosen und das Dividendenziel wurden bestätigt. RWE verlieren 3,4 Prozent.

Lanxess kommen um 2,6 Prozent zurück. Das Spezialchemieunternehmen hat wegen einer schwachen Nachfrage die Jahresprognose gesenkt.

Um 6 Prozent nach oben geht es für Talanx. Der Versicherer hat seinen Jahresausblick erhöht auf 2,3 Milliarden Euro von zuvor "mehr als 2,1 Milliarden".

Erneut für Enttäuschung sorgen die Zahlen von Thyssenkrupp. Der Kurs sackt um rund 8 Prozent ab. "Es ist einfach keine Besserung in Sicht", kommentiert ein Börsianer. Nach einem deutlichen Umsatzrückgang im abgelaufenen Quartal hat Thyssenkrupp die Wachstumserwartungen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Die Aktie werde derzeit nur noch gestützt vom geplanten TKMS-Börsengang, der ihr die hohen Bewertungen der Rüstungsbranche einbringe, heißt es im Handel.

Etwas unter Erwarten sind die Zahlen zum zweiten Quartal bei Hapag-Lloyd ausgefallen. Der Kurs reagiert mit einem Minus von 8,4 Prozent. Händler betonen, dass in der Logistikbranche das Thema Zölle alles dominiere. Allein die Verlängerung der Verhandlungen zwischen den USA und China um weitere 90 Tage habe schon gereicht, um die Kurse der Branchenwerte anzuschieben. Diese Zollpausen sorgten für viele Vorzieheffekte und machten Quartalsergebnisse sehr schwer kalkulierbar.

Starken Druck gibt es auch auf Hellofresh, nachdem der Kochboxenlieferant die Gewinnprognose gesenkt hat. Die Aktie sackt um 16,7 Prozent ab.

Ebenfalls nach Quartalszahlen schießen Adesso um über 15 Prozent nach oben, Grenke um 6,3, Douglas um 9,2 und Energiekontor um 11,2 Prozent. Für Nagarro geht es dagegen um 7,6 Prozent abwärts.

In Zürich verteuern sich Swiss Re um gut 2 Prozent. Laut den Analysten von JP Morgan ist der Nettogewinn im zweiten Quartal 11 Prozent höher als die Erwartung ausgefallen. Auch sei die Schaden-Kosten-Quote besser als gedacht.

Der Bierbrauer Carlsberg hat zwar das untere Ende seiner Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben, äußert sich zugleich aber skeptisch zum Konsumumfeld. Die Aktie gibt um gut 2 Prozent nach.

Euro-Stoxx-50    5.399,09    +0,2%    10,84    +9,0% 
Stoxx-50      4.531,24    +0,2%    9,42    +4,0% 
DAX        24.266,91    +0,3%    81,32   +20,7% 
MDAX        31.086,86    +0,5%   161,74   +21,2% 
TecDAX       3.763,90    +0,1%    4,73   +10,0% 
SDAX        17.188,15    +0,7%   115,04   +25,1% 
CAC         7.834,98    +0,4%    30,01    +5,0% 
SMI        12.009,96    +0,3%    31,11    +2,5% 
ATX         4.750,05    +0,6%    29,90   +28,8% 
 
DEVISEN       zuletzt    +/- %    0:00  Mi, 17:15  % YTD 
EUR/USD        1,1682    -0,2%   1,1706   1,1714 +13,0% 
EUR/JPY        171,01    -0,8%   172,42   172,39  +5,9% 
EUR/CHF        0,9418    -0,1%   0,9424   0,9422  +0,4% 
EUR/GBP        0,8604    -0,2%   0,8623   0,8635  +4,2% 
USD/JPY        146,38    -0,6%   147,30   147,17  -6,0% 
GBP/USD        1,3577    +0,0%   1,3574   1,3566  +7,9% 
USD/CNY        7,1272    -0,1%   7,1315   7,1281  -1,1% 
USD/CNH        7,1739    -0,1%   7,1796   7,1788  -2,1% 
AUS/USD        0,6537    -0,1%   0,6544   0,6545  +5,8% 
Bitcoin/USD    121.775,50    -0,7% 122.593,20 120.687,95 +26,7% 
 
ROHÖL        zuletzt VT-Settlem.    +/- %   +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex       63,05    62,65    +0,6%    0,40 -13,1% 
Brent/ICE       66,00    65,63    +0,6%    0,37 -12,5% 
 
 
METALLE       zuletzt    Vortag    +/- %   +/- USD  % YTD 
Gold        3.357,87   3.354,60    +0,1%    3,27 +27,7% 
Silber         38,45    38,53    -0,2%    -0,07 +31,3% 
Platin       1.150,01   1.147,29    +0,2%    2,72 +31,0% 
Kupfer         4,49     4,50    -0,1%    0,00  +9,3% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/hab

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August 14, 2025 04:04 ET (08:04 GMT)

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Favoritenwechsel
Das Börsenjahr 2026 ist für viele Anleger ernüchternd gestartet. Tech-Werte straucheln, der Nasdaq 100 tritt auf der Stelle und ausgerechnet alte Favoriten wie Microsoft und SAP rutschen zweistellig ab. KI ist plötzlich kein Rückenwind mehr, sondern ein Belastungsfaktor, weil Investoren beginnen, die finanzielle Nachhaltigkeit zu hinterfragen.

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