
© Foto: Vonovia SE // Simon Bierwald
Der deutsche Wohnimmobilien-Gigant Vonovia zeigt sich überraschend widerstandsfähig in schwierigen Marktzeiten.
Während andere DAX-Titel unter Konjunktursorgen leiden, behauptet sich die Aktie tapfer. Experten sehen deutliches Aufwärtspotenzial und sprechen von attraktiven Bewertungen. Doch was steckt wirklich hinter der aktuellen Stärke des Konzerns? Die jüngsten Quartalszahlen überraschten positiv, und fallende Zinsen könnten der Branche neuen Schwung verleihen. Zeit für einen genaueren Blick auf Deutschlands größten Wohnungsvermieter.
Stabile Performance
Vonovia macht derzeit Schlagzeilen mit seiner bemerkenswerten Widerstandskraft. Während der DAX zuletzt unter Konjunktursorgen einbrach, zeigte sich die Immobilien-Aktie völlig unbeeindruckt. Das Papier beendete den Handelstag praktisch unverändert. Diese Stabilität ist alles andere als selbstverständlich in einem Umfeld, wo selbst etablierte Blue-Chip-Werte deutlich nachgaben. Die relative Stärke des Titels könnte ein wichtiges Signal sein. Viele Investoren sehen darin bereits das Einpreisen einer baldigen Zinswende. Immobilienaktien gelten als besonders zinssensitiv, weshalb jede Andeutung einer lockereren Geldpolitik die Kurse beflügeln kann. Die Europäische Zentralbank könnte noch in diesem Jahr zwei weitere Zinssenkungen beschließen. Das würde dem gesamten Immobiliensektor zugutekommen. Die aktuellen Quartalszahlen unterstreichen die solide Verfassung des Konzerns. Im zweiten Quartal 2025 steigerte Vonovia den Umsatz um über 6 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Noch beeindruckender: Der Gewinn je Aktie kletterte von minus 0,95 Euro im Vorjahr auf positive 0,38 Euro.
Charttechnik
Der Titel bewegt sich in einer Seitwärts-Schiebe-Zone zwischen zwei wichtigen technischen Marken. Grob gesagt zwischen 25 und 30 Euro. Besonders interessant: Die Aktie liegt nahezu exakt auf dem Niveau der beiden wichtigen gleitenden Durchschnitte (50er und 200er SMA). Diese verlaufen alle im Bereich 28,50 - 28,60 Euro. Ein Anstieg von einem Euro wäre ein erstes positives Signal für die technische Verfassung und dürfte Schub nach oben verleihen. Über dem aktuellen Kursniveau lauern jedoch noch mehrere Widerstandslinien. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marken (29 und dann 30 sowie 30,80 Euro) würde ein starkes technisches Kaufsignal darstellen. Gelingt dieser Befreiungsschlag, rücken attraktive, noch höhere Kursziele in Reichweite. Die psychologisch wichtige 35-Euro-Marke wäre der erste Anlaufpunkt. Solide Unterstützung nach unten findet sich bei 27,00 Euro und im Bereich des Jahrestiefs bei ca. 24 Euro. Die aktuelle Seitwärtsbewegung könnte sich als Sprungbrett für einen dynamischen Ausbruch erweisen. Technisch orientierte Anleger sollten ein Überwinden der Widerstandszone um 28,60 Euro als Einstiegssignal werten.
Was tun?
Die aktuelle Situation bei Vonovia präsentiert sich ambivalent. Die fundamentalen Daten zeigen eine deutliche Erholung. Der Konzern hat die schwierige Phase der Zinswende und Bewertungskorrektur offenbar überstanden. Die Quartalszahlen bestätigen diese Einschätzung mit steigenden Umsätzen und der Rückkehr in die Gewinnzone. Charttechnisch befindet sich die Aktie an einem interessanten Wendepunkt. Ein Ausbruch über die Widerstandszone um 28,60 Euro könnte den Weg für deutlich höhere Kurse ebnen. Das Goldman Sachs Kursziel von 42,30 Euro liegt immerhin fast 50 Prozent über dem aktuellen Niveau. Besonders attraktiv macht die Situation die mögliche Zinswende. Sollte die EZB tatsächlich die Zinsen weiter senken, dürfte das dem gesamten Immobiliensektor Rückenwind verleihen. Vonovia als Marktführer würde davon überproportional profitieren. Mutige Investoren greifen daher zur Aktie und setzen auf Kursgewinne plus Dividende. Ein Stopp-Loss bei 24,00 Euro könnte das Abwärtsrisiko begrenzen. Die Mischung aus soliden Fundamentaldaten, technischen Kaufsignalen und zinspolitischem Rückenwind macht Vonovia zu einer durchaus interessanten Wahl für gut diversifizierte Portfolios.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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