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MÄRKTE EUROPA/Anleger werden vorsichtiger - Schlagzeilenrisiko erhöht

DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger werden vorsichtiger - Schlagzeilenrisiko erhöht

DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Freitag etwas nach unten. Nachdem DAX & Co der Wall Street auf dem Weg nach oben jüngst bereits nicht mehr folgen konnten, drohen nun dies- wie jenseits des Atlantiks Gewinnmitnahmen. Der DAX sinkt um 0,2 Prozent auf 23.981 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fällt um 0,4 Prozent auf 5.375 Punkte. Zudem droht am Wochenende immer ein gewisses Schlagzeilenrisiko, in der Folge werden Anleger vorsichtiger und verkaufen Risiko-Assets, wie eben Aktie.

Zum einen ist die politische Instabilität in Frankreich zu nennen. Frankreichs Premier Bayrou hat unlängst eindringlich davor gewarnt, dass dem Land Zustände wie unter Liz Truss in Großbritannien drohen könnten, falls der Sparhaushalt abgelehnt werde. Aus Marktsicht relevant sind auch mögliche Bonitätsabstufungen durch die Ratingagenturen.

Zudem sorgt der US-Präsident gerne für Schlagzeilen, auch wenn er am Wochenende in der Regel lieber Golf spielt. Das Thema US-Zölle ist weiterhin nicht geklärt, für die exportabhängige Industrie in Europa aber eine wichtige Frage, die bald geklärt sein sollte, damit es Planungssicherheit gibt.

Zudem sind Investoren stark auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank fokussiert. Am Nachmittag findet eine Anhörung in einem Eilverfahren zur Position von Lisa Cook im Board of Governors statt, die um 16:00 Uhr MESZ beginnen soll. Dies ist für die Märkte von entscheidender Bedeutung, da ihre Absetzung dem US-Präsidenten Donald Trump die Möglichkeit geben würde, das Board of Governors in eine stärker "dovishe" Richtung umzugestalten.

Verbraucherpreise im Blick der Notenbanken

Im Fokus stehen die Verbraucherpreise aus der Eurozone. Die jährliche Inflationsrate in Frankreich ist im August weiter zurückgegangen, sodass die Wahrscheinlichkeit einer neuerlichen Zinssenkung bei der Sitzung der Europäischen Zentralbank im nächsten Monat eher gering bleibt. Die Daten aus Deutschland stehen dann für 14 Uhr auf der Agenda. Höhepunkt am Nachmittag ist der PCE-Preis-Index in den USA. Er gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank. "Ein besonders hoher oder niedriger Wert würde der Fed bei ihrer künftigen Argumentation helfen", sagte ein Händler. Denn sie sei hin- und hergerissen zwischen der Bekämpfung der steigenden US-Inflation und dem abkühlenden Arbeitsmarkt. Für Zinserleichterungen spricht sich weiter besonders deutlich Fed-Gouvernour Christopher Waller aus. Er befürwortete am Vortag eine Reihe von Zinssenkungen ab September, wobei das Tempo der nachfolgenden Schritte von den eingehenden Daten abhängen werde.

Britische Banken schwach wegen Sorge vor Bankensteuer

Die Aktien der britischen Banken neigen auffallend zur Schwäche. Hintergrund sind Berichte über eine mögliche Abgabe auf deren Gewinne. Die britische Regierung sucht nach Möglichkeiten, die Einnahmen zu erhöhen. Damit steht sie nicht allein. Auch Italien und Polen haben offenbar schon eine höhere Bankenbesteuerung in Betracht gezogen. Der Branchen-Index der Banken notiert 1,7 Prozent im Minus, unter den Einzelwerten fallen Lloyds 5,2 Prozent, Natwest um 5,4 Prozent und Barclays um 4 Prozent.

Remy Cointreau (-1,4%) profitieren nicht von einem nach oben revidierten Ergebnisziel. Aufgrund einer geringeren Zollbelastung als bislang erwartet stellt der Getränkehersteller nun einen Rückgang des organischen Betriebsergebnisses von rund 5 Prozent in Aussicht nach zuvor einem mittleren bis hohen einstelligem Rückgang. Die Berenberg-Analysten gehen von einem Minus von 4,8 Prozent aus.

Ohne besonderen Nachrichtenfluss sind Rüstungsaktien gesucht. Von der Vorstellung, dass es schon bald zu einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt kommen könnte, haben sich die Anleger verabschiedet. Auch dürfte es nicht zu einem baldigen Treffen zwischen den Präsidenten Putin und Selenskyj kommen. Die Deutsche Bank rechnet bis ins erste Halbjahr 2026 mit andauernd starken Auftragseingängen bei Rheinmetall. Rheinmetall gewinnen 3,8 Prozent, Hensoldt 2,6 Prozent oder Renk 2,6 Prozent.

=== 
INDEX           zuletzt    +/- %   absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50       5.374,84    -0,4%   -21,89   +10,2% 
Stoxx-50         4.567,45    -0,3%   -14,30    +6,5% 
DAX           23.980,81    -0,2%   -59,11   +20,8% 
MDAX           30.310,20    -0,2%   -48,26   +19,1% 
TecDAX          3.717,66    -0,7%   -25,51    +9,7% 
SDAX           16.912,52    -0,3%   -51,64   +23,6% 
CAC            7.741,17    -0,3%   -21,43    +4,9% 
SMI           12.209,44    -0,1%    -9,76    +5,2% 
ATX            4.639,84    -0,3%   -12,20   +27,0% 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00  Do, 18:01  % YTD 
EUR/USD           1,1663    -0,1%   1,1679   1,1673 +12,4% 
EUR/JPY           171,71    +0,0%   171,63   171,58  +5,2% 
EUR/CHF           0,9358    -0,0%   0,9362   0,9360  -0,5% 
EUR/GBP           0,8667    +0,3%   0,8644   0,8638  +4,2% 
USD/JPY           147,22    +0,2%   146,95   146,99  -6,4% 
GBP/USD           1,3456    -0,4%   1,3510   1,3514  +8,0% 
USD/CNY           7,0980    +0,2%   7,0841   7,0872  -1,7% 
USD/CNH           7,1308    +0,1%   7,1201   7,1213  -2,9% 
AUS/USD           0,6528    -0,0%   0,6529   0,6530  +5,5% 
Bitcoin/USD       110.027,70    -1,8% 112.050,30 112.673,10 +18,0% 
 
ROHOEL           zuletzt VT-Settlem.    +/- %   +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          64,38    64,60    -0,3%    -0,22 -10,1% 
Brent/ICE          68,14    68,62    -0,7%    -0,48  -9,6% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag    +/- %   +/- USD  % YTD 
Gold           3.407,48   3.414,28    -0,2%    -6,80 +29,6% 
Silber            38,84    39,08    -0,6%    -0,24 +33,8% 
Platin          1.154,39   1.167,49    -1,1%   -13,10 +32,5% 
Kupfer            4,50     4,46    +0,8%    0,04  +9,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

DJG/thl/cln

(END) Dow Jones Newswires

August 29, 2025 07:34 ET (11:34 GMT)

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