Berlin (ots) -
Die Zahlen des gestern vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung lesen sich nüchtern. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, wie gefährdet Kinder und Jugendliche für sexuelle Ausbeutung sind und welchen besonderen Schutz sie benötigen. Dazu erklärt die Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Deutschen Instituts für Menschenrechte:
"Die Ermittlungsbehörden haben 2024 insgesamt 232 Kinder und Jugendliche identifiziert, die sexuell ausgebeutet wurden. Im selben Zeitraum wurden 397 volljährige Personen identifiziert. Damit ist der Anteil der betroffenen Minderjährigen erschreckend hoch. Zudem sind vermutlich weitaus mehr Kinder und Jugendlichen betroffen, da viele Fälle sexualisierter Gewalt nicht als sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel erkannt und registriert werden.
Deutschland ist gemäß der Europaratskonvention gegen Menschenhandel rechtlich dazu verpflichtet, betroffene Kinder und Jugendliche zu schützen und zu unterstützen. Dies gelingt nur mit der Begleitung durch geschulte Fachkräfte. Mitarbeitende in Jugendämtern und anderen Einrichtungen der Jugendhilfe müssen darin geschult werden, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel als Form der Kindeswohlgefährdung zu erkennen und die Betroffenen angemessen zu unterstützen. Bislang gibt es jedoch nur in Berlin eine spezialisierte Beratungsstelle, die allein seit Juni 2024 60 Betroffene begleitet hat und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe schult. Das reicht bei Weitem nicht aus. Andere Bundesländer und Kommunen, besonders in Ballungszentren, sollten ebenfalls aktiv werden."
WEITERE INFORMATIONEN
"Verborgene Realität - Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" - Interview mit Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Instituts
https://ots.de/ScZFGo
Deutsches Institut für Menschenrechte (2025): Monitor Menschenhandel in Deutschland. Erster periodischer Bericht. 3., korr. Aufl., Berlin
https://ots.de/RYHOfp
Pressekontakt:
Ute Sonnenberg, 2. Pressesprecherin
Telefon: +49 30 259 359 453
E-Mail: sonnenberg@institut-fuer-menschenrechte.de
www.institut-fuer-menschenrechte.de
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Original-Content von: Deutsches Institut für Menschenrechte, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/51271/6106659
Die Zahlen des gestern vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung lesen sich nüchtern. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, wie gefährdet Kinder und Jugendliche für sexuelle Ausbeutung sind und welchen besonderen Schutz sie benötigen. Dazu erklärt die Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Deutschen Instituts für Menschenrechte:
"Die Ermittlungsbehörden haben 2024 insgesamt 232 Kinder und Jugendliche identifiziert, die sexuell ausgebeutet wurden. Im selben Zeitraum wurden 397 volljährige Personen identifiziert. Damit ist der Anteil der betroffenen Minderjährigen erschreckend hoch. Zudem sind vermutlich weitaus mehr Kinder und Jugendlichen betroffen, da viele Fälle sexualisierter Gewalt nicht als sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel erkannt und registriert werden.
Deutschland ist gemäß der Europaratskonvention gegen Menschenhandel rechtlich dazu verpflichtet, betroffene Kinder und Jugendliche zu schützen und zu unterstützen. Dies gelingt nur mit der Begleitung durch geschulte Fachkräfte. Mitarbeitende in Jugendämtern und anderen Einrichtungen der Jugendhilfe müssen darin geschult werden, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel als Form der Kindeswohlgefährdung zu erkennen und die Betroffenen angemessen zu unterstützen. Bislang gibt es jedoch nur in Berlin eine spezialisierte Beratungsstelle, die allein seit Juni 2024 60 Betroffene begleitet hat und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe schult. Das reicht bei Weitem nicht aus. Andere Bundesländer und Kommunen, besonders in Ballungszentren, sollten ebenfalls aktiv werden."
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"Verborgene Realität - Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" - Interview mit Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Instituts
https://ots.de/ScZFGo
Deutsches Institut für Menschenrechte (2025): Monitor Menschenhandel in Deutschland. Erster periodischer Bericht. 3., korr. Aufl., Berlin
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